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Aus künstlerischen Gründen aus Programm gekippt

Zwei Tage vor Premiere: Luzerner Theater sagt Stück ab

«Immer weiter, dann wird’s heiter»: aus dem Trailer.

(Bild: zvg)

«Immer weiter, dann wird’s heiter» hätte am Donnerstag Premiere am Luzerner Theater gefeiert. Hätte, denn das Stück genügt den Anforderungen des Intendanten nicht und wird kurzerhand aus dem Programm gekippt.

Am Donnerstag war die Premiere des Stücks «Immer weiter, dann wird’s heiter» in der Box des Luzerner Theater angesagt – ein Slapstick-Theater-Abend wurde versprochen. «Dominique Müller und das Ensemble begeben sich auf eine Achterbahnfahrt der Komik und setzen gegen die ökonomischen Zwänge unserer Zeit das fröhliche Reich des Schein und Spiels», heisst es zum Stück auf der Website des Theaters.

Zu dieser Achterbahnfahrt kommt es nun nicht: Zwei Tage vor der Premiere ziehen die Verantwortlichen die Handbremse, das Stück wird kurzfristig aus dem Programm gekippt. «Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir die Produktion ‹Immer weiter, dann wird‘s heiter› aus künstlerischen Gründen aus dem Programm nehmen», teilte das Luzerner Theater knapp mit.

Grund dafür sei die mangelnde Qualität des Stücks: «Die Produktion hat bis heute nicht die Qualität erreichen können, die wir dem Luzerner Publikum bieten möchten», heisst es weiter. Die Entscheidung sei einvernehmlich mit dem Regie-Team und dem Ensemble getroffen worden.

So sieht der Trailer aus:

«Gute Momente» reichen nicht

Sechs Wochen Probezeit für nichts also. Das Stück des Regisseurs Dominique Müller hätte die besten Szenen der Theatergeschichte aneinanderreihen sollen – es wäre seine erste Arbeit am Luzerner Stadttheater gewesen und war für ihn eine Carte blanche. Der Schauspieler, Autor und Regisseur arbeitete schon für Ohne Rolf oder Dominic Deville.

«Sechs Schauspielerinnen und Schauspieler, ein Opernsänger und ein Jazz-Bassist machen sich auf, eine neue Zivilisation zu gründen. Das fröhliche Reich des Schein und Spiels, wo die Gesetze von Gesellschaft und Natur nicht mehr gelten, sondern Lachen die einzige Währung ist», so der Stückbeschrieb.

Trotz «guter Momente» habe sich das Stück in den letzten Tagen nicht zu einem Ganzen gefügt, sondern in zu viele Richtungen bewegt. Der künstlerische Prozess hätte genauer besprochen werden sollen, sagt von Intendant Benedikt von Peter gegenüber der «Luzerner Zeitung».

Dass eine Premiere abgesagt wird, kommt äusserst selten vor – zu selten für von Peter: «Wenn eine Firma Schnuller entwickelt, welche die Qualitätskriterien nicht erfüllen, kommen die auch nicht raus», sagt er zur LZ.

Finanziell schlägt der Ausfall nicht gross zu Buche, in der Box haben «nur» 150 Zuschauer Platz, neun Aufführungen wären geplant gewesen. Bereits gekaufte Eintrittskarten können an der Billettkasse zurückgegeben werden. Die Abonnenten werden persönlich benachrichtigt.

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