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Parmelin ist Bundesrat, Aeschi nicht gewählt
  • Politik
Da sass er noch entspannt im Parlament. Heute morgen zitterten wohl die Nerven. (Bild: zvg )

Wahlkrimi bei der Zuger SVP Parmelin ist Bundesrat, Aeschi nicht gewählt

9 min Lesezeit 3 Kommentare 09.12.2015, 08:22 Uhr

Jetzt ist es klar: Zug hat keinen Bundesrat. Aeschi wurde nicht gewählt. Zentral+ tickerte live zu den Bundesratswahlen – nicht aus dem Bundeshaus, sondern aus der Sport-Inn Bar in der Baarer Waldmannhalle. Denn hier versammelte sich die Zuger SVP zum Bundesrats-Wahlen-Watching. Würde es ihr Kandidat Thomas Aeschi schaffen? Die Nerven der SVP-Lokalmatadoren waren gespannt.

Es ist ein regnerischer Morgen, um Bundesräte zu wählen, aber das stört die Zuger SVP-Mitglieder nicht, die es in die Sport-Inn Bar in der Waldmannhalle geschafft haben. Wir tickerten den ganzen Morgen über live über die Reaktionen der Zuger SVP zur Bundesratswahl.

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12:18 Damit schliessen wir diesen Live-Ticker.

12:15 Thomas Aeschi sagt gegenüber SRF: «Es ist der SVP gelungen, einen zweiten Sitz zu erobern. Wir waren nahe dran, selbstverständlich hätte ich auch gerne als Bundesrat etwas beigetragen, aber umso lieber mache ich das nun weiterhin im Nationalrat.»

12:11 Das sieht auch der Baarer Gemeinderat und Mitgründer der Zuger SVP so. Hans Steinmann sagt: «Der Trost ist, dass Herr Aeschi seine Zukunft noch vor sich hat. Ihm werden sich noch ähnliche Chancen ermöglichen.» Trotzdem ist er enttäuscht. «Meine grosse Hoffnung war, dass ein junger Bundesrat die junge Generation wieder für die Politik begeistern kann.»

Auch für die Gemeinde Baar sei das Resultat ein Verlust. «Wir hatten grosse Hoffnungen, und die Chancen waren auch intakt. Wir hätten grosse Freude an einem Baarer Bundesrat gehabt.» Steinmann sieht aber auch hier Chancen für die Zukunft: «Wenn Herr Aeschi womöglich in Zukunft ein zweites Mal als Bundesrat zur Debatte steht, dann könnte es ja dennoch einen Baarer Bundesrat geben.»

«Thomas Aeschi hat ein riesiges Potential, und man weiss nicht, was er noch alles erreichen wird.»

Adrian Rogger, Vizepräsident SVP-Baar

12:00 Adrian Rogger ist enttäuscht. «Natürlich überwiegt die Enttäuschung im Moment. Aber das wichtigste ist, dass die SVP einen zweiten Sitz erhalten hat», sagt der Vize-Präsident der SVP-Baar. Für Aeschi sei das Resultat nicht schlimm: «Er hat ein riesiges Potential, und man weiss nicht, was er noch alles erreichen wird. Er wird sich in seiner weiteren Karriere noch an vielen Orten einbringen. Ich hoffe, er bleibt noch lange Politiker.»

Thomas Aeschi ist nicht gewählt – Guy Parmelin ist neuer Bundesrat

11:57 Die Resultate sind da: Gewählt ist mit 138 Stimmen: Guy Parmelin. Der Saal in Baar klatscht laut. Die SVP hat einen zweiten Bundesrat. Oder doch nicht? Es gibt auch grollende Stimmen. «Jetzt haben wir wieder einen Halben», sagt jemand. Die Hoffnung auf einen Zuger Bundesrat war offenbar gross.

11:50 Die dritte Runde wird gerade ausgezählt – ab jetzt wird pro Wahlgang ein Kandidat aus dem Rennen fliegen.

«Nur schon dieses Resultat ist ein grosser Achtungserfolg.»

Karl Nussbaumer, SVP-Kantonsrat

11:45 SVP-Kantonsrat Karl Nussbaumer hat immer noch Hoffnungen auf einen Zuger Bundesrat, allerdings sind sie geschrumpft. «Jetzt kommt es darauf an, wer die Stimmen von Norman Gobbi erhält», sagt Nussbaumer. «Und ob noch einige Parlamentarier umschwenken. Aber klar, es sieht so aus, als würde die Mitte auf Parmelin setzen.»

