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Nichts wie weg – Alternativen für Fasnachtsmuffel
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Bädele in der Natur statt fasnächtle in der Stadt: Möglich ist das auch im Eigenthal. (Bild: zVg)

Tipps für die Flucht aus dem fasnächtlichen Luzern Nichts wie weg – Alternativen für Fasnachtsmuffel

5 min Lesezeit 22.02.2017, 10:00 Uhr

Doch, doch, das gibt’s auch in Luzern: Fasnachtsmuffel. Wer zu dieser Minderheit gehört, der wird die nächsten Tage geplagt. Wo man geht und steht, wird gelärmt, geguuget und gegüügelet. Wer damit nichts anfangen kann, ergreift am besten die Flucht. Und setzt sich zum Beispiel an ein Eisloch.

Zusammenstellen muss man sich so ein Programm schon selber, spezifische Tipps für Anti-Fasnächtler gibt es auch von Lucerne Tourismus nicht. Im Gegenteil: «Die meisten Leute kommen ja gerade wegen der Fasnacht nach Luzern», heisst es dort auf Anfrage. Darum gibt’s auch kein Extraangebot für Fasnachtsflüchter. Also hat sich zentralplus schlau gemacht und selber nach ausgefallenen Alternativen gesucht.

Rein in den Bottich

Genutzt werden könnten die paar Tage, um mal was wirklich Spezielles zu machen. Zum Beispiel Baden im Bottich. Angeboten werden solche Bäder im Freien an mehreren Orten in der Zentralschweiz. Für Stadtluzerner geht das sogar um die Ecke: im Eigenthal. Dort lädt der Familienbetrieb «Alpwirtschaft Unterlauelen» seit acht Jahren zum Bade. Mitten in lauschiger Landschaft steht ein grosser Holzzuber und wartet mit dampfendem Wasser in klirrender Kälte auf Badefreudige.

Nach der Schneeschuh-Tour in den Badezuber steigen.

Nach der Schneeschuh-Tour in den Badezuber steigen.

(Bild: zVg)

Beheizt wird der Zuber mit Holz, das Wasser kommt aus der eigenen Quelle. «Das Wasser wird natürlich nach jedem Bad für die nächsten Gäste frisch eingefüllt», sagt Unterlauelen-Wirt Christoph Keiser und lacht. Platz im heissen Bad gibt’s für bis zu acht Personen. Rein geht’s im Badekostüm oder nackt. Und drin bleiben kann man so lange, wie gewünscht. «Manche essen dazwischen Znacht und steigen danach nochmals rein», sagt Keiser.

Das Erlebnis kommt gut an. «An den Wochenenden sind wir sehr oft ausgebucht», sagt Keiser. Kombinieren lässt sich das Baden im Bottich übrigens bestens mit einer Schneewanderung. Wer dann noch immer nicht genug hat von romantischen Naturerlebnissen, legt sich in der Unterlauelen zum Schlafen ins Heu oder nimmt Unterschlupf in einer der lustigen «Hüttli».

In den «Hüttli» der Alpwirtschaft Unterlauelen kann man auch im Winter übernachten.

In den «Hüttli» der Alpwirtschaft Unterlauelen kann man auch im Winter übernachten.

(Bild: zVg)

Runter ins Loch

Was in Sibirien gang und gäbe ist, wird an ausgewählten Orten auch hierzulande praktiziert: Eisfischen. Möglich ist Eisfischen zum Beispiel auf dem Melchsee, im Hoch-Ybrig und beim Eisee ob Sörenberg. Ganz ungefährlich ist das allerdings nicht, schliesslich muss das Eis dick genug sein. Darum sind fast alle Angebote zum Eisfischen auf Anmeldung und mit Führung. Mit ins Gepäck sollten nebst warmen Kleidern auch heisser Tee und am besten gleich noch ein Flachmann: Das Herumsitzen fährt in die Knochen.

