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«Ob ich den Wechsel nach Wolfsburg bereue? Nein!»
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Ein Bild im FCL-Dress von Rodríguez gibt es noch nicht. zentralplus fotoshopped ihn deshalb in die Swissporarena (Montage les).

Interview mit FCL-Neuzugang Rodríguez «Ob ich den Wechsel nach Wolfsburg bereue? Nein!»

7 min Lesezeit 09.09.2016, 18:19 Uhr

Als junges Talent wechselte Francisco Rodríguez im vergangenen Sommer in die Bundesliga. Fast ohne Einsatzzeit wurde er in der Rückrunde abgeschoben, und nun ist er zurück in der Schweiz. Er will zeigen, was er kann. Und, er hat nicht vergessen, woher er stammt.

Auf den letzten Drücker hat der FC Luzern im abgelaufenen Transferfenster Francisco Rodríguez (20) verpflichtet (zentralplus berichtete). Nachdem er noch zwei Spiele für die Schweizer U21-Nati gemacht hatte, absolvierte er diesen Donnerstag sein erstes Training beim FCL. Diesen Freitag wurde er im Rahmen einer Medienkonferenz vorgestellt.

Der Jüngste der Rodríguez-Brüder – Roberto (26) spielt beim FC Zürich und Ricardo (24) beim Vfl Wolfsburg – begann beim FC Schwamendingen. Über die Junioren des FC Winterthur kam er in die U21 des FC Zürich. Nach starken Leistungen wurde er schon bald in die erste Mannschaft des FCZ berufen. Im letzten Sommer wechselte er für eine geschätzte Ablöse von 1,2 Millionen Euro nach Wolfsburg zum Club seines Bruders.

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Hartes Brot in Wolfsburg

In Wolfsburg konnte Rodríguez aber nie wirklich Fuss fassen, weshalb er nach einem halben Jahr in die zweite Bundesliga nach Bielefeld ausgeliehen wurde. Obwohl er dort wesentlich mehr Spielpraxis bekam, liess der nächste Rückschlag nicht lange auf sich warten. Gegen Ende der Saison musste Rodríguez verletzungsbedingt pausieren. Diesen Sommer nun wurde Rodríguez von Wolfsburg nach Luzern ausgeliehen – der FCL besitzt eine Kaufoption. Der Mittelfeldspieler ist gemäss Aussage von Trainer Markus Babbel beim Spiel gegen YB diesen Samstag im Kader (siehe Box). zentralplus hat sich Rodríguez an der Pressekonferenz geschnappt und wollte ihn näher kennenlernen.

zentralplus: Francisco Rodríguez, willkommen in Luzern. Sind Sie gut angekommen?

Francisco Rodríguez: Ja, die Spieler haben mich sehr gut aufgenommen, sowie auch der ganze Staff.

zentralplus: Sie hatten zwar sehr wenig Einsatz, haben aber in der Vorrunde der vergangenen Saison mit dem Vfl Wolfsburg trainiert. Als junger ambitonierter Spieler kamen Sie in eine neue Mannschaft und trainierten plötzlich mit Superstars wie Draxler oder Schürrle. Wie war das?

Rodríguez: Sehr cool und wirklich wichtig. Das sind Spieler mit enorm viel Erfahrung auf einem Top-Niveau, wie ich in jedem Training erleben durfte. Es ist einfach unglaublich, wie viel man da mitnehmen kann. Es war klar für mich, dass es hart wird und die Einsatzchancen gering sind, aber ich hab im Training immer alles gegeben.

«Schlussendlich entscheidet der Trainer, wo er mich aufstellen will.»

zentralplus: Sie bereuen den Wechsel also nicht?

Rodríguez: Nein. Ich muss sagen: Ich froh bin, diesen Schritt im letzten Sommer gemacht und so meine Erfahrungen gesammelt zu haben. Jetzt bin ich wieder hier und versuche diese Erfahrungen mit viel Spielfreude auf den Rasen zu bringen.

Rodríguez während des Trainings in Wolfsburg:


 

zentralplus: Haben Sie noch Kontakt nach Wolfsburg?

Rodríguez: Ja, in allen Mannschaften, bei denen ich bis jetzt war, hatte es immer super Typen dabei. Ich wurde als junger Spieler immer gut aufgenommen. Übrigens: auch in Bielefeld habe ich noch ein paar Kollegen.

zentralplus: Das Mittelfeld des FCL ist im Moment sehr gut aufgestellt. Sie sind sehr variabel einsetzbar. Auf welcher Position würden Sie am liebsten spielen?

Rodríguez: Für mich ist es erstmals wichtig, dass ich hier in Luzern Fuss fassen kann. Schlussendlich entscheidet der Trainer, wo er mich aufstellen will. Dass ich variabel einsetzbar bin, kommt mir sicher entgegen. Ich habe gerne viele Ballkontakte und will meine Technik nützen können. Somit gibt’s im FCL-System viele Positionen für mich.

Das Rodríguez Fussball spielen kann, beweist er bei diesem Freistoss, den er auf seinem Instagram-Profil gepostet hat:


 

zentralplus: Am Ende in Bielefeld waren Sie noch verletzt. Sind Sie wieder gesund?

