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Verantwortliche möchten Lotteriefonds anzapfen

Weil Bund Beiträge kürzt: Luzerner Hilfswerke darben

Der Bund spart bei der Entwicklungshilfe. Das trifft die hiesigen Hilfswerke hart: Gleich mehrere Luzerner Organisationen schreiben rote Zahlen. Die Verantwortlichen sehen auch Kanton und Stadt Luzern in der Pflicht.

In der Stadt Luzern haben mehrere international tätige Hilfswerke ihren Sitz. So sind beispielsweise Caritas, Interteam, Fastenopfer oder Comundo hier angesiedelt. Doch den Organisationen, die eigentlich anderen Menschen helfen möchten, wird momentan die Hilfe verwehrt. Der Bund kürzt nämlich die Beiträge für die Entwicklungshilfe. Laut der «Luzerner Zeitung» schreiben inzwischen ausser der Caritas alle genannten Organisationen rote Zahlen.

Grund sind die Sparmassnahmen bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Die Deza verteilt jeweils Geld an die Hilfswerke. Rund 70 Prozent der Einnahmen seien es vor zehn Jahren gewesen, sagt Interteam-Geschäftsleiter Erik Keller. Heute sind es noch 47 Prozent. Das ist ein Rückgang von 2,5 auf 1,6 Millionen Franken.

Auch Commundo wurde in den letzten zehn Jahren eine Million Franken gestrichen (von 3,5 Millionen auf 2,5 Millionen Franken). Die Beiträge an Fastenopfer stiegen, weil die Organisation Investitionen tätigte.

Bis 2020 muss das Deza weitere 130 Millionen Franken jährlich sparen. Erik Keller appelliert deshalb an den Kanton Luzern: Die Beiträge aus dem Lotteriefonds könnten beispielsweise höher sein. Er zieht den Vergleich: In Zürich erhalte Interteam über 100’000 Franken jährlich, in Luzern nur 10’000 Franken.

Auch die Stadt Luzern solle mehr tun. Wieder der Vergleich: Die Stadt Zürich zahle 90’000 Franken. Als Profiteur des Tourismus solle Luzern helfen, die weltweite Armut zu reduzieren, sagt Keller.

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