«Pfeift der FCL aus dem letzten Loch?»
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Die Swissporarena, das Stadion des FCL, vor einem Jahr. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

FC Luzern startet neues Angebot für Gewerbler «Pfeift der FCL aus dem letzten Loch?»

2 min Lesezeit 05.02.2016, 18:42 Uhr

Dem FC Luzern fehlen jährlich rund 2 Millionen Franken in der Kasse. Mit einem neuen Angebot geht er auf Spendenjagd: Gewerbler sollen sich für 1900 Franken im Jahr das Recht erkaufen, das FCL-Logo aufs Briefpapier zu drucken. Kratzt man jetzt das Kleingeld zusammen? zentral+ hat bei FCL-Mediensprecher Max Fischer nachgefragt.

zentral+: Max Fischer, dem FCL fehlen jährlich 2 Millionen Franken in der Kasse. Nun lancieren Sie ein neues Angebot für kleine Spenden. Pfeifen Sie aus dem letzten Loch?

Max Fischer: Nein. Da bräuchte es schon extrem viele Gewerbler, die jetzt mitmachen würden, um grundsätzlich etwas zu verändern. Natürlich: Wenn jemand eine Million geben will, sagen wir nicht nein. Aber es geht uns mehr darum, in allen sechs Zentralschweizer Kantonen verankert zu sein. Jeder soll seine Sympathie mit dem FCL bekunden können.

zentral+: Wie viel Geld wollen Sie so reinholen?

Fischer: Das haben war noch gar nicht berechnet. Wir probieren das jetzt aus, ohne selber gross Geld in die Hand zu nehmen.

Was ist der «Partner 1901»?

Der neue Partnerstatus des FCL richtet sich vor allem an Gewerbler und kleinere Firmen. Sie bezahlen 1901 Franken im Jahr und dürfen dafür das FCL-Logo auf ihren Briefköpfen abdrucken. Dazu werden sie auf der Webseite des FCL und in der Matchzytig erwähnt. Jährlich gibt es einen Networking-Anlass für die Partner.

zentral+: Der FCL hat diesen Winter für einige Negativschlagzeilen gesorgt. Geht es beim neuen Angebot auch um Schadensbegrenzung?

Fischer: Wir haben bei der Lancierung eher an den Cup-Halbfinal gedacht. Es wäre schön, wenn da die ganze Zentralschweiz für den FCL fiebert. Wir sind der grösste Sportverein der Region, haben Fans in Uri, in Nid- und Obwalden, im Entlebuch. Dort wollen wir auch präsent sein, nicht nur auf der Allmend.

zentral+: Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Fischer: Es gibt bereits jetzt einige Donatorenvereinigungen. Dort muss man aber rechte Beträge in die Hand nehmen, wenn man mitmachen will. In der Region gibt es zahlreiche Gewerbler mit kleineren Betrieben, die sich dem FCL ebenso verbunden fühlen. Die haben kein Riesenbudget, aber möchten dennoch etwas beitragen.

FCL-Mediensprecher Max Fischer (Bild:zVg).

FCL-Mediensprecher Max Fischer (Bild:zVg).

Im Sommer haben wir ein KMU-Paket lanciert: Vier Sitzplätze plus Brot und Wurst an 18 Meisterschaftsspielen für 5200 Franken. Das ist sehr gut angelaufen. Die Leute sagen:«Endlich können wir mitmachen, ohne gleich 100’000 Franken aufzuwerfen.»

zentral+: Sind denn die Gewerbler zu knieprig?

Fischer: Nein, die sind nicht knieprig. Es gibt einfach viele kleine Betriebe, die nicht so viel Geld übrig haben, um sich gross einzusetzen. Auch werbemässig lohnt sich das nicht. Ein kleiner Dorfmaler will vielleicht auch einmal ein Zeichen für den FCL setzen. Aber deswegen Bandenwerbung zu buchen auf der Allmend lohnt sich für den nie und nimmer.

zentral+: Nehmen Sie da nicht den kleinen Dorfvereinen in der Region die Werbepartner weg?

Fischer: Das denken wir nicht.


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