«Von einem einseitigen Tunnelblick-Virus befallen»

Andreas Brunnschweiler schreibt in seinem Leserbrief mit dem Titel «Zweierlei Mass» über den Zuger Stadttunnel. Er fragt sich, wo die Spar- und Staatsabbauapostel geblieben sind.

Leserbrief:

Es ist nicht so dass die Kosten für den Stadttunnel frühestens ab 2024 anfallen würden, wie uns Befürworter in Zusammenhang mit dem Entlastungsprogramm (für die nächsten drei Jahre) weis machen wollen. In der Vorlage des Kantonsrates ist nachzulesen, dass nach der Abstimmung vom 14. Juni 2015 vier neue Personalstellen für die Begleitung des Bauvorhabens nötig werden. Weiter dürfte die Projektierung des Bauvorhabens bis 2024 mindestens 5% der 890 Mio verschlingen. Das wird den Steuerzahler um die 6 bis 8 Mio pro Jahr kosten, auch wenn diese über die Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer oder ein anderes «Kässeli» bezahlt werden («nur eine Tankfüllung pro Jahr», aber 27 Jahre lang macht auch 1’400 Franken). Der Stadttunnel hat zusätzliches Personal und zusätzliche Steuern zur Folge. Wo sind all die Spar- und Staatsabbauapostel, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit «Niemals neue Steuern» rufen? Beim Stadttunnel scheinen sie von einem einseitigen Tunnelblick-Virus befallen. Im gleichen Sinn ist der Einwand eines Leserbriefschreibers zu interpretieren. Er kann nicht verstehen, warum man das Zuger Projekt als gigantomanisch bezeichnen kann. So bewege sich der Tunnel von Zug auf dem Niveau der Umfahrung Flüelen. Bezüglich der Tunnellänge hat er Recht. Eigenartigerweise hat er die Kosten ausgeblendet: Die Vorlage für die Umfahrung Flüelen belief sich auf 190 Mio, die Vorlage für Zug liegt bei 890 Mio. Wie schrieb der Leser zum Schluss: «Bleiben wir doch bei den Fakten und den richtigen Relationen». Seinen eigenen Ratschlag soll er sich doch zu Herzen nehmen!

Andreas Brunnschweiler, Zug

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