Wer auf den gefrorenen Seen ein Loch ausgefräst hat, sitzt dann in klirrender Kälte davor und wartet auf den grossen Fang. Mütter und Väter finden das nicht alle lustig – aber den Kids macht es Spass, wie zentralplus weiss. «Zwei Mal waren wir beim Eisfischen und nie hat auch nur ein kleines Fischchen angebissen», verrät die anonyme Quelle. Tja – Pech gehabt. Es kann aber auch ganz anders gehen,  wie dieser Erfahrungsbericht zeigt:

Rundum im Kultur-Space

Kulturfreaks ohne Guugenmusik-Vorlieben haben dieser Tage nicht sehr viel Auswahl in der Stadt Luzern. Erst recht nicht am Schmutzigen Donnerstag und am Güdelmontag. Viele Clubs, Kulturinstitutionen und teilweise auch Kinos haben dann geschlossen. Hm. Allzu viele Fasnachtsmuffel scheint es in dem Fall doch nicht zu geben … Fündig geworden sind wir am Schmutzigen Donnerstag einzig mit einem einzigen Konzert, das nix mit Fasnacht zu tun hat: Im Neubad spielt das Zweimannorchester «Wooden Peak» Pop und Elektro.

Am Güdismontag sieht es auch nicht viel besser aus. Bis auf eine Ausnahme: Dann steigt in der Schüür die traditionelle Goa-Party unter dem Motto «Lost in Space». Bereits zum 17. Mal bieten die Veranstalter «Beyond Reality» eine farb- und feierintensive Alternative zum fasnächtlichen Treiben. Und das ist nach tagelangen kakofonischen Klängen Balsam für die Seele der Antifasnächtler. Auf den Bühnen stehen jenste DJs, nebst gutem Sound und Bühnenshows sorgt eine atemberaubende Dekoration für die spacige Atmosphäre.

Beim Publikum kommt die Schüür-Alternative gut an, wie das Video vom letzten Jahr zeigt:

Raus in die Natur

Für Skifahrerinnen, Schlittler und andere Sportfans gibt es rund um Luzern die üblichen Destinationen wie Melchseefrutt, Titlis oder Klewenalp. Schön ist’s dort immer und eigentlich gibt es nur etwas, was es noch schöner macht: die Fasnacht. Wer lieber auf den Skiern steht, hat in diesen Tagen weniger Dichtestress auf den Pisten. Und mit etwas Glück auch gutes Wetter und mehr Schnee als auch schon (zentralplus berichtete). Fast in allen Skigebieten gibt es spezielle Aktionen – Fasnacht hin oder her.

Auf der Rigi kann man zum Beispiel die Cervelat auch winters über dem offenen Feuer grillieren. Wer es ganz bequem haben will, kann gleich ein ganzes «Grill-Päckli» buchen. Dazu gehört ein Rucksack mit Wurst, Brot und Grillspiess drin. Letzteren darf man dann auch mit nach Hause nehmen. Vor Ort parat ist bei den Feuerstellen für die Feinschmecker auch Holz und Anzünd-Zeugs. Einen solcher Winter-Grill gibt es ab 22 Franken pro Person.

Wem das zu teuer ist, der pilgert mit seiner eigenen M-Budget-Cervelat einfach irgendwo durch die Winterlandschaft und sucht sich sein Holz für das Feuer selber zusammen.

Auf der Rigi wird die Wurst auch im Winter über offenem Feuer gebrätelt.

Auf der Rigi wird die Wurst auch im Winter über offenem Feuer gebrätelt.

(Bild: www.rigi.ch)

Rambazamba daheim

Am einfachsten überstehen die Nicht-Fasnächtler die nächsten Tage daheim. Jedenfalls, wenn sie nicht grad unter der Egg oder an der Bahnhofstrasse wohnen. Nichtstun, Serien gucken, Fasnacht-Küchlein backen, jassen, Zehennägel lackieren, das Meerschweinchen frisieren und andere Sachen machen, für die man sonst nie Zeit hat.

Wer die Fasnacht nicht mag, aber seine Wohnung mitten im Trubel hat, kann übrigens ein Schnäppchen machen: Die Wohnung zu überrissenem Preis auf Airbnb an Fasnachts-Touristen vermieten und mit den Einnahmen während diesen Tagen woanders hinreisen. Zum Beispiel nach Indien, Thailand, Papua Neuguinea. Oder nach Timotanien – dort soll es besonders schön sein. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

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