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Nun will auch Luzern moderne Infrastruktur statt alte Telefone
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Das Telefon funktioniert noch, der Trakt ist seit 2011 gesperrt: Bei einem Erdbeben hätte das Gewicht der Bücher das Magazin zum Kippen bringen können. (Bild: lru)

Sonderkredit von 18 Millionen Franken beantragt Nun will auch Luzern moderne Infrastruktur statt alte Telefone

3 min Lesezeit 04.12.2018, 04:41 Uhr

Die Telefonie-Infrastruktur der Luzerner Verwaltung stammt aus den 1990er-Jahren. Als letzter Kanton hat Luzern noch keine moderne Lösung. Das soll sich nun ändern. Trotz Kosten von 18 Millionen Franken will die Regierung damit sparen.

Luzern ist der einzige weisse Fleck auf der Schweizkarte: Der Kanton setzt noch auf eine Telefon-Infrastruktur aus dem letzten Jahrtausend und besitzt als einziger keine integrierte Kommunikations- und Kollaborationslösung (UCC-Lösung). Der Regierungsrat beantragt deshalb einen Sonderkredit von 18 Millionen Franken.

Mit der stolzen Summe soll die traditionelle Telefonie in der Verwaltung und bei den Gerichten abgelöst werden – und einer UCC-Lösung Platz machen. Die aktuelle Telefonie-Infrastruktur wurde in den 1990er-Jahren beschafft und genüge den Anforderungen an einen modernen Arbeitsplatz nicht mehr. Sie umfasst eine zentrale Anlage, mit der rund 6000 ISDN-Anschlüsse und analoge Telefonapparate verbunden sind. Weil die Hardware am Lebensende angekommen ist, musste sie ohnehin erneuert werden.

Höhere Produktivität erhofft

Diese Gelegenheit will die Regierung nutzen, um die Verwaltung ins digitale Jahrtausend zu katapultieren. Mit der Einführung einer UCC-Lösung werde der Informationsaustausch für die Mitarbeitenden untereinander, mit ausserkantonalen Behörden, insbesondere mit dem Bund, sowie mit den Einwohnern und den Unternehmen stark vereinfacht.

«Der Kanton Luzern befindet sich somit gegenüber den anderen öffentlichen Behörden im Rückstand.»

Luzerner Regierungrat

Die neue Soft- und Hardware ermögliche es der kantonalen Verwaltung und den Gerichten zudem, mobile Arbeitsformen und eine verbesserte Zusammenarbeit und Arbeit im Homeoffice anzubieten. Zudem kann laut der Regierung vermehrt auf Reisen verzichtet werden. Wie die Stadt Luzern will auch der Kanton auf «Skype for Business» setzen.

Der Regierungsrat erhofft sich von der neuen Kommunikationslösung eine höhere Produktivität der Verwaltung und verweist auf ähnliche Effekte bei Firmen. Auch deshalb hätten praktisch alle grösseren Unternehmen sowie alle anderen kantonalen Verwaltungen und der Bund solche Lösungen bereits eingeführt oder für die nahe Zukunft geplant. «Der Kanton Luzern befindet sich somit gegenüber den anderen öffentlichen Behörden im Rückstand», schreibt die Regierung.

Wichtig für Gebäude am Seetalplatz

Die UCC-Lösung sei zudem eine wichtige Voraussetzung für das zentrale Verwaltungsgebäude am Seetalplatz in Emmen. Dort wird eine Mehrheit der Mitarbeitenden keinen fixen Arbeitsplatz mehr haben.

Den Zuschlag für die Einführung und den Betrieb der neuen Infrastruktur hat die Firma Sunrise Communications AG erhalten. Die neue Lösung soll ab Mitte 2020 in den Rechenzentren des Kantons Luzern betrieben werden.

Der Kanton Luzern ist der weisse Fleck auf der Karte – diese Lücke soll nun geschlossen werden.

Der Kanton Luzern ist der weisse Fleck auf der Karte – diese Lücke soll nun geschlossen werden.

Die jährlichen Ausgaben für den Betrieb und Support der neuen Lösung betragen rund 1 Million Franken. Das ist zwar mehr als doppelt so viel wie die heutigen Betriebsausgaben von jährlich 435’000 Franken. Doch die Regierung rechnet insgesamt mit Einsparungen von jährlich drei Millionen Franken. Das Projekt ist denn auch Teil der Organisationsentwicklung 17, mit der die Regierung in der Verwaltungstätigkeit Sparmöglichkeiten ausgelotet hat.

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