Null Einsprachen – jetzt wird gebaggert
  • Kultur
Innen- und Aussenansicht der geplanten Musikhochschule Luzern. (Bild: zVg)

Im Herbst ist Spatenstich für neue Musikhochschule Null Einsprachen – jetzt wird gebaggert

4 min Lesezeit 09.06.2016, 18:43 Uhr

Normalerweise sind Einsprachen bei Grossprojekten so sicher wie Knatsch beim FC Luzern. Nicht so beim 70-Millionen-Bau der neuen Musikhochschule. Im Herbst starten die Arbeiten. Was viele nicht wissen: Von einigen Räumen profitiert auch die Öffentlichkeit. Etwa vom Jazzclub.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Gegen das Baugesuch der neuen Musikhochschule in Kriens ist erstens nur eine einzige Einsprache eingegangen. Und die wurde dann auch noch zurückgezogen, wie es auf Nachfrage beim Baudepartement heisst. Nun liegt die Bewilligung vor und ab Herbst 2016 kann mit dem Bau begonnen werden. Das Bauland liegt an der Krienser Arsenalstrasse, direkt neben dem städtischen Kulturhaus Südpol und angrenzend an die Luzerner Allmend.

Hochschul-Rektor Markus Hodel ist erleichtert: «Wir freuen uns, dass die Baubewilligung erteilt wurde, und rechnen damit, dass im Herbst der Spatenstich erfolgen kann.» Hodel ist überzeugt: «Der Neubau wird ein ganz besonderes Gebäude – es wird ein Ort der Ausbildung, aber auch ein Ort des Austauschs und der Begegnung innerhalb der Luzerner Kultur- und Musikszene.»
 
Auch der Krienser Gemeindeammann Matthias Senn ist froh: «Für die Identität eines neuen und lebendigen Stadtteils wie Luzern Süd braucht es öffentlich zugängliche Nutzungen. Es braucht Leuchttürme aus den Bereichen Kultur und Sport. Solche Leuchttürme werden die Musikhochschule mit Konzertsaal beim Südpol und die Pilatusarena für Sport und Events auf dem benachbarten Areal Mattenhof II sein.»

Die neue Musikhochschule befindet sich neben dem Südpol auf Krienser Boden, aber direkt angrenzend an die Stadtluzerner Allmend.

Die neue Musikhochschule befindet sich neben dem Südpol auf Krienser Boden, aber direkt angrenzend an die Stadtluzerner Allmend.

Tschüss Konsi, tschüss Jazzi

Die Hochschule Luzern – Musik ist aktuell auf vier Standorte in der Stadt verteilt, unter anderem im Konservatorium Dreilinden und im Gebäude der Jazzkantine in der Altstadt. Diese Standorte werden geschlossen und im Neubau zusammengeführt. Ab Sommer 2019 soll auf dem Areal, wo bis vor Kurzem eine Wagenburg stand, ein modernes Arbeits-, Ausbildungs- und Konzertgebäude mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten entstehen.

Die Architektur des Gebäudes ist ein Werk des Teams Enzmann Fischer & Büro Konstrukt AG. Die Hochschule schwärmt: «Ihr Konzept wird sowohl den hohen Anforderungen an die Akustik und Schallisolation als auch der flexiblen Raumnutzung und Nachhaltigkeit gerecht: Das Kernstück des vierstöckigen Neubaus bildet ein Mittelfoyer mit vier Klang- und Lichttürmen.» Das Baumaterial – Holz und Beton im Inneren sowie eine Fassade aus Klinkersteinen – unterstütze «die Absicht, ein nachhaltiges Bauwerk zu erstellen».

So soll die Aussenfassade des Neubaus gestaltet werden.

So soll die Aussenfassade des Neubaus gestaltet werden.

(Bild: zVg)

Hier die interessantesten Zahlen zum Riesenprojekt:

70 Millionen

So viele Franken kostet die neue Musikhochschule. Finanziert wird sie durch die Luzerner Pensionskasse (LUPK).

3,3 Millionen

Auf diese Franken-Summe belaufen sich die jährlichen Mietkosten. Berappt werden diese durch das Hochschul-Konkordat. Dieser Betrag ist rund ein Drittel höher als bis anhin. Grund: In der neuen Musikhochschule ist die Nutzfläche deutlich höher als an den vier heutigen, unzureichenden Standorten. Zudem ist die Qualität der Räume besser.

9000

So viele Quadratmeter Fläche steht im Neubau dereinst zur Verfügung. Das sind rund 30 Prozent mehr als bislang. Konkret sind geplant: Übungs-, Ensemble- und Unterrichtsräume, eine öffentliche Bibliothek, ein Jazzclub, eine Blackbox, ein Kammermusiksaal, Arbeitsplätze der Direktion, Verwaltung und Forschung sowie Verpflegungs- und Aufenthaltsräume. Davon profitiert auch die Öffentlichkeit: «Der Jazzclub und der Kammermusiksaal sollen für öffentliche Konzerte genutzt werden. Auch die Bibliothek wird von einem breiten Publikum genutzt werden können. Ebenso die geplante Cafeteria», sagt Sigrid Cariola von der Kommunikationsabteilung der Hochschule.

So soll die Musikhochschule von innen aussehen.

So soll die Musikhochschule von innen aussehen.

(Bild: zVg)

500

So viele Studierende werden in der neuen Musikhochschule dereinst unterrichtet.

200

Das neue Gebäude wird auch zum Arbeitsplatz von rund 200 Mitarbeitenden der Hochschule.

12

Das ist die Anzahl Parkplätze, die um den Neubau herum zur Verfügung stehen werden. Ein unterirdisches Parkhaus gibt es nicht. 12 Parkplätze für einen 70-Millionen-Neubau mit über 700 Nutzern plus je nach Anlass vielen Besuchern? Sigrid Cariola erklärt: «Bus und S-Bahn werden in den nächsten Jahren so weit ausgebaut sein, dass wir ab Haltestelle Kriens-Mattenhof von einer Anbindung an eine S-Bahn ausgehen können, die etwa im Sieben-Minuten-Takt verkehrt. Ebenso wird die im Bau befindliche Langsamverkehrsachse die Erschliessung vom Bahnhof Luzern innert acht Fahrradminuten ermöglichen.»

So soll der neue Kammermusiksaal aussehen.

So soll der neue Kammermusiksaal aussehen.

(Bild: zVg)

Von 24 auf 12 Standorte

Aktuell ist die Hochschule Luzern mit ihren über 6000 Bachelor- und Master-Studierenden auf 24 Standorte verteilt. Im Jahr 2019 sollen es nur noch halb so viele sein. Die Departemente Design & Kunst, Musik sowie Informatik und Teile des Departements Wirtschaft werden neue Gebäude beziehen – in Emmen, Luzern und Rotkreuz.

Im Detail: Die Hälfte des Departements Design & Kunst zieht im Herbst 2016 in die Viscosistadt nach Emmen um. Auf den gleichen Zeitpunkt hin nimmt das neue Departement Informatik in Rotkreuz seinen Übergangsbetrieb auf. Ab Herbst 2019 zügeln dieses Departement sowie der Bereich «Finance» des Departements Wirtschaft in einen Neubau in der Suurstoffi in Rotkreuz. In sechs Jahren soll zudem der Campus Horw für das Departement Technik & Architektur saniert und ausgebaut werden (Details finden Sie hier).

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