Noch ist Trumps Handelskrieg nicht in Hünenberg angekommen
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Für Harley-Davidson Schweiz haben die EU-Strafzölle keine Auswirkungen: Philipp Schärli, Geschäftsführer der Bixe AG, Harley-Davidson, Zentralschweiz, im Store in Hünenberg. (Bild: woz)

Strafzölle der EU auf Harley-Davidson-Motorräder Noch ist Trumps Handelskrieg nicht in Hünenberg angekommen

3 min Lesezeit 04.07.2018, 09:57 Uhr

Die USA zetteln derzeit einen Handelskrieg an, die EU reagiert mit Strafzöllen – unter anderem auf Whisky oder Harley-Davidson-Motorräder. Wie beeinflusst dies den Verkauf der Kult-Bikes im Hünenberger Harley-Store? 

Der Motorradhersteller Harley-Davidson will Europa künftig nicht mehr von seinen Werken in den USA, sondern von Standorten ausserhalb der USA beliefern lassen. Damit will die Firma den von der EU erhobenen Schutzzöllen ausweichen. Eine Produktionsverlagerung hätte aber womöglich sowieso stattgefunden.

Konkret hatte das Unternehmen jüngst angekündigt, dass es die europäischen Märkte künftig nicht mehr mit in den USA hergestellten Motorrädern beliefern werde.

«Für uns ist diese Geschichte mit den erhöhten Zöllen auf Harley-Davidson-Motorräder weniger ein Thema.»

Philipp Schärli, Geschäftsführer der Bixe AG Harley-Davidson 

Die in der letzten Woche von der EU eingeführten Einfuhrzölle auf US-Motorräder von 31 Prozent – bisher 6 Prozent – erhöhten den Preis pro Motorrad ja um 2’200 Dollar, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Kein Pappenstiel, also.

Doch während der Handelsstreit zwischen der EU und den USA in Sachen Harley-Davidson-Bikes tobt, können Harley-Fans im Kanton Zug aufatmen.

«Für uns ist diese Geschichte mit den erhöhten Zöllen auf Harley-Davidson-Motorräder weniger ein Thema, weil wir davon nicht betroffen sind», sagt Philipp Schärli, Geschäftsführer der Bixe AG Harley-Davidson Zentralschweiz in Hünenberg.

Einige Kunden verunsichert

Das Unternehmen hat schon seit vielen Jahren seinen Sitz im Hünenberger Gewerbegebiet Bösch und zählt zu den grösseren Harley-Davidson-Stores unter den 17 Niederlassungen des amerikanischen Motorradherstellers in der Schweiz.

Einige Kunden hätten zwar verunsichert bei ihm nachgefragt, wie sich dieser Handelsstreit um Zölle auf US-Importe in Europa auswirken würde. «Aber da wir ja wie Norwegen unsere Motorräder direkt aus den USA importieren und wir nicht der EU angehören, sind wir davon auch nicht tangiert», so Schärli. Ganz im Gegensatz zur EU – wo die Strafzölle gegen Harley-Davidson ein «Riesenthema» seien.

«Unsere Verkaufszahlen sind mehr oder weniger konstant.»

Philipp Schärli

Damit verteuern sich also Harley-Davidson-Maschinen für Kunden in der Schweiz und bei der Bixe AG in Hünenberg nicht. «Unsere Verkaufszahlen sind mehr oder weniger konstant», sagt Philipp Schärli. Harley-Davidson-Motorräder würden zwischen 8’000 und 50’000 Franken kosten.

Was die Zölle der in die EU importierten Harley-Davidson-Motorräder übrigens betreffe, bestätigt Schärli, dass Harley-Davidson mit Sitz in Milwaukee uneingeschränkt für freien Handel einsteht und die Zollerhöhungen somit vollumfänglich übernimmt. «Damit für die Kunden in der EU keine zusätzlichen Kosten entstehen und sich so jeder seinen persönlichen Traum erfüllen kann.»

Trump schäumt derweil

Der von Donald Trump angezettelte Handelskonflikt droht für den US-Präsidenten inzwischen zum Bumerang zu werden: Mit dem traditionsreichen Motorradhersteller Harley-Davidson kündigte das erste bekannte US-Unternehmen an, wegen der EU-Strafzölle die Produktion für den europäischen Markt ins Ausland zu verlegen.

Trump twitterte deshalb gegen den Bike-Produzenten: «Eine Harley-Davidson sollte niemals in einem anderen Land gebaut werden – niemals. Die Aura wird weg sein, und sie werden wie nie zuvor besteuert werden!»

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