Stadttunnel: «Das Bauprojekt kanalisiert den Verkehr»

Der Bauingenieur Henry Bachmann kritisiert in einem Leserbrief Aussagen zum Bauprojekt des ehemaligen Präsidenten des Zuger Kantonsrates – Hubert Schuler. Bachmann selbst sieht Handlungsbedarf – und will, dass umgesetzt statt abgewartet wird.

Mir scheint, dass Hubert Schuler das Projekt Stadttunnel Zug nicht versteht. Der Titel seines Aufsatzes ist für den ersten Teil richtig, doch der zweite müsste richtiger Weise heissen – «er kanalisiert ihn!»
Der Stadttunnel bringt den Verkehr im Kern der Stadt unter den Boden und ermöglicht eine attraktive Gestaltung der Oberfläche! Dies kommt auch diesen Bewohnern der Stadt zugute, die heute massiv unter der enormen Verkehrsbelastung leiden!

Bis zur Eröffnung des Stadttunnels wird der Verkehr weiter zunehmen, sicher nicht abnehmen. Der Dichtestress den Hubert Schuler mit dreimal zwanzig Minuten pro Tag beschreibt ist in Wirklichkeit dreimal zwei bis zweieinhalb Stunden. Dreimal zwanzig Minuten war er vor über vierzig Jahren da waren noch zirka 15‘000 Fahrzeuge im Kanton Zug registriert heute sind es fast 100‘000, mehr als sechs Mal mehr!

Die Nordzufahrt von Zug war nie als eine Quartierstrasse geplant sondern als Zu- und Wegbringer des Verkehrs auf die Autobahn A4a. Sie dient heute aber auch noch als Zubringer eines neuen Wohn- und Geschäftsquartieres, von denen die meisten Bauten erst kürzlich entstanden sind. Ohne diese Strasse hätte Zug heute zweimal im Tag ein grosses Problem. Profitiert haben davon die General-Guisan-Strasse, also das Quartier Herti und im bescheideneren Rahmen auch die Baarerstrasse. Die Nordzufahrt kanalisiert den Verkehr, dafür war sie konzipiert worden. Sie wurde damals mit ähnlichen Argumenten bekämpft!

Irgendwann am St. Nimmerleinstag, kann der Stadttunnel nicht mehr gebaut oder finanziert werden. Wenn Herr Schuler meint, nachfolgende Generationen würden bessere Lösungen finden, dann bezweifle ich das, da seit Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts schon mehrere Generationen nach einer Lösung suchen. Kommende Generationen würden sich höchstens die Fragen stellen, warum das heutige Projekt nicht realisiert wurde.

Für eine wirkliche Diskussion wäre es ausserdem hilfreich, wenn Herr Schuler schreiben würde, welche Quartiere seiner Meinung nach durch den Stadttunnel mehr belastet würden.

Henry Bachmann  
Dipl. Bauingenieur HTL

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