Pfingsten: FCL spielt Hochrisikospiel gegen Basel
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März 2015: Der Basler Fanblock maschiert am FCL-Fanlokal «Zone 5» vorbei. (Bild: zentralplus)

Luzerner Fanlokal «Zone 5» geschlossen Pfingsten: FCL spielt Hochrisikospiel gegen Basel

3 min Lesezeit 26.04.2016, 16:08 Uhr

Das FCL-Fanlokal «Zone 5» am Bundesplatz darf an Pfingstmontagen nicht öffnen, die Fans verteilen sich darum in der Stadt. Letztes Jahr gab’s nach dem Spiel eine Massenschlägerei mit FCZ-Fans. Und dieses Jahr steht mit dem FC Basel ein Hochrisikospiel vor der Tür.

Am Pfingstmontag 2015 spielte der FC Luzern zuhause gegen den FC Zürich. Schlagzeilen machte danach jedoch nicht der Ausgang des Spiels (der FCL verlor 0:1), sondern wüste Szenen: Nach dem Spiel kam es auf den ehemaligen Trassee der Zentralbahn zu einer Massenschlägerei.

Polizei wurde kritisiert

In die Kritik kam damals auch die Polizei, welche die beiden Fangruppen parallel und in Sichtweite zueinander auf der Volta- und der Eschenstrasse marschieren liess. Hitzköpfe auf beiden Seiten fühlten sich dadurch motiviert, aufeinander loszugehen. 

Erschwert wurde der Einsatz der Polizei letztes Jahr auch durch die Tatsache, dass das FCL-Fanlokal «Zone 5» geschlossen war und sich die FCL-Fans daher nicht wie üblich schon vor dem Spiel am Bundesplatz sammelten.

Stattdessen trafen sich viele FCL-Fans vor dem Match in der Altstadt an der Reuss, im und um das Pickwick Pub. Kurz bevor der Fanzug aus Zürich in Luzern ankam, marschierten rund 150 FCL-Fans über die Seebrücke in Richtung Bahnhof. Um eine erste Konfrontation zu vermeiden, musste die Polizei den Zürcher Fanzug kurzfristig aufhalten.

«Zone 5» darf am Feiertag nicht öffnen

In zwei Wochen könnte wieder eine ähnliche Situation auf die Stadt zukommen: Dann ist wieder Pfingstmontag, wieder spielt der FCL ein Heimspiel und wieder darf die «Zone 5» aufgrund des Feiertags nicht öffnen. So schreibt es der Mietvertrag dem FCL-Fanlokal vor.

Die Erbengemeinschaft, der die Liegenschaft am Bundesplatz gehört, wollte auf Anfrage nicht kommentieren, wieso sie dies vorschreibt und damit weitere Konfrontationen in Kauf nimmt. Wie zentralplus weiss, verhandeln Stadt und Polizei derzeit mit den Eigentümern, um das Fanlokal am Pfingstmontag möglicherweise dennoch öffnen zu können.

Bei den Fans scheint man jedoch nicht damit zu rechnen, dass die «Zone 5» doch öffnen kann: Die Fanvereinigung «United Supporters Luzern» (USL) betreibt das Fanlokal am Bundesplatz. Sie schreibt in ihrem aktuellen Mitteilungsblatt, dass sich die Luzerner Fans am Pfingstmontag an der Reusspromenade träfen, «um sich trotzdem gesellig auf das Fussballspiel einzustimmen.»

Polizei hält sich bedeckt

Damit könnte sich die Situation ähnlich präsentieren wie bereits vor einem Jahr. Nur spielt der FCL diesmal statt gegen den FC Zürich gegen den FC Basel. Dessen Anhänger sind ebenfalls nicht für ihre Zimperlichkeit bekannt. Ist die Polizei bereit?

«Uns ist die Konstellation bekannt, wir haben die Situation analysiert und entsprechende Massnahmen für das Spiel am Pfingstmontag getroffen», sagt Simon Kopp, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Weitere Informationen zum Einsatz wolle man nicht bekannt geben. «Wir wollen niemanden auf Ideen bringen.»

Auch ob der Basler Anhang wie üblich zu Fuss vom Bahnhof in die Allmend marschieren darf, will Kopp nicht sagen. Die Basler die einzigen Gästefans, die dieses Privileg geniessen. Das sei einfacher, als den zahlenmässig grössten Fanblock in Busse zu verfrachten.

Fans geben sich gelassen

So unverständlich und manchmal regelrecht hirnverbrannt Gewaltexzesse rund um Fussballspiele auch scheinen: Ultras und Hooligans sind nicht lebensmüde. Es kommt zwar vor, dass sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Sie tun das aber nicht, wenn sowieso klar ist, dass sie verlieren werden. Und weil die Anhänger aus der Basler Muttenzer Kurve als die Schlagkräftigsten der Schweiz gelten, wagen es die Anhänger der anderen Klubs normalerweise nicht, sich mit den Baslern anzulegen. (Randale kann es trotzdem geben: Im Dezember 2014 etwa verhinderte die Polizei am Bundesplatz Ausschreitungen zwischen Luzernern und Baslern.)

Als konfliktreich gelten aber eher Spiele, bei denen einander ungefähr gleich starke Gruppierungen gegenüber stehen: Luzerner und Zürcher etwa. Beim Spiel vom kommenden Pfingstmontag rechnen daher mehrere Fans, mit denen zentralplus gesprochen hat, nicht damit, dass es zwischen der FCL-Anhängerschaft und den Gästen aus Basel zu grösseren Auseinandersetzungen kommt.

Hier geht’s zu unserer Foto-Reportage: «Wenn 1’000 FCB-Fans durch Luzern marschieren»

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