Für Aeschi wäre es keine Niederlage, wenn er nicht gewählt würde, sagt Nussbaumer. «Nur schon dieses Resultat ist ein grosser Achtungserfolg, auch falls er nicht gewählt würde, kann ihm dieses gute Ergebnis in der Arbeit im Parlament nur helfen.» Die Hoffnung ist noch da? Nussbaumer lacht und sagt: «Die Hoffnung ist noch da.»

11:40 Parmelin hat im zweiten Wahlgang 117 Stimmen erhalten, Aeschi 78 Stimmen, Gobbi nur noch 30 Stimmen. Ab jetzt ist klar: Die SVP erhält einen zweiten Sitz im Bundesrat.

11:27 SRF zeigt das Lokal in Baar – dabei herrscht Stille im Saal. 

«Die Hoffnung stirbt zuletzt.»

Hans Steinmann, SVP-Gemeinderat Baar

11:25 Der SVP-Gemeinderat Hans Steinmann ist von der ersten Runde aber nicht enttäuscht. «Das ist immer eine Lotterie in der ersten Runde. Die Hoffnung stirbt zuletzt.» Trotzdem räumt er Guy Parmelin nun die besseren Chancen ein. «Aeschi wird eine Blochernähe nachgesagt, die gar nicht existiert. Aber das bringt man natürlich nicht mehr weg.»

11:21 Thomas Aeschi hat 61 Stimmen erhalten, Guy Parmelin hat 90 Stimmen erhalten, Norman Gobbi hat 50 Stimmen erhalten. In Baar ist die Stimmung nach dem ersten Resultat etwas gedämpft.

11:20 Die erste Runde: Gleich werden die Stimmen für die Ersatzwahl von Eveline Widmer-Schlumpf bekannt gegeben.

11:16 Viele Stimmen könnten im ersten Wahlgang an Parmelin gehen, sagte SVP-Nationalrat Albert Rösti gegenüber SRF – und sorgt damit für konsternierte Gesichter bei den Zuger SVP-Mitgliedern.

11:13 Mittlerweile sind rund 50 Sympathisanten von Thomas Aeschi hier versammelt, an den Tischen wird heftig diskutiert, die Getränke sind schon lange leer, es hat offenbar gerade niemand die Nerven, um nachzubestellen. Dafür ist der Moment zu spannungsgeladen.

11:07 Es gilt ernst im Saal. Gerade werden die Stimmen für den ersten Wahlgang ausgezählt. Jetzt wird sich zeigen, wie gut die Chancen des Zuger Bundesratskandidaten tatsächlich sind. Bei ersten Wahlgang werden alle Kandidaten ausscheiden, die weniger als zehn Stimmen erhalten.

11:00 Balthasar Glättlis Rede sorgt in Baar für Kopfschütteln: «Wir sind stolz auf die direkte Demokratie», sagt der Grüne Fraktionschef, «aber unser Staat steht auf zwei Beinen: Auf direkter Demokratie und auf Rechtsstaatlichkeit.» Es könne für die Grünen nicht ernst gemeint sein, dass die «Frauen keine angemessene Vertretung in der Landesregierung haben sollen», so Glättli. Die SVP-Mitglieder in Baar brechen in kollektives «Jöö» aus.

Sieht entspannt aus: Thomas Aeschi in der vereinigten Bundesversammlung. (Screenshot SRF)


10:55 Während die Fraktionschefs der nationalen Parteien auf dem Bildschirm ihre Ansprachen über die Besetzung des freien Bundesratssitzes halten, ist in Baar der Gemeindevertreter SVP-Gemeinderat Hans Steinmann angekommen. «Ich bin sehr gespannt», sagt er, «die Wahl wäre natürlich für mich als SVP-Mitgründer ein ganz besonders erfreuliches Ereignis. Wenn wir es in so kurzer Zeit geschafft hätten, die Zuger SVP so aufzubauen, dass sie einen Bundesrat stellen könnte, das wäre eine grosse Freude.»

