Phil Freeze und Henrik Belden sind reif für die «Insle»
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Zoran Stojanovic hat das Cover für den Track «Insle» von Freeze gestaltet. (Bild: zvg)

Luzerner Song ist ein politisches Statement Phil Freeze und Henrik Belden sind reif für die «Insle»

2 min Lesezeit 11.10.2019, 15:00 Uhr

Der Surseer Rapper Freeze macht sich Gedanken zu Freiheit und Sicherheit, Herzensmenschen und Arschgeigen. Gemeinsam mit Henrik Belden will er mit seinem neuen Track ein musikalisches Zeichen setzen. Und das zwar sehr gechillt, aber mit viel Ironie.

Die Zeit ist reif für die «Insle». Und zwar für den Nachfolger von «Vo gheie und flüüge.» Nachdem Freeze mit seinem letzten Track sein eigenes Schicksal ins Zentrum rückte (zentralplus berichtete), richtet er den Blick nun nach aussen. Und zwar auf die Schweiz.

In seinem am Freitag veröffentlichten Stück rappt Freeze, unterstützt vom Luzerner Singer-Songwriter Henrik Belden, davon, was ihm an den Eidgenossen auf den Keks geht: «Insle» handelt vom geistigen Rückzug, von Rösti mit Käse, Abschottung, Rosinenpickerei und Arschlochverhalten.

Ironische Reime statt wütender Rap

«Tönt hässig», könnte man nun meinen. Doch weit gefehlt: Freeze und Belden flowen sehr gechillt über den von Skilluminati produzierten Klangteppich – und mit viel Ironie. Das klingt dann so:

Freeze, der in seinem zivilen Leben Philippe Fries heisst, kommentiert «Insle» wie folgt: «In Zeiten, in denen die Schweiz zum Apfel und ein Grossteil der Mitbewohner zu Regenwürmern degradiert werden, darf man sich auch mal wieder politisch äussern.»

Über das lehrreiche Fremde und seltsame Kategorien

Es gehe ihm mit «Insle» darum, einen Spiegel hinzuhalten und ein paar Denkanstösse zu geben. «In den letzten Jahren ist ‹fremd› immer mehr Synonym für schlecht und böse geworden.» Etwas, das Ängste auslöse und Unbehagen bereite. Etwas das bedrohe. «Dass ‹fremd› auch lehrreich, spannend und bereichernd sein kann, wird leider unterschlagen», so der Künstler, der aufgrund einer MS-Erkrankung im Rollstuhl sitzt.

Menschen nach Kategorien wie Glaube, Herkunft, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder Geschlecht zu beurteilen, das habe er sowieso nie verstanden, sagt Fries. «Für mich gibt es nur zwei Kategorien: Entweder treffe ich einen Herzensmenschen oder eine Arschgeige und vielleicht noch zwei bis drei Stufen dazwischen.»

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