Rodríguez: Ja, ich fühle mich topfit. Vor drei Monaten habe ich meine Hand wegen eines Bruches, den ich mir bereits in Zürich zuzog, operieren lassen. Jetzt ist aber alles wieder gut.

«Meine Brüder und ich vergessen nie, woher wir kommen.»

zentralplus: Markus Babbel hat erwähnt, dass Sie unbedingt nach Luzern kommen wollten. Können Sie das erklären?

Rodríguez: Das Gesamtpaket hat mich einfach überzeugt. Der Trainer und der Sportchef haben mir ihr Vertrauen zugesprochen, und jetzt bin ich motiviert, auf dem Platz zu zeigen, was ich kann.

Haben Grund zur Freude: Trainer Markus Babbel (von links), Chefscout Remo Gaugler, Neuzuzug Francisco Rodríguez und FCL-CEO Philipp Studhalter.

Haben Grund zur Freude: Trainer Markus Babbel (von links), Chefscout Remo Gaugler, Neuzuzug Francisco Rodríguez und FCL-CEO Philipp Studhalter.

(Bild: zVg)

zentralplus: Spielt bei Ihrem Wechsel zurück in die Super League nur das Sportliche eine Rolle, oder ging es auch darum, zurück in die Nähe Ihres familiären Umfeldes zu kommen?

Rodríguez: Das spielt sicherlich eine Rolle. Wie gesagt, den Schritt in die Bundesliga zu machen, bedeutet für einen jungen Spieler viele Veränderungen. Ich komme nun zurück – immer noch als junger Spieler, aber ich habe viel erlebt und werde versuchen, meine Erfahrung auch auf dem Spielfeld einzubringen.

zentralplus: Wie wichtig Ihnen Ihr Umfeld ist, zeigt sich auch darin, dass Sie ein Fussballlager aus Ihrem Heimatquartier in Schwamendingen unterstützen. Erzählen Sie davon.

Rodríguez: Meine Brüder und ich vergessen nie, woher wir kommen. Wir haben da viele schöne Zeiten erlebt und wollen auf diese Art dem Quartier etwas zurückgeben. Wir haben diese Lager früher selber besucht, und wir wissen, in welcher finanziellen Situation manche Familien da leben. Wir sind jetzt Fussballer und leben ein Leben, dass sich da viele wünschen. Wir vergessen unseren Ursprung aber nicht und helfen gerne. So wurden wir erzogen, und wir müssen uns nicht verändern, nur weil wir uns jetzt mehr leisten können.

Auf Instagram posieren die drei Brüder:


 

zentralplus: Nach Zürich und Wolfsburg muss Ihnen Luzern wie ein Dorf vorkommen. Wie kommen Sie damit zurecht?

Rodríguez: Was heisst Dorf? Ich finde Luzern eine wunderschöne Stadt, ähnlich wie Zürich. Aber ich weiss eigentlich noch gar nicht, wo ich eine Wohnung nehmen werde. Entweder in Zürich, in Luzern oder irgendwo dazwischen.

zentralplus: Sie tragen die Rückennumer 68. Was bedeutet diese Zahl für Sie?

Rodríguez: Sehr viel. Das ist der Jahrgang meiner Mutter (Anm. der Red.: Rodríguez’ Mutter verstarb im vergangenen Jahr), und nachdem ich mich für diese Nummer entschieden hatte, stellte ich fest, dass es auch zweimal die 34 ist – also die Rückennummern meiner Brüder. Somit ist das eigentlich eine super Wahl für mich.

Babbel macht internes Störfeuer für St.-Gallen-Niederlage verantwortlich

Diesen Samstag um 20 Uhr findet das Verfolgerduell Young Boys gegen den FC Luzern statt (verfolgen Sie das Spiel im zentralplus-Liveticker). Es bietet sich die Möglichkeit, YB auf sechs Punkte zu distanzieren und so den zweiten Rang in der Super League zu festigen. «Wenn die Chance da ist, muss man zugreifen», sagte Markus Babbel an der Medienkonferenz kühl, «und die Chance ist gross.»

Dazu muss die Mannschaft aber anders auftreten als zuletzt gegen St. Gallen. Neben der Hitze sei für die 3:0-Niederlage auch ein internes Thema verantwortlich gewesen, das der Mannschaft zu viel Energie geraubt habe. Dieses soll aber intern bleiben, erklärte Babbel. «Jeder Schaden soll seinen Nutzen haben», meinte er. Man müsse aus dem vergangen Spiel die richtigen Lehren ziehen. Nur so sei YB schlagbar.

Verteidiger François Affolter ist ebenfalls optimistisch, auch wenn der Kunstrasen in Bern sicherlich ein kleiner Vorteil für die Young Boys sei. Man habe auf Kunstrasen trainiert und werde so hoffentlich den Bernern entgegenhalten können. Der neue Mittelfeldspieler Francisco Rodríguez spielt wahrscheinlich nicht von Anfang an, wird aber im Kader sein.

 

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