Auch die Gemeinde Baar hätte allen Grund zur Freude, sagt Steinmann. «Nachdem die Gemeinde Baar schon eine Bundeskanzlerin stellen konnte, wäre es eine grosse Ehre, wenn wir nun einen Bundesrat stellen könnten. Das wäre natürlich auch der Grund für eine Feier, wie es sich für Baar gehört.»

10:35 Die Besucher werden langsam wach: Adrian Amstutz erhält mehrmals Szenenapplaus im Baarer Stübli – und man buht auch gerne ein wenig, als die SP-Nationalräte empört die Hände verwerfen: Amstutz hatte ihnen unter anderem vorgeworfen, den Kapitalismus abschaffen zu wollen. «Jajaja», ruft man hier, stimmt ja doch.

10:34 Jetzt wird’s ruhig im Saal: Arian Amstutz spricht vor der vereinigten Bundesversammlung über das SVP-Dreierticket.

10:32 Alain Berset ist mit 210 Stimmen gewählt.

«Ich habe gewettet, dass er gewinnt. Ein Nachtessen für vier Damen. Das habe ich ihm auch geschrieben, er muss gewählt werden, sonst wird es teuer.»

Sandra Neese, SVP-Mitglied

10:16 Im Publium sitzen auch persönliche Bekannte von Thomas Aeschi, zum Beispiel Sandra Neese (47) aus Baar. «Ich kenne ihn persönlich. Er setzt sich stark ein für die Politik, hat Grösse, viel Wissen, mit ihm kann man gut diskutieren, er kann auch Kritik gut annehmen», sagt Neese. Und ergänzt lachend: «Und ich habe gewettet dass er gewinnt. Ein Nachtessen für vier Damen. Das habe ich ihm auch geschrieben, er muss gewählt werden, sonst wird es teuer.»

 

Sandra Neese aus Baar ist überzeugt, dass es Aeschi schafft. Sie hat sogar gewettet.

10:14 Mit 191 Stimmen ist Johann Schneider-Ammann als Bundesrat gewählt. Das gute Resultat kommt wiederum hier in Baar nicht besonders gut an.

10:04 Eine kleine Katastrophe beim Public Viewing – der Beamer schaltet sich mit einem Knacks selber aus. Keine Panik unter den SVPlern – die helfende Hand ist sofort zur Stelle. Susanne Wille vom SRF ist wieder da – weiter geht’s mit der Wahl.

9:57 Simonetta Sommaruga ist mit 182 Stimmen gewählte Bundesrätin. Die ersten Zuschauer in Baar verwerfen die Hände. Dass Sommaruga trotz der von der SVP geführten «Asylchaos»-Debatte ein besseres Resultat erzielt als Ueli Maurer, dürfte zum Missmut beigetragen haben.

9:55 Langsam füllen sich die Reihen beim SVP-Public-Viewing. Gerade wurde an einigen Tischen die erste Stärkung für die Nerven aufgetragen – Wienerli mit Senf.

9:45 Der SRF-Reporter blitzt bei Ueli Maurer ab, der sich gerade der SVP-Basis widmet: «Darf ich kurz, Herr Bundesrat?» Maurer: «Nein.» Der Saal in Baar amüsiert sich. «Wenn man schon fragt, muss man auch mit einer Absage rechnen», meint jemand aus dem Publikum lakonisch.

9:45 Jetzt spannen sich die Nerven im Saal langsam an. «Ich werde langsam nervös», sagt Benedikt Weiss von der Jungen SVP Kanton Zug. «Bin sehr gespannt. Ich schätze, die Chancen stehen bei 50 zu 50.»

«Die Stimmung ist gut, optimistisch»

Heinz Tännler, Landammann des Kantons Zug

9:37 Didier Burkhalter ist mit 217 Stimmen als Bundesrat gewählt. Damit schlägt er das bereits sehr gute Resultat von Doris Leuthard.

9:35 Wir werfen noch mal ein Ohr nach Bern: «Wie ist die Stimmung bei euch?«, fragt der Zuger Landammann und Delegationsführer Heinz Tännler in die Runde der Zuger Delegation. Die Antwort ist klar: «Die Stimmung ist gut, optimistisch», sagt Tännler am Telefon. «Natürlich geht es jetzt erst mal um die anderen Wahlgänge. Aber die Chancen von Thomas Aeschi sind intakt.» Was aber schlussendlich tatsächlich passiere, sei schwierig abzuschätzen. «Da wird natürlich jetzt taktiert», so Tännler. Abwarten ist angesagt – nicht nur in Bern, auch in Baar.

