Nur einer ist bei den FCL-Fans unbeliebter als Bernhard Alpstaeg
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Der FCL muss wohl oder übel an seiner Holding arbeiten. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Fan-Umfrage zu den FCL-Aktionären Nur einer ist bei den FCL-Fans unbeliebter als Bernhard Alpstaeg

4 min Lesezeit 5 Kommentare 30.01.2021, 19:50 Uhr

Die Fangemeinschaft des FC Luzern hat sich in einer Umfrage klar ausgesprochen: Während die Anhänger des Fussballclubs mit der sportlichen Führung des Teams ziemlich zufrieden sind, zeichnet sich gegenüber der Trägerschaft ein grosses Misstrauen ab.

Eine Umfrage der Fan-Dachorganisation «USL», hat rund 1’000 Fans des FC Luzern dazu bewogen, ihren Lieblingsclub zu bewerten. Der Titel der Umfrage lautet «Wem ghört de FCL?» – gefragt wurde also nach der Meinung zur Vereinsführung und nicht zum Team, das auf dem Platz steht.

Auch wenn es sich nicht um eine repräsentative Statistik handelt: Die Umfrage gibt sehr wohl Auskunft, was eingefleischte FCL-Fans von ihrem Club halten, die sich am liebsten auf der Stehrampe oder der Gegengerade die Heimspiele in der Swisspor-Arena anschauen. Und solche, die auch schon mal mit einem Saisonkarten-Boykott drohen, wenn sie sich mit der Vereinsführung nicht einig sind (zentralplus berichtete).

Und es zeigt sich: Mit dem Club an sich sind die meisten zufrieden.

Sportchef Remo Meyer erhält eine genügende Note

Gerade auch, was die sportliche Leitung des Clubs angeht, ist die Bewertung der Fangemeinschaft des FCL gar nicht mal so schlecht ausgefallen. Mit einer Durchschnittsnote von 4,1 bekommt der Sportkoordinator Remo Meyer eine genügende Leistung zugeschrieben. Angesicht seiner schwierigen Aufgabe, gute Transfers mit knappem Budget zu tätigen, ist das doch eine respektable Bewertung von den durchaus als kritisch zu betitelnden eingefleischten Fans.

FCL-Sportchef Remo Meyer erhält von den kritischen Fans eine genügende Note.

Die Holding ist weit weg von der Basis

Etwas weniger zufriedenstellend steht es um die Tätigkeit der FCL Holding gegenüber der Öffentlichkeit. Immer wieder kam es in letzter Zeit zu Grabenkämpfen zwischen den Investoren, was unter Fans ein gewisses Misstrauen ausgelöst haben dürfte. Insbesondere der Konflikt zwischen den «Sieberianern» und den «Zeugen Alpstaegs» trug nicht unbedingt zur Imagepflege des FCL bei (zentralplus berichtete). Die Umfrage zeigt klar: Die meisten der FCL-Anhänger können kaum etwas mit der Aktionärsgesellschaft, die hinter dem Fussballclub steht, anfangen.

Josef Bieri (links) und FCL-Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg geniessen unterschiedlich grosses Vertrauen bei den Fans.

Entscheidend für die negative Wahrnehmung bei den regelmässigen Stadionbesuchern dürfte sein, dass die Geschehnisse innerhalb der Holding sehr undurchsichtig sind. Gerade mal gut 14 Prozent aller Teilnehmer der Umfrage finden, sie blickten beim Wirken der Grossaktionäre und der Investoren durch. Für die allermeisten – genau 81,7 Prozent der Befragten ist die Holding undurchsichtig und zu kompliziert.

Marco Sieber holt sich den Titel als unbeliebtester Aktionär

Schliesslich zeigen sich die Auswirkungen des bereits genannten Konflikts zwischen den verschiedenen Aktionärsgruppen, wenn es um die Köpfe geht: Während es kein Geheimnis ist, dass sich Bernhard Alpstaeg, mit seiner Firma Namensgeber der Swisspor-Arena, mit seinen öffentlichen Auftritten nicht gerade beliebt macht bei den Fans, ist Marco Sieber wohl aus anderem Grund auf dem letzten Platz gelandet.

