Teilnehmer und nicht Kanton soll Kosten übernehmen

Zuger Kantonsräte sollen ins Medientraining – das finden nicht alle cool

Der richtige Umgang mit Medien will gelernt sein – findet zumindest das Büro des Zuger Kantonsrates. (Symbolbild: Unsplash/Sam McGhee)

Das Büro des Zuger Kantonsrats entschied, den Kantonsrats-Mitgliedern ein eintägiges Medien- und Auftrittstraining zu ermöglichen. Die Kosten soll der Kanton Zug übernehmen. Dagegen erhebt sich Widerstand. Zwei Zuger SVP-Kantonsräte und zwei FDP-Kantonsräte fordern, dass die Kosten die Teilnehmenden selbst übernehmen sollen.

Per Mail vom 1. Mai wurden die Zuger Kantonsratsmitglieder eingeladen, an einem eintägigen Medien- und Auftrittstraining in Luzern teilzunehmen. An diesem Kurstag sollen Kantonsräte lernen, sicher in elektronischen Medien aufzutreten, ihre Statements überzeugend und verständlich zu formulieren und sich richtig auf ein Interview vorzubereiten.

Die Kosten für dieses Training soll der Kanton Zug übernehmen, wie aus der Mail, die zentralplus zugespielt wurde, ersichtlich wird. Dagegen erhebt sich Widerstand. Die Zuger Kantonsräte Beni Riedi (SVP), Michael Riboni (SVP), Rainer Leemann (FDP) und Michael Arnold (FDP) fordern in einem dringlich eingereichten Postulat, dass die Zuger Politiker selbst die Kosten des Medientrainings übernehmen sollen und nicht etwa der Kanton.

«Für die Unterzeichnenden ist es nicht ersichtlich, wie der Steuerzahler von dieser bezahlten Weiterbildung profitiert», schreiben sie. Eine solche Weiterbildung müsse in Eigeninitiative geschehen und somit müssten auch die Kosten die Teilnehmenden oder ihre Parteien übernehmen. Wie Riedi und seine drei Kollegen schreiben, sei es ein «Affront gegenüber dem Steuerzahler», Medientrainings «und vermutlich Wahlkampftraining» für Zuger Politiker zu finanzieren, während zur Corona-Krise verschiedenste KMU und Selbständigerwerbende und somit Steuerzahler je nach Arbeitslage um das eigene Einkommen fürchtet. «Nur schon aus Solidarität mit den Betroffenen sollten wir auf dieses ‹Geschenk› verzichten.»

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1 Kommentar
  • Profilfoto von igarulo
    igarulo, 03.05.2020, 18:36 Uhr

    Wer nicht fähig ist ein verständliches Interview zu geben, gehört nicht gewählt zu werden. Diese sinnlose Weiterbildungshysterie soll nicht vom Steuerzahler berappt werden. Wer nicht vor ein Mikrofon treten kann um seine Meinung zu sagen, wird das auch nicht an einem Kurstag lernen. Die Politiker kosten jetzt schon zu viel im Verhältnis zudem, was sie leisten. Die bürgerliche Mehrheit schwurbelt für Unternehmer und Bänker, Immobilienbarone und Investoren und vergisst dabei die Angestellten. Sie vergolden den Reichen ihren Reichtum in der Hoffnung, es falle auch für den hörigen bürgerlichen Politiker etwas ab. Werch Illtum.

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