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Durchgangszentrum Steinhausen

Zentrumsleiter nach homophoben Äusserungen freigestellt

Der Mann leitete die Durchgangsstation Steinhausen, während er gleichzeitig diskriminierende und gewaltverherrlichende Äusserungen auf Facebook veröffentlichte. (Bild: lef)

Der Leiter des Durchgangszentrums Steinhausen hat sich auf Facebook homophob, sexistisch und rassistisch geäussert. Der pro-russisch eingestellte Mann wurde jetzt per sofort freigestellt und hat mit strafrechtlichen Folgen zu rechnen.

Eigentlich sollte diese Meldung keine Überraschung sein. Der Leiter des Durchgangszentrums in Steinhausen hatte über ein halbes Jahr lang auf seinem öffentlichen Facebook-Profil diskriminierende Posts veröffentlicht.

Der Kanton Zug hätte das kommen sehen können, denn der Leiter wurde bereits einmal gemeldet. Vor einem Jahr hatte eine Mitarbeitende von Mobbing und Beleidigungen berichtet. Doch nichts geschah.

Jetzt wurde die «Luzerner Zeitung» auf die Facebook-Aktivitäten aufmerksam und konfrontierte am Montag den Kanton damit. Daraufhin hat die Direktion des Innern den Leiter per sofort freigestellt. Zudem laufen Abklärungen, ob er mit personal- und strafrechtlichen Folgen rechnen muss.

Pro-russischer Hass auf Facebook

Das Profil des Mannes ist unterdessen gelöscht. Die «Luzerner Zeitung» machte aber zuvor Screenshots von den Aktivitäten des Leiters seit Herbst 2021. Seit letztem Jahr veröffentlichte er regelmässig Posts mit einer Vielzahl von Emojis (kleine symbolische Bildzeichen), die auf klassische rassistische Konzepte hinwiesen. Darunter verschiedene Tiersymbole, die eine Verbindung zu Unreinheit, Lüge oder Plage haben.

Hinzu kommen Zeichen für Radioaktivität, Fäkalien und kriegsbezogene Symbole. Denn der Leiter zeigte sich als klar pro-russisch eingestellt. Bereits im Dezember letzten Jahres sprach er von einem nahenden Krieg und zeigte ein Bild von sich selbst, das ihn bei einem Shooter-Game zeigt, einem Computergame, indem es primär um Schiessen geht. Die russische Armee bezeichnet er als Helden, die Freiheit brächten.

Strafrechtliche Schritte könnten folgen

Ein weiterer Bereich seiner Hassrede sind die Corona-Massnahmen. Sie passen gut in die Elemente von Verschwörungstheorien, die er in seinen Posts verbreitet. Es zeigt sich also ein sehr klares Bild des Mannes. Es ist autokratisch, gewaltverherrlichend und richtet sich gegen jegliche Minderheiten.

Die Direktion des Innern hat den Mann innerhalb von Stunden freigestellt. Für den zuständigen Regierungsrat Hostettler war das glasklar. Ein solches Verhalten sei nicht tolerierbar und müsse unverzüglich geahndet werden.

Derzeit prüft die Direktion weitere Schritte gegen den Mann. Im Durchgangszentrum Steinhausen habe er Asylsuchende betreut. Mit Flüchtlingen aus der Ukraine hatte er nichts zu tun. Was er selber zu den Vorwürfen sagt, ist offen. Über seinen ehemaligen Arbeitgeber liess es ausrichten, er stehe nicht für Auskünfte zur Verfügung.

Verwendete Quellen
  • Artikel in der «Luzerner Zeitung»
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