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Bis 2024 keine neue erste Klasse

Wirtschaftsmittelschule Willisau hat zu wenig Schüler

Erneut gerät die Wirtschaftsmittelschule Willisau unter Druck. (Bild: zvg)

Gerade mal sechs Schülerinnen haben die diesjährige Aufnahmeprüfung für die Wirtschaftsmittelschule bestanden. Als Konsequenz streicht der Kanton in diesem und nächstem Schuljahr die erste Klasse. Luzerner Bildungspolitiker fühlen sich übergangen.

Der Wirtschaftsmittelschule Willisau fehlen die Schüler. Bereits 2021 wurde wegen mangelnder neuen Schülerinnen keine erste Klasse geführt (zentralplus berichtete). Wie der Kanton Luzern mitteilt, hätten sich für das Schuljahr 2022/23 lediglich sechs Schüler qualifiziert. Für eine rentable Führung einer Klasse bräuchte es aber mindestens 14.

Zum zweiten Jahr in Folge werden die Schüler deshalb in der WML Luzern untergebracht. Der Rektor der Kantonsschule Willisau, Martin Bisig, bedauert das Resultat: «Wir hatten bis zuletzt gehofft, wieder eine 1. Klasse führen zu können und haben uns nochmals ins Zeug gelegt», sagt er gegenüber «CH Media».

Als Konsequenz für die ausbleibenden Anmeldungen beschloss der Kanton bereits vorweg, auch im Schuljahr 2023/24 keine 1. Klasse am Standort Willisau zu führen. Dies wird zusätzlich mit einer geplanten Reform in der Ausbildung im kaufmännischen Bereich gegründet. So habe die Schule und die Lehrpersonen Zeit, sich darauf vorzubereiten.

Wirtschaftsmittelschule Willisau steht unter schlechtem Stern

Die Zeichen stehen schlecht für die Wirtschaftsmittelschule Willisau. Droht dem WMS-Standort Willisau nun das Aus? Noch äussert sich das Bildungs- und Kulturdepartement nicht dazu. Um den Standort aufzuheben, bräuchte es einen Beschluss des Kantonsrats. Entsprechende Pläne lägen derzeit nicht vor, so das Nachrichtenportal. Und ob diese kommen werden, ist fraglich: Erst 2016 hat sich der Kantonsrat noch vehement gegen eine Schliessung wegen Sparmassnahmen gewehrt.

Zudem sprechen sich Luzerner Bildungspolitiker gegenüber dem Nachrichtenportal gegen eine Schliessung aus. «Aus regionalpolitischer Sicht fände ich eine Schliessung jedoch falsch. Es braucht auch auf der Landschaft ein gutes Bildungsangebot», so der SVP-Kantonsrat Bernhard Steiner. Diese Meinung teilt auch der Präsident des Verbands der Luzerner Mittelschullehrpersonen, Markus Elsener.

SP-Kantonsrat und Wirtschaftsmittelschullehrer Urban Sager fordert deshalb, dass sich die Politik mit der WMS-Situation befasst: «Ich erwarte, dass man die Zukunft der WMS Willisau in der Bildungskommission und gegebenenfalls im Kantonsrat diskutiert. Die Initiative dazu muss von der Regierung kommen», wird er im Nachrichtenportal zitiert. Denn WMS-Abgänger seien gefragt. Für ihn ist sie deshalb kein Auslaufmodell.

Eine Idee zur Lösung bringt der Mitte-Kantonsrat Ludwig Peyer aus Willisau. Er schlägt vor, die freie Schulwahl einzuschränken. Wer also im Umkreis von Willisau wohnt, soll auch da zur Schule gehen.

Aufwärtstrend bei der Kanti Willisau

Erfreulicher sieht es hingegen für die Kantonsschule Willisau aus. Im kommenden Schuljahr starten vier 1. Klassen am Langzeitgymnasium und zwei 1. Klassen am Kurzzeitgymnasium. Mit 25 Klassen sind es somit eine mehr als im aktuellen Schuljahr. Der Rektor Martin Bisig stimmt die Entwicklung positiv: «Wir sind zuversichtlich, dass wir die Zahl von 25 Klassen halten oder sogar noch steigern können.»

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