«Vertretbare» Streichung der «Religionskunde»

Die Streichung des obligatorischen Zusatzfachs «Religionskunde und Ethik» am Obergymnasium sei durchaus «vertretbar», stellt die Luzerner Staatskanzlei im Namen der Kantonsregierung auf Anfrage gegenüber der Presseagentur Kipa fest. Das Fach figuriere nicht in dem vom Bund vorgeschriebenen Fächerkanon für die Maturität.

Die geplante Streichung des Fachs «Religionskunde und Ethik» «erfolgt offensichtlich ohne fachlich-pädagogische Evaluation und ohne Anhörung von Fachpersonen», kritisierte Monika Jakobs, Leiterin des Religionspädagogischen Instituts (RPI) der Universität Luzern. Sie wirft der Regierung vor, den  Entscheid ohne «vertiefte Dossierkenntnis» gefällt zu haben.

Vom Bund nicht vorgeschrieben

Das sieht die Regierung anders. Sie habe sich von den bundesrätlichen Maturitätsanforderungen leiten lassen, schreibt die Staatskanzlei im Namen der Regierung. In den verbindlichen Vorschriften dazu erscheine das Fach «Religionskunde und Ethik» nicht als Grundlagen- oder Zusatzfach in dem vom Bund vorgeschriebenen Fächerkanon. Bereits heute führten viele Kantone dieses Fach nicht als obligatorisches Zusatzfach. Im Kanton Luzern könne das Fach weiterhin als Ergänzungsfach geführt werden. Es werde ausserdem im Untergymnasium weiterhin angeboten.

«Normative Diskussion wenig ergiebig»

Es muss jedenfalls gespart werden, betont die Regierung: «Die Finanzen zwingen uns, eine Verzichtsplanung vorzulegen.» Vor diesem Hintergrund sei es müssig, die Streichung des Fachs für einen «bildungspolitisch» grossen Fehler zu halten, wie die Fachlehrer erklärt haben. In der Stellungnahme der Regierung heisst es dazu: «Der Bildungsabbau ist immer ein Fehler. Jedes Fach hat einen Bildungswert. Eine normative Diskussion dazu ist wenig ergiebig.»

Schliesslich hält die Regierung eine Streichung des Faches auch deshalb für «vertretbar», als «gewisse sehr relevante Themen» durchaus in Fächern wie Geschichte, Geografie, Deutsch und teilweise auch im Fremdsprachenunterricht behandelt werden könnten. Ferner gebe es schulische Gefässe wie Sonderwochen, in denen eine Auseinandersetzung mit Themen, welche das Fach «Religionskunde und Ethik» vermittle, möglich seien.

Nach Angaben der Regierung beträgt der jährliche Spareffekt bei einer Streichung des Fachs am Obergymnasium 560.000 Franken.

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