Ohne Schaub und Sorgic fehlen Blitz und Donner im FCL-Angriff
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Er weiss um die erstklassige Torchance, die er vergeben hat: FCL-Stürmer Yvan Alounga nach dem Schlusspfiff gegen Sion. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Ihre Kreativität wurde schmerzlich vermisst Ohne Schaub und Sorgic fehlen Blitz und Donner im FCL-Angriff

4 min Lesezeit 2 Kommentare 21.03.2021, 21:00 Uhr

Einsatz, Wille, Leidenschaft – alles war da beim FC Luzern. Aber es fehlte die Kreativität, die zündende Idee, um den Sittener Defensivbeton sprengen zu können. Der Auftritt im letzten Spiel vor der Nati-Pause zeigte schonungslos auf: Ohne Louis Schaub und Dejan Sorgic ist der FCL in der Offensive aufgeschmissen.

Nein, eine Überraschung war es nicht, dass der FCL seinen Motor nicht in Schwung brachte. Das Angriffsspiel stotterte, gefährliche Szenen vor dem Tor der Sittener gerieten zur Rarität. Und das lag nicht nur an der destruktiven Spielweise des Gastes (zentralplus berichtete).

Sondern vielmehr daran, dass dem Luzerner Offensivspiel die Urgewalt fehlte. Was Louis Schaub mit seiner Vista, seiner Spielintelligenz und Technik auf den Rasen blitzt, das donnert Dejan Sorgic bisweilen gerne ins gegnerische Netz. Vor allem dank der Durchschlagskraft der beiden fällt der höchste Wert an Gegentoren in der Liga nicht zu stark ins Gewicht.

16 Tore und zehn Assists hat das Duo infernale bislang zum offensiven Glück der Luzerner beigetragen. Mit den bislang sieben Toren und zwei Assists, die mit dem verletzten Marvin Schulz wegfallen, fehlte gegen Sion die Hälfte der bisherigen FCL-Torproduktion (total 45 Treffer).

Stellvertreter steckten in grossen Fussballstiefeln

Es wäre daher eine umso grössere Überraschung gewesen, hätte der FCL diese gewichtigen Absenzen in seinem Angriffsspiel ohne Weiteres weggesteckt. Ihre Stellvertreter steckten in grossen Fussballstiefeln.

Der 18-jährige Yvan Alounga hatte nicht das Volumen des verletzten Dejan Sorgic im Sturmzentrum. Er konnte die Bälle nicht so halten und ablegen wie die 31-jährige Stammkraft.

Dennoch hätte Yvan Alounga zum Matchwinner werden können. Aber im entscheidenden Moment fehlte ihm die Kaltblütigkeit, um einen Querpass aus fünf Metern im gegnerischen Tor unterzubringen. Es wäre das 1:0 für den FCL gewesen und es hätte die Charakteristik der Partie verändert. Sion hätte endlich etwas fürs Spiel tun müssen.

«Wir hätten aus ein, zwei Aktionen mehr machen müssen.»

FCL-Verteidiger Marco Burch

Filip Ugrinic bemühte sich redlich, den Gelb-gesperrten Louis Schaub zu geben. Aber in dieser offensiven Aufstellung, in welcher der FCL zum ersten Mal in dieser Saison antrat, hatte er die wohl schwierigste Aufgabe von allen auf dem Platz.

Doch dem aufstrebenden Youngster glückte das Highlight aus Luzerner Sicht: Er bewahrte die Seinen mit einem schönen Distanzschuss zum 1:1 vor einer schmerzhaften Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten um den Ligaerhalt.

Wenn offensiv nicht mehr viel kommt

In der Einschätzung der eigenen Vorstellung glichen sich die Voten der FCL-Protagonisten hinterher. Goalie Marius Müller befand, dass offensiv zu wenig gekommen sei. Offensivspieler Pascal Schürpf bemängelte die Präzision im Spiel nach vorne. Und Verteidiger Marco Burch fehlte der letzte Pass und die Überzeugung im Angriffsspiel.