So dürfte es unter anderem die drohende Aktien-, sprich Machtabgabe an Alpstaeg sein, die im Raum steht, weshalb ihm die Fans nicht (mehr) vertrauen. Sieber und Konsorten wollen nämlich als Geldgeber aussteigen – das Ende in dieser Geschichte steht allerdings noch aus.

Josef Bieri, FCL-Vizepräsident und einziger im Amt verbliebener Verwaltungsrat mit Aktienanteilen, geniesst von allen Investoren das grösste Vertrauen. Der 60-Jährige kommt aus Sursee und arbeitet als Finanzspezialist beim Vermögensverwalter Partners Group in Baar.

Auch wenn er nicht zu den Aktionären gehört, fällt bei der Umfrage auf, dass nicht explizit nach dem FCL-Präsidium von Philipp Studhalter gefragt wurde. Sein Status lässt sich nur zwischen den Zeilen erahnen.

Fans wollen weg vom «Modell Stierli»

Für die Umfrageautoren ist unter dem Strich klar, dass «das von Walter Stierli einst als Hausbank initiierte Holding-Projekt für den FCL zur Hypothek» geworden ist, wie es auf der USL-Website heisst. In der Öffentlichkeit nehme der Club ab den «wieder und wieder auftauchenden kleineren und grösseren Skandalen, die direkt oder indirekt mit den Vertretern der Holding zu tun haben», grossen Schaden.

Sie fordern deshalb mehr Klarheit in den Strukturen und eine höhere Fussballkompetenz in der Vereinsführung. Nicht zuletzt wollen sie, das ist wenig überraschend, auch als Fans mehr Mitspracherecht.

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5 Kommentare
  1. Peter Lehmann, 02.02.2021, 10:52 Uhr

    Herren Tanner und Scherrer wenn Sie’s denn wirklich sind: Ich glaube, niemand ausserhalb der Teppichetage versteht das dubiose System besser als die Fans, welche diese Umfrage auf die Beine gestellt haben. Mit ihrer Aussage disqualifizieren Sie sich selbst!
    Eine Lektüre des «Stelzblogs» beantwortet so einige Fragen und legt so einige Geschehnisse und Vetternwirtschaft in der Holding offen. Das System ist sehr verzweigt, hätte ursprünglich aufgrund total unrealistischer Annahmen der «Gründer» Alpstäg und Stierli massig Geld abwerfen sollen. Doch leider waren nicht nur die Annahmen völlig weltfremd, sondern die Inhaber ebenso fern von der Basis, den Fans. Das zeigt sich seit Jahren recht deutlich in den Verlusten, aber auch im Vertrauensverlust der Fanbasis in die Führung. Zuschauerschwund lässt grüssen..
    Logisch wäre beim FCL Lichterlöschen ohne Alpstäg. Der Herr lässt aber auch niemand anderen etwas entscheiden. Also soll er auch Geld abdrücken in ein von ihm mitbegründeten System, immerhin da ist er konsequent.
    Der FCL muss unbedingt zurück zu seiner Basis, wissen was wirklich wichtig ist. Um den Turnaround zu schaffen und die Fans wieder zurückzuholen muss einiges gehen. Die aufgebauten Strukturen und das weltfremde System sind aber natürlich ein grosser Klotz am Bein.

    @ Tanner: Um einen Fussballklub am Leben zu erhalten und diesem ebendieses einzuhauchen braucht’s eben mehr als nur Geld und Macht. Ich bin überzeugt, all die von Ihnen verunglimpften Fans investieren prozentual weit mehr Leidenschaft und Geld in ihren Lieblingsverein als die Geldsäcke in der Teppichetage. Es geht nur gemeinsam, wieso also dieser peinliche Angriff auf die aktivsten Fans, die die Problematiken wenigstens einmal aufs Tapet gebracht haben?

