Nun muss im Schulunterricht gebrüllt werden
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An allen Eingängen gibt es Desinfektionsmittel. (Bild: mam)

Erster Tag mit Maske in der Kanti Zug Nun muss im Schulunterricht gebrüllt werden

3 min Lesezeit 2 Kommentare 17.08.2020, 16:30 Uhr

Mit Verständigungsproblemen und beschlagenen Brillengläsern: Für über 1’500 Leute hat am Montag an der Kanti Zug das neue Schuljahr mit einem Maskenobligatorium begonnen. Schülerinnen und Lehrer müssen sich daran gewöhnen, sind aber froh, dass sie sich nach Monaten des Fernunterrichts im Klassenzimmer wiedersehen.

«Es ist ungewohnt», sagt Ava Burke zum Schulunterricht mit Schutzmaske. Der erste Morgen des neuen Schuljahres an der Kantonsschule Zug liegt hinter ihr. Nun unterhält sie sich mit ihrer Kollegin Alice André beim Haupteingang des Gebäudes – ohne Mundbedeckung. «Es wird unter der Maske nach einer Weile schon ein wenig heiss», erklärt diese.

Sie vermute, dass die Pausen zwischen den Lektionen von den Schülerinnen und Schülern noch mehr herbeigesehnt werden als sonst – um draussen ohne Schutzvorrichtung frische Luft zu schnappen.

Härtetest kommt mit der nächsten Hitzewelle

Bei einer Gruppe von Oberstufenschülern sieht man das ähnlich – allerdings gewöhne man sich nach einer Weile an die Schutzmaske. «Vielleicht ist es heute auch nicht so lästig, weil es nicht so heiss ist», sagt einer. Tatsächlich herrschen zum Schulbeginn wechselhafte Witterung und gemässigte Temperaturen.

Hygienemasken beherrschen das Bild

Das Schuljahr habe eigentlich ganz normal begonnen, sagt Alice André. Auch wenn es am Anfang eine Einweisung ins Schutzkonzept gegeben habe.

Gut 1’400 Schüler und 175 Lehrer sind am Montag an der grössten Schule des Kantons Zug zum Präsenzunterricht zurückgekehrt und halten dazu ein Konzept ein, das vor dem Coronavirus schützen soll. Neben der Maskenpflicht in Innenräumen sind auch die normalen Hygieneregeln in Kraft. Und es gilt ein Abstandsgebot von 1,5 Metern.

«Nach einer Weile wurde es unter der Maske heiss.»

Alice André, Kantonsschülerin

Masken tragen in den Gebäuden tatsächlich konsequent alle. Zumeist die normalen blauweissen Einwegmasken, zum Teil sind aber auch modische Stoffmasken in Gebrauch. Vereinzelt sind auch FFP2-Masken zu sehen, die für Personen aus Risikogruppen zwingend sind.

Abstand ist nicht immer leicht einzuhalten

Zum Essen dürfen die Gesichtsbedeckungen dann abgesetzt werden – aber dazu gilt es erst mal das Gewusel in den Gängen hinter sich zu bringen und in der Mensa Schlange zu stehen. Dass dabei der Abstand nicht immer eingehalten wird, liegt auf der Hand.

Dies erklärt auch, warum die Kantonsschule am Lüssiweg keine Ausnahmen von der Maskentragepflicht erlaubt – im Gegensatz zum Kurzeitgymnasium Menzingen, wo man den Mund- und Nasenschutz absetzen darf, wenn sich genügend Distanz halten lässt.

Rechtsverkehr wie auf Schweizer Strassen: Wegweiser im Innern der Kanti Zug.

Getrübte Sicht, schwer verständliche Schüler

Auf dem Weg zum Pavillon treffen wir auf zwei Lehrerinnen, die den ersten Schulmorgen besprechen. Eine ist Brillenträgerin und erzählt, dass es unter der Maske nicht nur heiss werde, sondern auch die Gläser anlaufen und dies die Sicht trübe.

Eine weitere Herausforderung sei, dass die Schutzmaske die Stimme dämpft. «Ich musste einzelne Schüler drei-, viermal bitten, den Satz zu wiederholen und lauter zu sprechen», sagt sie.

Besser als Fernunterricht

«Es sind nun die allerersten Erfahrungen, die wir gesammelt haben», wendet ihre Kollegin ein. Man werde sich mit den Herausforderungen arrangieren. «Wichtig ist es, die positive Seite zu sehen.» Und die positive Seite sei vor allem, endlich zum Präsenzunterricht zurückkehren zu können. Dies ist auch die offizielle Linie der Schulleitung, die sich dabei mit den Eltern der Kantischüler einig ist.

Eine Elternbefragung stellte der Kanti, den Lehrern und den Schülern ein sehr positives Zeugnis für die Zeit mit dem Fernunterricht aus. Aber zwei Drittel der Eltern waren dennoch überzeugt, dass der Lernerfolg vom heimischen Laptop aus nicht gleich gut sei wie im Klassenzimmer. Also gilt es nun, mit dem Schutzkonzept in eine neue Normalität zu finden.

Vorfreude auf die Schulreise

Lerninhalte werden wie früher unterrichtet – einzig das Freifach Krafttraining hat man ausgesetzt. Und nach den ersten Schultagen kann man sich an der Kanti auch schon auf die Schulreise freuen: Diese soll – unter Einhaltung der Schutzregeln – am 1. September stattfinden.

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2 Kommentare
  1. mebinger, 18.08.2020, 10:41 Uhr

    Ich bleibe menschlich und verachte diese formvollendete Verblödung unserer Hysteriker. Ich zwinge niemand mit die Hand zu geben, aber bedaure alle, die auf dass BAG und die Wissenschaftler reingefallen sind. E s ist keine Grippe, aber in der Wirkung ähnlich wollt ihr nicht endlich Euer Leben zurück? Und liebe Kantonsschüler, ihr seit die zukünftige Elite! Mir graust es vor der Zukunft, wen ich sehe, wie ihr angepasst seit und was für Hosenscheisser aus Euch gemacht wurde!

    1. Urs, 29.08.2020, 22:22 Uhr

      @mebinger Sie bleiben menschlich… …und verachten andere Menschen. Tolle Verrenkung.

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