«Für mich waren es trotzdem eher zwei verlorene als ein gewonnener Punkt», ordnete Marco Burch das Remis ein. «Wir hätten aus ein, zwei Aktionen mehr machen müssen.»

FCL-Trainer Fabio Celestini war es ein Anliegen, vor der fast zwei Wochen dauernden Nationalmannschaftspause die positive Bilanz seines Teams im 2021 in den Fokus zu rücken: «Ohne Vorbereitung haben wir 19 Punkte in 12 Spielen, die praktisch allesamt im Drei-Tages-Rhythmus stattfanden, geholt. Und wir stehen in den Cup-Viertelfinals. Das macht mich stolz.»

Happige Herausforderung für den FCL-Sportchef

Dennoch hat diese Partie den Luzernern zwei wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die sportliche Zukunft geliefert:

  • Ohne Schaub und Sorgic ist der FCL offensiv aufgeschmissen. Er ist in seinen Angriffsaktionen berechenbar, weil die zündende Idee fehlt. Dergestalt kreiert er nur einen Bruchteil der Chancen. Es ist eine ungeheure Effizienz vonnöten, um mit diesen Voraussetzungen auf längere Sicht erfolgreich sein zu können.
  • Ohne Schaub und Sorgic fällt der FCL spielerisch auf jenes Niveau zurück, als er Fussball noch zu arbeiten pflegte. Er kann keinem Gegner sein Spiel aufzwingen. Seine Attraktivität wird überschaubar sein und nicht dazu dienen, die Fans zu begeistern und die Auslastung des Stadions auf der Allmend wieder Schritt für Schritt zu steigern. Sofern denn Zuschauer endlich wieder erlaubt sind.

Aus diesen Erkenntnissen leitet sich eine happige Herausforderung für FCL-Sportchef Remo Meyer ab: Wenn es aus finanziellen Gründen nicht gelingen sollte, Louis Schaub zu halten (zentralplus berichtete), ist möglichst adäquater Ersatz auf der Position des Spielmachers gefragt.

Davon hängt das sportliche Wohl des FC Luzern in der nächsten Saison ab.

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2 Kommentare
  1. Franz Schmidger, 22.03.2021, 14:11 Uhr

    Der FCL stets am abgrund zur Nati B. Hoffentlich haben die Feldspieler, welche gestern auf dem Platz gestanden sind gemerkt, dass sie etwa 3-Liga-Niveau entsprachen. Die meisten von Ihnen, im Sturm wie in der Verteidigung, waren nicht in der Lage, eine Ball richtig anzunehmen und zu stoppen. das lernt man die E-Junioren. Auch sind sie nicht in der Lage, vorn einen Schuss abzugeben, oder hinten einen Ball wegzuschlagen ohne den gegnerischen Spieler anzuschiessen. Diese Tatsachen wurden gestern schonungslos aufgedeckt, was in normalen Zeiten durch die Klasse von Schaub, Sorgic und Schulz vergessen gehen. Deshalb nächste 2 Wochen Übungen in Ball annehmen und Bälle stoppen, Schüsse einigermassen gezielt abgeben.

  2. Michel von der Schwand, 22.03.2021, 09:31 Uhr

    Immer wieder Ausreden! Jetzt ist es die destruktiven Spielweise des Gegners. Alounga verstolpert das 1:0 nicht aus Unvermögen. Schuld ist der schlechte Zustand (Acker) des Rasens, dass er dnn Querpass aus fünf Metern nicht im gegnerischen Tor unterbringt. Da fragt man sich, was der Greenkeeper in Luzern macht oder ob es diese Stelle überhaupt gibt. Ohne Schaub und Sorgic, aber wo sind deren Backups? Hier darf man kritisch die Leistung des Sportchef analysieren. Kann ja wohl nicht sein, dass zwei Spieler fehlen und die Mannschaft fällt quasi in sich zusammen. Natürlich hat der FC Luzern gekämpft und dies macht das Team bis auf das Gegentor nicht schlecht.

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