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    1. CScherrer, 08.02.2021, 16:01 Uhr

      Bitteschön von einem dubiosen System sind wir in Luzern aber so weit entfernt. Sie offenbaren, dass Sie es nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Aber egal! Walter Stierli hat für den FC Luzern sehr viel getan. Dank Walter Stierli hat der FC Luzern ein neues Stadium erhalten. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass Walter Stierli sein politisches Engagement dazu genutzt hat, Brücken zu schlagen. Sprechen Sie mit einer Frau Rosie Bitterli ruhig mal darüber. Sie werden merken, dass hier grossartige Arbeit geleistet worden ist und ich wage zu behaupten, dass ohne dieses Engagement und die Fähigkeit diese Brücken zu schlagen, die Stadt Luzern heute noch kein Stadium hätte. Ich gebe Ihnen recht, dass der FC Luzern ein Stück weit zurück zur Basis finden sollte. Fakt aber bleibt, dass es sich in keinster Art und Weise um ein weltfremdes System handelt. Ohne dieses bewährte System wäre der FC Luzern wohl oder übel auch einem dieser dubiosen Investoren auf den Leim gekrochen oder es gäbe den Verein gar nicht mehr.

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  2. Mac Tanner, 31.01.2021, 15:24 Uhr

    Logisch sind die mickrigen 1‘000 Umfrageteilnehmer von hinter dem Tor und der Gegengerade alle gegen die Aktionäre und das Konstrukt mit der Holding etc. Warum? Weil sie es einfach nicht verstehen! Die mögen gut sein im malen von Plakaten, Bier trinken, gröhlen und randalieren. Und noch was, ohne Alpstaeg wäre beim FCL längst Lichterlöschen!

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    1. CScherrer, 01.02.2021, 12:14 Uhr

      Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Richtig, Herr Tanner. Diese Möchtegerne-Fussballromantiker und Pyro-Fetischisten verstehen es tatsächlich nicht. Irgendwann werden sie dann vielleicht doch noch feststellen, dass dank Bernhard Alpstaeg der FC Luzern nicht an dubiose russische Investoren oder andere Gangster verscherbelt worden ist. Würde mich wunder nehmen, ob denen dann der Dosenstier noch gut bekommt.

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    2. Spiegelei, 03.02.2021, 13:54 Uhr

      Immer wieder erheiternd wie man krampfhaft versucht, die Fans als weltfremde Idioten hinzustellen. Nach Konsultation des Stelzblogs würde ich mal behaupten, dass die entsprechenden Verfasser vielleicht nicht den totalen Durchblick in diesem verschleierten System «FCL Holding» haben, aber doch zumindest so viel wie niemand anderes ausserhalb der direktinvolvierten Grossaktionäre. Ausserdem: Nur weil man Alpstaeg und das Holding-Konstrukt kritisiert, heisst das ja noch lange nicht, dass man die entsprechenden Herren alle verjagen will. Die Umfrage hat ja eben auch gezeigt, dass eine Mehrheit das Konstrukt «bloss» reformieren will (nur ca. 1/4 will es grundlegend umbauen). Wenn man sieht, was die Herren Alpstaeg + Co. bzw. die Holding an sich in den letzten Jahren eben (offensichtlich!) ganz bestimmt nicht nur Positives bewirkt hat, ist diese Forderung doch nicht ganz so abwegig? Und dass in der Schweiz in vielen gesellschaftlichen Bereichen (Staat, Kommunen, Genossenschaften, Vereine, etc.) eben nicht nur derjenige das Sagen hat, der (in Franken) am meisten bezahlt, sondern alle, die sich daran beteiligen und sich die Fans so ein demokratische(re)s System, dass auch sonst doch relativ gut funktioniert, auch beim FCL wünschen, dass halte zumindest ich für alles andere als irgendwie verblendet oder romantisierend. Aber eben: Anstatt sich selber Gedanken darüber zu machen, wie man den FCL besser machen kann, wird alles, was von Fanseite her vorgeschlagen wird, einfach per se abgelehnt und lächerlich gemacht. So kommt der FCL auch nicht weiter. Und das Risiko, dass der FCL dereinst eben doch in den Händen von irgendwelchen dubiosen internationalen Fussballbusiness-Konstrukten à la GC/Lausanne+Co. landet, wird dadurch auch ganz bestimmt nicht kleiner. Ganz im Gegenteil.

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