News
Zu Geldstrafe verurteilt

VBL-Chauffeur hat Unfallprotokoll gefälscht

Der Buschauffeuer befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Einbürgerungsverfahren. Dieses ist nun auf Eis gelegt. (Bild: ewi)

Der Chauffeur eines Linienbusses und ein Kundenberater der VBL haben nach einer Kollision mit einem Auto das Unfallprotokoll gefälscht. Beide werden nun zu Geldstrafen verurteilt.

Ein VBL-Buschauffeur und ein Kundenberater der VBL wurden schuldig gesprochen. Sie hatten zusammen im Januar 2021 ein Unfallprotokoll gefälscht. Unter anderem hatten die beiden einem Autofahrer die Schuld am Unfall in die Schuhe schieben wollen, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

Indessen werden sowohl der Buschauffeur als auch der Kundenberater zu Geldstrafen von 30 respektive 20 Tagessätzen à 120 Franken verurteilt. Der Chauffeur muss zudem eine Busse von 300 Franken wegen fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln bezahlen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger wollen auf das schriftliche Urteil warten, dann aber vermutlich Berufung einlegen, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

Widersprüchliche Angaben zum Unfallhergang

Am 26. Januar 2021 kam es in der Baselstrasse zu einer Kollision zwischen einem Linienbus und einem Auto. Nach dem Unfall wurde ein Kundenberater der VBL hinzugezogen, um beim Ausfüllen des Protokolls zu helfen.

Der am Unfall beteiligte Buschauffeur und der Autofahrer fotografierten noch vor Eintreffen des Kundenberaters den Schaden und begannen das Unfallprotokoll auszufüllen. «Weil der Autofahrer kaum Deutsch verstand, übernahm ich das», wird der Chauffeur in der Zeitung zitiert. Der Chauffeur behauptete, der Portugiese habe die Schuld sofort auf sich genommen. Beide hätten das Unfallprotokoll unterschrieben, der Autofahrer erhielt eine Durchschlagkopie.

Als der Kundenberater eintraf, hätten sie zu dritt das Original vervollständigt, da noch einige Punkte gefehlt hatten. Der Staatsanwalt argumentierte, dass die Schuldfrage nicht vor Ort geklärt worden war. Der Autofahrer hätte nichts von der anderen Protokollversion gewusst. Dass sich die Beteiligten über die Verantwortlichkeit nicht einig wurden, sagte auch der VBL-Chauffeur in einer früheren Befragung. Doch dieser vermochte er sich an diese Aussage «nicht so gut erinnern», wie ihn die Zeitung weiter zitiert.

Buschauffeur überfuhr die Sicherheitslinie

Aufgrund dieser Widersprüche schenkte das Gericht dem am Unfall beteiligten Autofahrer mehr Glauben. Zudem hätten Fotos gezeigt, dass der Autofahrer korrekt in seiner Spur fuhr, während der hintere Teil des Busses die Sicherheitslinie übertrat. Das schien auch die VBL einzusehen, da diese entgegen einem ersten Entscheid den Schaden am Auto übernahm.

Während der Gerichtsverhandlung argumentierte der Buschauffeur, dass er gar nichts von einer Fälschung gehabt hätte. Für den Staatsanwalt hingegen gab es ein plausibles Motiv. Der Chauffeur befand sich zum Unfallzeitpunkt im Einbürgerungsverfahren, um später Polizist zu werden. Der Staatsanwalt befürchtet, dass der Chauffeur Angst davor hatte, keinen sauberen Leumund mehr zu haben. Dies, obschon ein kleiner Unfall keinen Einfluss auf diesen hätte. Aufgrund des laufenden Gerichtsverfahrens und während der zweijährigen Probezeit wird das Verfahren aber sistiert.

Verwendete Quellen
  • Artikel in der «Luzerner Zeitung»
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.