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Wahlheimat für Fledermäuse

«Vampire» im Dach: Krienser Kirche ist beliebtes Fledermaus-Zuhause

In Luzern trifft man in Dachgestühlen oft auf Fledermauskolonien, wie dem Braunen Langohr. (Bild: Screenshot Gemeinde Risch)

Die Kirche Hergiswald in Kriens hat tierische Untermieter. Zahlreiche Fledermaus-Ladies nutzen den Kirchturm als Wochenstube. Keine Seltenheit, wie sich zeigt. Im Kanton Luzern sind Kirchtürme beliebte Wohnorte für die Flattertiere.

Fledermäuse haben einen bescheidenen Ruf. Vielen Leuten jagen sie eher einen Schauer über den Rücken, als dass sie «Jöö»-Rufe hervorbringen. Kein Wunder, Folklore und Hollywood haben uns oft genug eingebläut, dass die kleinen Flatterviecher Unheil bringen. Denn ehe man sich's versieht, hat sich die Fledermaus am Fenster in einen spitzzahnigen Blutsauger verwandelt, der einem den Lebenssaft aus den Venen süffelt.

Lässt man den Vampir-Mythos einmal weg, erstaunt es trotzdem, dass sich Fledermäuse besonders in Sommerzeiten ein spezielles Zuhause aussuchen: Kirchen. Genauer gesagt, Kirchtürme. So auch im Kanton Luzern. Bei näherer Betrachtung macht die Wohnungswahl aber durchaus Sinn.

Wie Manuel Lingg, Fledermausschutz-Beauftragter des Kantons Luzern im Portal «Kirche kommt an» erklärt, schätzen die Tiere die Wärme der Kirchtürme. Denn im Gegensatz zu modernen Gebäuden sind die Dachstöcke bei Kirchen oft nicht isoliert und im Sommer dementsprechend warm. Ideale Bedingungen für hiesige Fledermäuse. Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit, denn hier sind sie vor jagenden Katzen sicher. Das Gebimmel der Kirchglocke ist dabei eine Störung, die sie dafür gerne in Kauf nehmen.

Kanton Luzern schätzt die «Vampire»

Ein beliebter «Treffpunkt» ist im Kanton Luzern ist die Kirche Hergiswald in Kriens. Das Dachgestühl dient einer Kolonie Brauner Langohren als sogenannte Wochenstube. Vor allem für weibliche Tiere. Von Anfang Juni bis zirka Ende August finden sich die Weibchen ein, um hier ihr Junges gebären, säugen und aufziehen, bis es nach ein paar Wochen selber fliegen kann.

Der Fledermaus-Beauftragte schätzt die Zusammenarbeit mit der Kirche, die sich sehr rücksichtsvoll für ihre ledrigen Untermieter einsetzt. «Es ist ein Glücksfall, dass das Einvernehmen mit ihnen sehr gut ist, mit unseren Anliegen für den Schutz der Fledermäuse stossen wir auf viel Verständnis und Rücksichtnahme», heisst es im Bericht weiter. So planen die Kirchen Saneriungsarbeiten an den Dächern nicht über die Sommermonate und würden auch die Einschlupflöcher der Tiere nicht mit Scheinwerfern beleuchten.

Grundsätzlich setzt sich der Kanton Luzern stark für die oft missverstandenen Fledermäuse ein und betreibt eine Auffangstation, die von ehrenamtlichen Helferinnen betrieben wird.

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