Zuger Stadttunnel polarisiert weiter

Der grünliberale Zuger Kantonsrat Daniel Stadlin analysiert die Argumente der Tunnelgegner und findet diese «dürftig». Sie sagten einfach Nein und wären gleichgültig gegenüber den Zuger Bewohnern, welche den Durchgangsverkehr täglich ertragen müssten. Dieter Nussbaum ist einer dieser Tunnel-Gegner. Er schreibt, dass der Tunnelbau mit den im Sparprogramm geplanten Leistungskürzungen der öffentlichen Hand finanziert wird und eine Steuererhöhung unumgänglich ist.

Der Leserbrief von Daniel Stadlin:

«Die Gegenkampagne zum Projekt „Stadttunnel Zug mit ZentrumPlus“ besteht nur aus Nein, Nein und nochmals Nein. Nur Nein zu sagen ist zwar legitim, aber ausgesprochen dürftig. Das Projekt einfach so und ohne Alternativen aufzuzeigen schlecht zu reden, ist geringschätzig gegenüber jenen engagierten Zugerinnen und Zuger, die sich mit viel persönlichem Einsatz im breit abgestützten Begleitgremium für eine bessere Stadt eingesetzt haben. Aber auch gegenüber all jenen, die tagtäglich den Durchgangsverkehr ertragen müssen. Dies ist angesichts der schlechten Verkehrs-, Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Zuger Innenstadt, absolut inakzeptabel. Das Kernanliegen des Projektes, das Stadtzentrum verkehrsmässig zu beruhigen und städtebaulich aufzuwerten, wird einfach ignoriert. Die einen machen das in Unkenntnis der Fakten. Die andern machen das aus politischer Absicht – sie wollen den Verkehrskollaps. Deshalb verbreiten diese Gegner bewusst Falschinformationen in der Hoffnung, bei der Bevölkerung werde schon irgendetwas davon hängen bleiben. So wird das Mehrgenerationenprojekt gezielt auf ein simples Tunnelprojekt reduziert. Was dieses aber eben gerade nicht ist. Die Umfahrungsstrasse im Berg ist nicht Zweck des Projektes, sondern Mittel zur Aufhebung der jetzigen Stadtkerndurchfahrt. Am Schluss gibt es nicht mehr Strassen. Darum aufgepasst: Die Nein-Kampagne der politischen Gegnerschaft basiert auf abstrusen Behauptungen. Vor über 130 Jahren beschäftigte sich die Zuger Bevölkerung schon einmal mit einem Stadttunnel, dem Eisenbahntunnel der Gotthardbahn-Gesellschaft. Wäre sie damals auf eine solche destruktive Gegenkampagne hereingefallen, die Eisenbahnzüge würden heute nicht durch den Berg, sondern mitten durch die Zuger Altstadt fahren. Mit dem jetzigen Projekt „Stadttunnel Zug mit ZentrumPlus“ erhalten wir nun die einmalige Chance, auch den motorisierten Durchgangsverkehr in den Berg zu verlegen und Zugs Innenstadt für uns und vielen Nachfolgegenerationen umfassend aufzuwerten.»

Daniel Stadlin, Kantonsrat GLP, Zug

Der Leserbrief von Dieter Nussbaum:

Zwischen dem Stadttunnelprojekt und dem Spar- und Entlastungsprogramm des Kantons Zug besteht ein direkter Zusammenhang. Die Leistungen der öffentlichen Hand sollen massiv gekürzt werden, damit eine 2.7 Kilometer lange Tunnelanlage mit grossen geo-technischen Gefahren gebaut werden kann. Vom Bund wird das Kosten-Nutzen-Verhältnis dieses Vorhabens als ungenügend eingeschätzt. Die finanziellen und baulichen Risiken trägt der Kanton Zug alleine. Die schwere Last von über 1`000 Millionen Franken soll uns und den kommenden Generationen aufgebürdet werden. Gebühren- und Steuererhöhungen sind die logische Folge. Deshalb am 14. Juni: Nein.  Das Aufbrauchen der  kantonalen Reserven und ein Finanzdebakel wie im Kanton Schwyz sind das Letzte, was unsere Region braucht.

Dieter Nussbaum, Zug

 

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