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Oops-Betreiberin erhebt Vorwürfe wegen Urkundenfälschung
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Das Oops hat aktuell wieder offen. Fraglich ist, wie lange. (Bild: wia)

Verhaftung nach Luzerner Beizenknatsch Oops-Betreiberin erhebt Vorwürfe wegen Urkundenfälschung

3 min Lesezeit 1 Kommentar 03.09.2019, 04:40 Uhr

Die Situation rund um die Bar Oops spitzt sich zu. Eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung und Hausfriedensbruch wurde eingereicht. Eine Person wurde in U-Haft genommen.

Ria Akay darf nicht mehr wirten. Die Luzernerin ist die Betreiberin der Oops-Bar an der Zentralstrasse, die kürzlich geschlossen wurde (zentralplus berichtete). Sie wehrt sich mit Händen und Füssen gegen die Schliessung ihres Luzerner Lokals.

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Umso erstaunlicher ist ein Schreiben, welches vor kurzem bei der Gastgewerbepolizei einging. Angeblich bekundete Ria Akay darin, künftig nicht mehr im Oops wirten zu wollen. Dass ein solches Dokument eingegangen ist, bestätigt die Gewerbepolizei. «Die Unterschrift, die unter dem Dokument steht, ist gefälscht», behauptet Akay jedoch. Der Vorwurf, den sie äussert: Jemand anderes habe das Schreiben aufgesetzt, damit sie ihre Wirtebewilligung verliere.

Strafanzeige gegen den Hauptmieter

Akay reichte Strafanzeige gegen den Hauptmieter der Liegenschaft an der Zentralstrasse 10 ein. Und das nicht nur wegen Urkundenfälschung, sondern auch gleich wegen Hausfriedensbruch und Diebstahl. Denn der Hauptmieter sei in der Zeit, während der Akay in den Ferien weilte, zweimal ins Lokal eingebrochen und habe die Schlösser ausgewechselt. Bei dieser Gelegenheit habe er ausserdem den Safe geleert und sowohl das Kassensystem als auch die Buchhaltungsunterlagen mitgenommen, ist Akay überzeugt.

Die Mietverhältnisse sind verworren. Der Verwalter der Liegenschaft bestätigt gegenüber zentralplus, dass er dem Hauptmieter bereits gekündigt habe. Denn dieser hatte das Lokal Oops unerlaubterweise untervermietet. Ohne dass die Verwaltung davon gewusst habe.

Akays Lokal habe der Hauptmieter nach der ausgesprochenen Kündigung wieder an die Verwaltung übergeben. Weil der Untermietvertrag ungültig ist, sei es gemäss Verwalter rechtens, Akay aus dem Lokal auszuweisen.

Not macht erfinderisch

Das sieht die Oops-Wirtin anders. Sie sei die rechtmässige Betreiberin und Besitzerin der Bar, und deshalb legitimiert, dort zu bleiben. Auch wenn sie derzeit nicht gegen Entgelt wirten darf. Die ominöse Abmeldung der Wirtschaftsbewilligung nämlich gilt so lange, bis abschliessend geklärt wird, ob es sich um eine gefälschte Unterschrift handelt oder nicht.

Dass Not erfinderisch macht, stellt nun auch Frau Akay unter Beweis. Denn anstatt wie gehabt zu wirten, «gebe ich die restlichen Getränke, die ich habe, gratis ab», wie sie in einem Instagram-Post schreibt. Wer wolle, könne sie «im Kampf für die Gerechtigkeit» mit einer Spende unterstützen.

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#scandal #luzern #gerechtigkeit #oopscafebar

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Die Strafuntersuchungen gegen den Hauptmieter wurden gemäss Staatsanwaltschaft am 19. August aufgenommen. Zehn Tage darauf fand die Einvernahme des Beschuldigten statt. Viel zu spät, kritisiert der Luzerner Anwalt Mario Schenkel. «Frau Akay hat bereits am 12. August 2019 Anzeige erstattet.» Als ihr Anwalt bemerkt habe, dass die Polizei trotz des begangenen Einbruchdiebstahls nichts unternehme, hätte er am 16. August 2019 eine Strafklage eingereicht. «Die Daten der Staatsanwaltschaft stimmen nicht», kritisiert Schenkel.

«Es ist absolut unverantwortlich, bei diesen schweren Delikten 17 Tage zuzuwarten und dann den Hauptbeschuldigten noch eine Vorladung zuzustellen, statt diesen unverzüglich in Haft zu nehmen.» Dies insbesondere, da Verdunkelungsgefahr gedroht habe. «Es war absehbar, dass der Verdächtige auf Beweismittel einwirken würde, was er auch getan hat», so der Anwalt.

Dem Vorwurf, zu langsam gehandelt zu haben, widerspricht Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft. «Es ist üblich, dass man erst Fakten zusammenträgt und beispielsweise auch den Kläger befragt und eine Einvernahme mit dem Beschuldigten plant.»

Polizei führte mehrere Hausdurchsuchungen durch

In der gegebenen Zeitspanne hätte der Beschuldigte theoretisch die Möglichkeit gehabt hätte, allfälliges Beweismaterial zu vernichten. Diesen Vorwurf kontert Kopp: «Das ist falsch. Der Beschuldigte wurde befragt und es wurden mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt.»

Weiter erklärt Kopp, dass am letzten Donnerstag gar eine Person festgenommen worden sei und entsprechende Hausdurchsuchungen durchgeführt worden waren. Beim Festgenommenen soll es sich gemäss einer Quelle von zentralplus um einen Komplizen des Hauptmieters handeln.

Der Beschuldigte und dessen Anwalt möchten derzeit wegen der laufenden Ermittlungen zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen gegenüber zentralplus.

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1 Kommentare
  1. Joseph de Mol, 03.09.2019, 16:00 Uhr

    Ich werde irgendwie das Gefühl nicht los, dass hier jemand “Jurisdiktion” mit subjektivem Rechtsempfinden gleichsetzt. Nicht ganz dasselbe.