Weniger, aber längere Einsätze 2014

Bei Unfällen, Suiziden oder aussergewöhnlichen Todesfällen kümmern sie sich um Angehörige, Augenzeugen und unverletzte Beteiligte: Notfallseelsorgende und Care Givers. Im vergangenen Jahr verzeichneten sie zwar weniger Einsätze, dafür stieg der Aufwand pro Einsatz beträchtlich.

Mit dem Vorjahr sei 2014 nicht vergleichbar, schreibt die römisch-katholische Landeskirche in einer Mitteilung. Sie bezieht sich dabei auf die Gewalttat in Menznau von Ende Februar 2013, welche den Betrieb der Care Givers in diesem Jahr stark geprägt habe. 2014 sei die Notfallseelsorge/CareTeam Kanton Luzern 49 Mal im Einsatz gestanden, am häufigsten bei ausserordentlichen Todesfällen und Suiziden. 379 Stunden seien Notfallseelsorgende und Care Givers insgesamt präsent gewesen. Die aufgewendete Zeit pro Einsatz habe sich damit – von «Menznau» abgesehen – in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt.

Dies liege daran, dass die Einsätze komplexer geworden seien. Es werden laut Mitteilung mehr Personen pro Fall betreut, was mehr Notfallseelsorger und Care Givers erfordere. Grund dafür dürfte sein, dass sich die Care-Arbeit inzwischen stark gefestigt habe und von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen werde. Um professioneller arbeiten zu können, würden vermehrt Zweier-Teams statt Einzelpersonen aufgeboten. Allerdings würden Notfallseelsorge/CareTeam hier an personelle und finanzielle Grenzen stossen.

Das Team besteht zurzeit aus 40 Mitarbeitenden. Diese kümmern sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie leisten Angehörigen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. Aufgeboten werden die Notfallseelsorgenden und Care Giver vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. 365 Tage, rund um die Uhr, sind zwei Seelsorgende/Care Givers auf Pikett.

Um für Grossschadenereignissen optimal gewappnet zu sein, sei die Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz auf operativer Ebene intensiviert worden. So könne die Notfallseelsorge künftig auf Führungsunterstützung und auf das Alarmierungssystem des Zivilschutzes zurückgreifen.

Seit dem Sommer 2010 war Hans-Peter Vonarburg Bereichsleiter von Notfallseelsorge/Care-Team. Seine Nachfolge hat am 1. November 2014 Christoph Beeler-Longobardi übernommen, Gemeindeleiter der Pfarreien Schongau und Aesch/Mosen, der zusammen mit Thomas Seitz die Notfallorganisation leitet.

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