Noch fehlt das Land für den Grossanlass
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Das letzte Eidgenössische Schwingfest in der Innerschweiz fand 2004 in Luzern statt. 2019 ist Zug an der Reihe. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Eidgenössisches Schwingfest in Zug Noch fehlt das Land für den Grossanlass

3 min Lesezeit 1 Kommentar 11.02.2015, 12:09 Uhr

In knapp vier Wochen wird entschieden, ob das Eidgenössische Schwingfest 2019 in Zug stattfindet. Aus der Stadt kommt die einzige Kandidatur, Zug ist somit eigentlich gesetzt. Noch ist aber nicht klar, wo der Grossanlass über die Bühne gehen kann. Verhandlungen mit Landwirten laufen – die Zeit wird langsam knapp.

Baudirektor Heinz Tännler versprüht Optimismus: «Das Eidgenössische Schwingfest 2019 wird in Zug stattfinden – und es wird ein toller Anlass für den Kanton Zug.» Und er lässt keine Zweifel zu: «Probleme sind da, um gelöst zu werden.»

Landammann Tännler ist OK-Präsident der Zuger Kandidatur. Am 8. März entscheidet die Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) in Basel über den Austragungsort des grössten Einzelsportanlasses der Schweiz. Dabei ist die Stadt Zug eigentlich gesetzt.

«Voraussetzungen sind vorhanden»

Dass Tännler überhaupt von Problemen spricht, hat mit der Standortfrage zu tun. Vorgesehen für das Schwingfest ist nämlich das Areal hinter dem Herti-Quartier. Dort sollen sich in viereinhalb Jahren geschätzte 300’000 Besucher am traditionellen Schwingsport erfreuen. Allerdings müssen dafür verschiedene Landwirte ihr Land zur Verfügung stellen. Am stärksten betroffen wäre Philipp Freimann mit seinem Betrieb (zentral+ berichtete).

«Die Verhandlungen mit den Landwirten sind auf gutem Weg», sagt Tännler. «Die Voraussetzungen, dass wir den Zuschlag erhalten, sind vorhanden.» Unter Dach und Fach ist allerdings noch nichts.

Freimann selbst will sich zum Stand der Verhandlungen nicht äussern, solange nicht alles geregelt ist. Er sagt bloss, dass die Zeit langsam knapp werde, weil möglichst rasch umfangreiche und kostspielige Terrainanpassungen auf seinem Land vorgenommen werden müssten, damit dort im Sommer 2019 das «Eidgenössische» durchgeführt werden kann.

Die fünf Teilverbände

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest findet turnusgemäss alle drei Jahre in einem der fünf Teilverbände statt. Diese sind der Bernisch-Kantonale, der Innerschweizer, der Nordostschweizer, der Nordwestschweizer sowie der Südwestschweizer Schwingerverband. Die Vergabe findet jeweils ungefähr vier Jahre vor der Austragung des Schwingfestes statt.

Für 2013 und 2016 gab es mehrere Kandidaten

Was passiert, wenn sich Tännler und die Landwirte bis zur Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes nicht einig werden? Dazu will der Baudirektor und OK-Präsident nichts sagen. Auch Paul Vogel, Obmann des ESV und somit höchster Schwinger des Landes, will darüber nicht spekulieren: Vor der Versammlung werde noch eine Sitzung mit dem OK stattfinden. Dann wisse man mehr.

In Basel werde das OK seine Kandidatur schliesslich präsentieren, so Vogel. Etwa 250 Delegierte – alle Ehrenmitglieder des ESV sowie alle Abgeordneten der fünf Teilverbände – werden danach eine Entscheidung treffen. Dass ein «Eidgenössisches» im ersten Anlauf nicht vergeben wurde, sei seines Wissens in jüngerer Vergangenheit nie vorgekommen. Allerdings gab es zumindest bei den letzten beiden Ausgaben in Burgdorf (2013) und Estavayer (2016) mehrere Kandidaturen.

Das OK jetzt mal machen lassen

Peter Achermann, Präsident des Innerschweizer Schwingerverbandes (ISV), ist überzeugt, dass dem Schwingfest in Zug nichts mehr im Weg steht. Der ISV habe bewusst entschieden, für 2019 nur auf eine Kandidatur zu setzen. Das sei vernünftig, denn die Verantwortung und der Aufwand für ein solches Fest seien nicht zu unterschätzen, sagt Achermann. Die Vorbereitung sei ein Prozess, man müsse das OK jetzt machen lassen.

 

Studie zur Entwicklung der «Eidgenössischen»

Die Eidgenössischen Schwing- und Älplerfeste (ESAF) haben sich in den vergangenen 15 Jahren enorm entwickelt – sowohl finanziell als auch besuchermässig. Deshalb hat der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) das Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern beauftragt, die Entwicklung des ESAF seit 2001 zu analysieren.

Der ESV hat nun eine Arbeitsgruppe gebildet, die einen Leitfaden für künftige Bewerbungen für ESAF erarbeiten soll. Dazu gehört auch die Auswahl eines geeigneten Standortes mithilfe einer Machbarkeitsanalyse und der Evaluation durch eine Expertengruppe anhand definierter Anforderungen.

 

Wird Zug den Zuschlag für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2019 erhalten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

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1 Kommentare
  1. Aniko Abächerli, 11.02.2015, 16:04 Uhr

    Ein guter Nebeneffekt des Schwingfestes wäre es, dass dieser Flecken Land bis mindestens 2019 von der Bauwut verschont bliebe! 🙂

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.