9:19 Mit 173 Stimmen ist Ueli Maurer als Bundesrat gewählt. Die Zuger SVP-Mitglieder klatschen, aber das ist für sie offensichtlich noch nicht der Hauptschauplatz – der Applaus wirkt etwas beiläufig.

9:15 Wie steht’s um die Zuger Delegation in Bern, ist man da schon nervös? Beni Riedi sagt: «Es kommt wie’s kommt (lacht). Ich persönlich glaube an Thomas Aeschi und bin von seinen Fähigkeiten überzeugt. Das entscheidet allerdings die vereinigte Bundesversammlung.»

9:10 Toni Brunner verrät gegenüber SRF geheime Details darüber, wen er wählen wird: «Ich darf Ihnen sagen, dass es ein Kandidat aus der deutschen, der französischen oder der italienischen Sprachregion sein wird.» Dafür erntet er in Baar spontanen Applaus.

9:05 Jetzt wird’s interessanter für die SVP-Mitglieder in Baar. SRF stellt Ueli Maurers Leistungen vor – und zeigt ihn beim Panzer-Rohr-Reinigen. Das gefällt – das Publikum lacht.

9:00 Mit 215 Stimmen ist Doris Leuthard gewählte Bundesrätin.

«Der Pfister ist ein wenig sauer, nicht?»

9:00 Soll die SVP einen zweiten Sitz erhalten? Der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister sagt gegenüber dem Schweizer Fernsehen: «Es ist Zeit, dass man die Verhältnisse korrigiert, dass wir zu einem Gleichgewicht zurückfinden.» Das stösst im Baarer Publikum auf Zustimmung. «Gut, haben sie ihn gefragt», so der Tenor. Dem Publikum fällt aber auch Pfisters Temperament auf: «Der Pfister ist ein wenig sauer, nicht?», fragt jemand, und trägt damit zum allgemeinen Amusement bei.

8:50 Beni Riedi, der Vize-Präsident der SVP Kanton Zug, schreibt uns aus Bern per SMS: «Die Zuger Delegation verfolgt gespannt die Wahlen auf der Tribüne im Nationalratssaal.» Damit wäre auch die Frage geklärt, weshalb hier beim SVP-Public-Viewing die Prominenz fehlt, sehr zum Frust für die versammelten Journalisten, die etwas verloren wirken, so ganz ohne Ansprechpartner. Auch SVP-Regierungsrat Heinz Tännler fehlt, er führt in Bern die Zuger Delegation an.

8:40 Es geht an die Wahl von Doris Leuthard. Dieser Wahlgang wirft hier in Baar noch keine Wellen – das Publikum bestellt neuen Kaffee.

8:30 Adrian Rogger, Vizepräsident SVP Baar, ist zuversichtlich: «Ich glaube, dass es möglich ist. Seit gestern Abend sind die Chancen für Thomas Aeschi noch gestiegen. Ich denke, sie stehen mindestens bei 50:50.» Trotzdem ist man auch nervös, hier in der Zuger SVP. Kein Wunder. «Ich habe manchmal das Gefühl, wir sind nervöser als Aeschi selber», sagt Rogger und lacht, «der sieht so entpannt aus.»

8:15 Es ist noch etwas zu früh für turbulente Debatten – die Lobrede auf die scheidende Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf löst hier noch keine grossen Emotionen aus. Immerhin ist man schon da. Allerdings fehlt die Zuger SVP-Prominenz. «Es kommen aber bestimmt noch mehr», sagt Adrian Rogger, Vizepräsident der SVP Baar. «Die meisten kommen wahrscheinlich um halb zehn, zehn, wenn’s an den Wahlgang für den freien Sitz geht.»

 



 

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3 Kommentare
  1. G. Hauf, 09.12.2015, 14:52 Uhr

    Wie kann man nur so naiv sein zu glauben, dass Aeschi gewählt werden kann ?

  2. Heinz Gadient, 09.12.2015, 13:39 Uhr

    Ganz klar, dass Blocher und seine Jünger einen Bundesrat Aeschi wollten. Dies versuchte man zu erreichen mit einem unwählbaren Tessiner und einem “überzähligen” Welschen. Zum Glück gings in die Hose!!

  3. Stefan Gisler, 09.12.2015, 11:57 Uhr
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