Politik streitet um Zukunft des Veloverkehrs in der Luzerner Altstadt
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Velofahrer dürfen derzeit nur nachts vom Museumsplatz Richtung St. Karli über die Hertensteinstrasse fahren. (Bild: ios)

Verkehr in der Hertensteinstrasse Politik streitet um Zukunft des Veloverkehrs in der Luzerner Altstadt

3 min Lesezeit 2 Kommentare 22.07.2020, 14:51 Uhr

Freie Fahrt für Velos oder komplettes Fahrverbot: Welche Verkehrsregelung macht auf der Hertensteinstrasse Sinn? Die Frage treibt Luzerner Politiker grade um. Es zeichnen sich drei Varianten ab.

In der Stadt kann es schnell man eng werden. In der Luzerner Altstadt – je nach Tageszeit und Wochentag – sogar sehr eng. Das gilt insbesondere für die Achse Weggisgasse-Hertensteinstrasse, auch bekannt als Luzerns «Shopping-und-Flanier-Meile».

Das Verkehrsregime auf der Hertensteinstrasse ist nun zum Herd einer lebendigen öffentlichen Diskussion geworden. Zur Erinnerung: Zwischen dem Falkenplatz beim Grendel und dem Museumsplatz (beim Löwencenter) gilt für Velos tagsüber Einbahnverkehr in Richtung Museumsplatz. In Richtung Altstadt dürfen Velofahrer durch die Hertensteinstrasse nur nachts fahren.

Diese Regelung wird nun von verschiedenen Seiten infrage gestellt. Die aktuelle Diskussion läuft auf folgende drei Optionen heraus:

1. Option: Aufhebung des Einbahnverkehrs

Ende Mai reichten die Grossstadträte Mario Stübi (SP) und Martin Abele (Grüne) ein gemeinsames Postulat ein, das den Stadtrat auffordert, die Aufhebung der Einbahnverkehrs für Velos an der Hertensteinstrasse zu prüfen.

Die Postulanten argumentieren unter anderem mit der Sicherheit der Velofahrer. Dies, weil die Route Alpenstrasse-Schweizerhofquai stark von Autos und Bussen befahren wird, teilweise ohne Velostreifen.

Sie sind überzeugt: Die Hertensteinstrasse ist breit genug für eine rücksichtsvolle Koexistenz von Fuss- und Veloverkehr (zentralplus berichtete).

In diese Richtung darf heute ganztags mit dem Velo durch die Hertensteinstrasse gefahren werden. (Bild: ios)

2. Option: Absolutes Fahrverbot

In der Folge frage sich Karin Stadelmann, Präsidentin der CVP Stadt Luzern und zentralplus-Polit-Bloggerin, ob sich Fussgänger in der Luzerner Altstadt künftig dem Velo anpassen müssen.

Stadelmann anerkennt das Argument der Postulanten, dass die Alpenstrasse und der Schweizerhofquai gefährlich sind. Eine sichere Lösung auf Kosten der Fussgänger zu suchen, sei jedoch der falsche Weg.

Weiter stellt sie auch infrage, ob die erwähnte Koexistenz von Fuss- und Veloverkehr nicht illusorisch ist. Eher müsste man über ein Fahrverbot sprechen (den ganzen Blogbeitrag findest Du hier).

Diesen Punkt nimmt mit FDP-Politiker Lucas Zurkirchen auch ein zweiter zentralplus-Polit-Blogger auf. «Die Hertensteinstrasse ist und soll auch zukünftig eine beliebte Einkaufs- und Fussgängerzone bleiben», schreibt er in seinem Blogbeitrag. Bei einer Aufhebung des Einbahnverkehrs wären Kollisionen zwischen Füssgängern und Velofahrern vorprogrammiert. «Wer möchte sich schon alle zwei Meter umschauen müssen, ob nun ein Velo kommt?», fragt Zurkirchen. «Somit müssen wir uns auch mit einem generellen Fahrverbot auseinandersetzen.» (den ganzen Blogbeitrag findest Du hier)

3. Option: Beibehaltung Status Quo

Der Mittelweg wäre natürlich die Beibehaltung des derzeitigen Verkehrsregimes. Für diesen setzt sich bisher aber kaum jemand ein – zumindest nicht öffentlich.

Das ansässige Gewerbe äussert sich ebenfalls skeptisch gegenüber dem Vorstoss und ist, in der Tendenz, eher für ein Fahrverbot (zentralplus berichtete). Auch die Kommentare zu den erwähnten Blogs und in den sozialen Medien verlaufen zumeist entlang der Polpositionen.

Der SP/Grüne-Vorstoss ist noch hängig, eine Stellungnahme des Stadtrates liegt noch nicht vor. Gut möglich, dass er sich für den heutigen Mittelweg stark macht.

Die jetzigen Diskussionen erinnern nicht zuletzt auch an jene, um eine gemischte Velo- und Fussgängerzone zwischen Luzernerhof und Verkehrshaus. 2017 sagte das Stadtparlament – nach grosser Empörung der Fussgängerlobby – deutlich Nein zu einer Aufhebung des Velo-Fahrverbots am Quai (zentralplus berichtete).

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2 Kommentare
  1. Roland Grüter, 23.07.2020, 17:20 Uhr

    Der Entscheid der Befragung ist eindeutig: Sperrung der Hertensteinstrasse für den Veloverkehr, frei nur für den Fussgänger.

  2. Daniel Müller, 22.07.2020, 19:13 Uhr

    Da Velofahrer grundsätzlich die Regeln in der Altstadt nicht beachten, egal wo, vollständiges Fahrverbot in der Altstadt. Fussgänger werden in Luzern grundsätzlich stiefmütterlich behandelt.

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