Pilatusplatz: Grösster Zankapfel bleiben die Parkplätze
  • Politik
Beim Pilatusplatz wird über eine neue Verkehrsführung diskutiert. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Y-Lösung wird weiter ausgearbeitet Pilatusplatz: Grösster Zankapfel bleiben die Parkplätze

3 min Lesezeit 5 Kommentare 28.05.2020, 11:00 Uhr

Der Stadtrat will die Umgestaltung des Pilatusplatzes weiter vorantreiben. Nach einer erneuten Befragungsrunde wird klar: Die umkämpften Parkplätze werden verschwinden. Die Frage ist: wie viele?

Der Pilatusplatz ist heute eine der zentralen Verkehrsachsen der Stadt Luzern. Schön ist er nicht. Unübersichtlich und geschäftig trifft es eher. Seit Anfang 2018 laufen Arbeiten, um die Verkehrsströme zu optimieren. Ende 2018 kam plötzlich eine völlig neue Idee ins Spiel: Die Y-Lösung (zentralplus berichtete).

Diese  soll nun weiter vorangetrieben werden. Die Y-Lösung wird zum Vorprojekt ausgearbeitet, teilt der Stadtrat mit.

Zur Erinnerung: Die Y-Lösung bedeutet, dass der Verkehr stadtauswärts vom Pilatusplatz her Richtung Kasernenplatz nicht mehr wie heute über die Obergrundstrasse entlang der Stadtverwaltung führen würde. Die Obergrundstrasse zwischen dem Anker und dem Hirschengraben würde dadurch vom Verkehr massiv entlastet. 

So wie die grünen Pfeile könnte der Verkehr in Zukunft beim Pilatusplatz fliessen. (Bild: zvg)

Was passiert mit den Parkplätzen?

Von Beginn an standen die Parkplätze im Zentrum der (vielen) Diskussionen. Beim ursprünglichen Projekt würden die 46 Parkplätze rund um den «Inselbau» beim Pilatusplatz während der Bauphase wegfallen. Bei der Y-Lösung würden sie – zumindest bisher – gänzlich wegfallen.

«Wir wollen dem ansässigen Gewerbe ein Stück weit entgegenkommen.»

Adrian Borgula, Umwelt- und Verkehrsdirektor

Nun aber präzisiert der Stadrat dies: Einige Parkplätze sollen auch im Rahmen der Y-Lösung bestehen bleiben. «Wir haben eine städtebauliche Studie in Auftrag gegeben. Auf der Basis dieser Studie sind wir zum Schluss gekommen, dass rund zehn oberirdische Parkfelder realisierbar sind», sagt Umwelt- und Verkehrsdirektor Adrian Borgula.  «Wir wollen hier auch dem ansässigen Gewerbe ein Stück entgegenkommen.»

Unterirdisches Parkhaus ist keine Option

Dem Gewerbe mag dies entgegenkommen, restlos überzeugen wird der Vorschlag die Kritiker jedoch nicht. Diese verlangten zuletzt mehr als bloss den Erhalt der heutigen Parkplätze. Im bürgerlichen Lager sieht man die Umgestaltung des Pilatusplatzes als Chance, das Parkhaus Kesselturm durch ein unterirdisches Parkhaus zu ersetzen. Ein entsprechendes Postulat von FDP, CVP, SVP und GLP, das die Prüfung eines solchen Parkhauses fordert, beantwortet der Stadtrat nun ebenfalls.

Dabei findet der Stadtrat deutliche Worte: unnötig und zu teuer. Gemäss einer durchgeführten Machbarkeitsstudie seien verschiedene Varianten von unterirdischen Parkierungsmöglichkeiten geprüft worden. Daraus folgert der Stadtrat, dass die Realisierung eines solchen Projekts schwer umzusetzen und entsprechend teuer ausfallen würde. Zudem komme das nahegelegene Parkhaus Kesselturm heute zu selten an den Anschlag, als dass mehr Parkplätze wirklich nötig wären.

Der Vorteil eines unterirdischen Parkhauses liege primär in der Möglichkeit, das Parkhaus Kesselturm abreissen zu können. «Das damit verbundene städtebauliche Aufwertungspotenzial steht in keinem Verhältnis zu den sehr hohen Investitions- und Betriebskosten sowie den wirtschaftlichen und technischen Risiken, die mit einem unterirdischen Parkhaus verbunden sind», schreibt der Stadtrat. Er wird die Idee demnach nicht mehr weiterverfolgen und lehnt das Postulat ab.

Baubeginn könnte 2024 erfolgen

Nun also soll die Y-Variante ausgearbeitet werden. 2021 soll der Kanton Stellung dazu nehmen und sich für eine Variante entscheiden. Der Baubeginn würde frühestens zwischen 2024 und 2026 erfolgen.

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5 Kommentare
  1. Hans Hafen, 28.05.2020, 20:40 Uhr

    Liebe bürgerlichen Bauindustrie-Förderungs-und-Lobby-Parteien: Auch diesmal wirds nichts mit dem völlig überteuerten und nonplusultra nutzlosen Tiefbau!! Das ist jetzt nach dem Parkhaus Musegg, der Spange-Nord, der Metro bereits die vierte herbe Niederlage in Serie! Es fehlt aber noch immer an der Erkenntnis, dass diese Art von Projekten unter Rot/Grün nicht mehr möglich sein werden!

    1. Andy Bürkler, 28.05.2020, 22:03 Uhr

      „Es fehlt aber noch immer an der Erkenntnis, dass diese Art von Projekten unter Rot/Grün nicht mehr möglich sein werden!“
      Und da sind Sie jetzt auch noch stolz drauf?
      Gott lass Hirn regnen…

  2. Silvan Studer, 28.05.2020, 11:39 Uhr

    Wieso muss man die Obergrundstrasse dort vom Verkehr entlasten und alles über den Hallwilerweg schicken?
    Weil dort die Stadtverwaltung ist?
    Verstehe ich irgendwie nicht. Ist das ideologisch begründet?

    1. Ruedi, 28.05.2020, 21:20 Uhr

      Wenn es um Parkplätze geht, wird es in der Stadt Luzern immer ideologisch…

  3. Müller, 28.05.2020, 11:17 Uhr

    ein Hochhaus mit Büros es gibt ja genügend leere Büroräume in Kriens ein Hochhaus mit Parkplätzen ein Parking in die höhe 12 Etagen ja wohl, oben ein Panorama Rest, Drehbar, aber Ideen CH da muss man schon nach USA Reisen oder Arabien gell

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