Outdoor boomt – nun werden Millionen investiert
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(Bild: Christine Weber)

Transa Luzern verdoppelt Verkaufsfläche Outdoor boomt – nun werden Millionen investiert

4 min Lesezeit 28.03.2017, 05:11 Uhr

Nach der Schliessung von Eiselin Sport nutzt Transa die Gelegenheit und baut in Luzern massiv aus. Rund zwei Millionen lässt sich der grösste Schweizer Outdoor-Ausrüster die Verdoppelung der Ladenfläche an der Pfistergasse kosten. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht.

Transa betreibt in der Schweiz sieben Filialen und zwei Outlet-Standorte. In Luzern wird jetzt mit der grossen Kelle angerührt und kräftig ausgebaut. In der Pfistergasse konnten nebst dem bestehenden Laden gleich zwei benachbarte Lokale dazugemietet werden, die jetzt verbunden werden: die ehemalige Höltschi-Metzg und das Möbelgeschäft Bütler. Die Geschäftsfläche wird so von 500 auf 1’000 Quadratmeter verdoppelt.

Ebenfalls verdoppelt wird die Anzahl der Mitarbeiter. Neu werden statt der bisher 14 Teilzeitler mit 800 Stellenprozent deren 24 mit 1’400 Stellenprozent die Kundschaft bedienen.

An der Pfistergasse gibt es künftig eine Front mit vier Transa-Schaufenstern.

An der Pfistergasse gibt es künftig eine Front mit vier Transa-Schaufenstern.

(Bild: web)

Lauter gute Zufälle

Die Arbeiten auf der Baustelle laufen auf Hochtouren, damit die Ladeneröffnung wie geplant vom 8. bis 10. Juni mit einem Fest über die Bühne gehen und das vergrösserte Geschäft in Betrieb genommen werden kann. Der Zeitpunkt dafür könnte kaum besser sein – die Konkurrenz steht nämlich schon vor der Tür: Ebenfalls im Sommer eröffnet die Lifestyle-Kette «Blue Tomato» in der Altstadt einen dreistöckigen Laden mit einer grossen Palette rund um Boardsport-Artikel (zentralplus berichtete). «Dass wir unseren Laden jetzt vergrössern, hat nichts damit zu tun. Blue Tomato sehen wir nicht als direkte Konkurrenz», sagt Andi Lütolf, seit vier Jahren Filialleiter Transa Luzern.

«Die Idee ist nicht, möglichst viele Filialen aus dem Boden zu stampfen. Aber Transa packt situativ die Chance, wenn es eine gute Möglichkeit zur Erweiterung gibt.»
Andi Lütolf, Filialleiter Transa Luzern

Trotzdem sei es natürlich ein guter Zufall, dass man dann parat sei mit einem erweiterten Angebot. Auch mit anderen Sachen hatte man Glück: Dass nicht nur der direkte Nachbarladen von Transa gemietet werden konnte, sondern plötzlich auch jener eine Tür weiter zu haben war. «Da haben wir zugegriffen, das ist natürlich ideal für uns», sagt Lütolf.

Beide neuen Lokale sind im Erdgeschoss und zusammen mit dem bereits bestehenden Laden gibt das von aussen eine veritable Schaufensterfront. Gemäss Lütolf entspricht dieser Ausbau der Firmenphilosophie: «Die Idee ist nicht, möglichst viele Filialen aus dem Boden zu stampfen. Aber Transa packt situativ die Chance, wenn es eine gute Möglichkeit zur Erweiterung gibt wie jetzt in Luzern.»

Wo noch vor Kurzem Möbel herumstanden, entsteht jetzt der erweiterte Transa-Laden.

Wo noch vor Kurzem Möbel herumstanden, entsteht jetzt der erweiterte Transa-Laden.

(Bild: web)

Profitiert von Ladenschliessungen

Begünstigt wurden die Pläne zum Ausbau von Transa nebst den frei werdenden Lokalitäten von einem weiteren Zufall: Das Traditionsgeschäft Eiselin Sport an der Obergrundstrasse musste im Sommer 2016 schliessen (zentralplus berichtete). Ebenfalls spezialisiert auf Bergsport war der Laden Rockstore an der Hirschmattstrasse – dieser wurde letztes Jahr von Transa übernommen und mitsamt Personal in die Firma integriert.

Seither gibt es auf dem Platz Luzern kein Fachgeschäft mehr für Berg- und Wintersport. «Diese Lücke füllen wir jetzt  und bauen entsprechend das Sortiment in diesen Bereichen aus», sagt Lütolf. Ebenfalls neu im Angebot wird alles rund ums Biken sein.

Zwei Millionen investieren

Rund zwei Millionen werden in den aktuellen Ausbau an der Pfistergasse gesteckt. Das Geschäft scheint bombig zu laufen, dass der Outdoor-Spezialist so investieren kann. Doch dahinter steckt noch mehr: Vor Kurzem ist Beat Zaugg, ehemaliger CEO von Scott Sports, als Mehrheitsaktionär bei Transa eingestiegen – ein starker Investor, der finanziell aus dem Vollen schöpfen kann. «Das hilft natürlich mit, dass wir jetzt so Gas geben können», sagt Lütolf während der Führung über die Baustelle.

Die neuen Räume befinden sich alle im Erdgeschoss und sind durch Säulen unterteilt. Nebst den Verkaufsflächen gibt es auch eine Eventfläche und einen Innenhof. «Hier gibt es eine Boulder-Wand und die Möglichkeit für andere Aktivitäten», erklärt Lütolf. Noch gibt es viel zu tun. «Der Fahrplan ist dicht. Aber wir sind gut im Zeitplan.»

Raja Bammert ist im 3. Lehrjahr und ist eine von derzeit 14 Angestellten.

Raja Bammert ist im 3. Lehrjahr und ist eine von derzeit 14 Angestellten.

(Bild: web)

Gut angezogen dem Quai entlang

Lütolf hat keine Bedenken, dass der Markt für Outdoor-Produkte in Luzern übersättigt sein könnte. «Die Nachfrage ist schlicht riesig und es gibt genügend Platz für mehrere Läden», sagt er. Ausserdem unterscheiden sich die Angebote der diversen Läden, jedenfalls für die Profis. «Manche sind eher auf Lifestyle ausgerichtet, andere wie Transa auf technische Lösungen», sagt Lütolf.

Wie die anderen Outdoor-, Sport- und Lifestyle-Läden profitiert man auch bei Transa davon, dass diese Freizeitkleidung mitsamt Zubehör und Accessoires im Trend ist. Angezogen wird die schicke Funktionskleidung nicht nur von jenen, die auf den Mount Everest klettern wollen – auch den Spaziergang dem Quai entlang nehmen viele nur noch sehr gut ausgerüstet unter die Füsse. «Schweizer stehen auf qualitativ gute und nachhaltige Ausrüstung. Das sticht einem auch in die Augen, wenn man auf Auslandsreisen ist: Schweizer sind gerne top ausgerüstet», sagt Lütolf.

Transa-Song von Adrian Stern

Das Outdoor-Unternehmen bemüht sich darum, sein Motto «Raus. Aber richtig» unter die Leute zu bringen, und hat sich über die Jahre einiges zur Vermarktung einfallen lassen. So wurde zum Beispiel 2009 extra ein Song komponiert. Gesungen wird das Natur lobende Lied von Sänger Adrian Stern. «Unsere Mitarbeitenden werden das wohl nie durch den Laden schmettern …», sagt Lütolf und lacht.

Und hier geht’s zum Transa-Song «Über Stock und Schtei»:

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