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Wüste Sprayereien und Verkehrsbehinderung

Unbewilligte Demo in der Neustadt – Polizei sucht Zeugen

Saubannerzug durch Luzern: Die demonstrierenden Personen am 9. Dezember 2016.

(Bild: Leserbild)

In der Nacht auf Samstag haben laut einer Mitteilung der Luzerner Polizei rund 70 Personen in der Neustadt demonstriert. Die Polizei spricht von einer unbewilligten Demonstration aus linksextremen Kreisen. Verhaftet wurde aber niemand. Man habe vermeiden wollen, dass die Sache ausarte.

In der Nacht von Freitag auf Samstag vor Mitternacht seien zirka 70 Personen «aus linksextremen Kreisen» durch Strassen der Neustadt gezogen, schreibt die Polizei. Worum es ging, erfährt man nicht. Einige Demonstranten seien vermummt gewesen oder hätten Masken getragen. Am Pilatusplatz und am Bundesplatz wurde der Verkehr während Minuten blockiert. «Entlang der Umzugsroute wurden Sachbeschädigungen durch Sprayereien an Fassaden, Verkehrssignalen und Reklametafeln begangen», heisst es in der Mitteilung weiter. Im Gebiet Langensand habe sich die Demo dann aufgelöst.

Ein Leservideo der nächtlichen Aktion in Luzern:

 

Saubannerzug vom 9. Dezember in Luzern from zentralplus on Vimeo.

Böller und Einkaufswägelchen angezündet

Auf ihrem nächtlichen Saubannerzug zündeten die Personen laut dem «Blick» auch Böller und versprayten zahlreiche Fassaden und Tafeln mit Sprüchen wie «Burn all prisons», «Patriarchat halts Maul» und «Scheiss auf Luxus». Auch die Polizei sei verunglimpft worden, und zwar mit Sprüchen wie «Fight cops», «Niemand muss Bulle sein» und Abbildungen von Polizisten, die an einem Galgen hängen. Die «Chaoten» hätten Einkaufswagen mit Holz mitgeführt, das sie angezündet hatten, so die Zeitung.

Augenzeuge erlebte die Teilnehmer aggressiv

zentralplus-Leser Nicolas A. Rimoldi hat den Saubannerzug von nahe erlebt. «Wir hatten unsere Mitgliederversammlung der Jungfreisinnigen im Hotel Waldstätterhof und anschliessend tranken wir etwas im Platzhirsch an der Hirschmattstrasse.» Vor der Türe vom Platzhirsch hätten sie den lauten Zug der Demonstranten gehört und gesehen. Rimoldi: «Ich habe den Polizeinotruf gewählt.» Die Polizei sei aber bereits informiert gewesen.

Laut Rimoldi sah der Zug auf den ersten Blick friedlich aus. «Doch als Passanten sie mit dem Handy filmten, zeigten sie ein anderes Gesicht.» Sie hätten gedroht und mit Gegenständen nach den Zuschauern geworfen. Er spricht von Petarden und Bierflaschen. «Einer sprayte mir mit einer Wasserpistole eine Flüssigkeit ins Gesicht», sagt Rimoldi, «es fühlte sich an wie Pfefferspray.» Gewundert habe ihn, dass er keinen einzigen Polizisten gesehen habe beim Umzug.

Ein Foto der Sprayereien vom nächtlichen Saubannerzug durch Luzern. Bild: Blick.ch

Ein Foto der Sprayereien vom nächtlichen Saubannerzug durch Luzern. Bild: Blick.ch

Warum keine Festnahmen?

Die Polizei nahm am Freitagabend keine Personen fest. Polizeisprecher Kurt Graf sagte dem «Blick»: «Es war schwierig, die nächtliche Demo unter Kontrolle zu halten. Zudem wollten wir nicht, dass die Aktion ausartete.» Gegenüber der «LZ» führte Graf am Samstagnachmittag aus, man sei vom Menschenauflauf überrascht gewesen. Die Luzerner Polizei beobachte extremistische Gruppen. «Aber in diesem Fall hatten wir vorgängig keine Hinweise darauf, dass eine solche Kundgebung geplant war.»

Die Polizei war während der Demonstration laut dem Sprecher tatsächlich nicht vor Ort. «Hätten wir mit den verfügbaren Kräften vor Ort interveniert, wäre die Gefahr einer Eskalation hoch gewesen», sagte Graf der Tageszeitung. Die Begründung: «Wir wollten nicht riskieren, dass sich die Gruppe aufsplittert. Daher haben wir die Kundgebung beobachtet und ausführlich dokumentiert.»

Die Luzerner Polizei ermittelt weiter. Zeugen, welche Hinweise auf Teilnehmende der unbewilligten Demonstration machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 041 248 81 17 zu melden.

Sprayereien an einem städtischen Gebäude.

Sprayereien an einem städtischen Gebäude.

(Bild: Leserbild)

Sprayereien beim Polizeiposten.

Sprayereien beim Polizeiposten.

(Bild: Leserbild)

In den Sozialen Medien wird der Vorfall in Luzern ebenfalls heiss diskutiert. Ein Leser-Tweet dazu:

Ein Tweet in eine ganz andere Richtung:

Und noch ein Tweet:

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