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Fragezeichen rund um Zuger «Juwel»
Stadtrat will keine Luxuswohnungen beim Zurlaubenhof

  • Lesezeit: 3 min
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Ein Juwel ist der Zurlaubenhof: Darüber ist man sich in Zug einig. (Bild: cs)

Die will für 65 Millionen Franken den kaufen – und auf einem Teil der Wiese Wohnungen erstellen. Gegen die Baupläne regt sich Widerstand. Mit möglichen Folgen für den Kaufpreis.

Perle, Juwel, Oase: Die Worte, die im Zusammenhang mit dem Zuger verwendet werden, zeigen dessen Stellenwert. Die Familie Bossard, seit 178 Jahren Besitzerin der Hof- und Gartenanlage, hat der Stadt ein Angebot für 65 Millionen Franken unterbreitet. Eine einmalige Gelegenheit, findet der Stadtrat. «Es ist ein wunderschöner Ort, der für die Stadtzuger Bevölkerung zugänglich gemacht werden kann», heisst es dazu im Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK)

Soweit ist man sich nämlich auch in der GPK einig. Doch wenn es um die zukünftige Nutzung des Areals geht, stehen derzeit noch offene Fragen im Raum. Vor allem die Pläne, einen Teil der Wiese zu überbauen, stossen auf Skepsis. Namentlich in der Politik, aber auch in den Reihen des Heimatschutzes (zentralplus berichtete).

Weder preisgünstige noch Luxuswohnungen

Mit 32’470 Quadratmeter Grundstücksfläche handelt es sich um eines der grössten privaten Areale auf Zuger Stadtgebiet. Wie aus dem GPK-Bericht hervorgeht, ist rund um das historische Ensemble eine «moderate Bebauung» mit rund 64 Wohnungen – ein Mix aus Miete und Eigentum – vorgesehen. Das ist weniger als zulässig wäre, denn die Ausnützungsziffer wird bewusst unterschritten, um dem Ortsbild gerecht zu werden.

Der Stadtrat bevorzugt Wohnungen im mittleren Segment. «Preisgünstige Wohnungen sowie
Luxuswohnungen sind nicht vorgesehen», wird der Vorsteher des Finanzdepartements im GPK-Bericht zitiert. Wie der Mix genau aussehen wird, sei politisch auszuhandeln.

Denn der Stadtrat will zuerst den Kauf abschliessen. «Erst danach soll darüber befunden werden, was der endgültige Verwendungszweck ist.» 

Ohne Wohnungen wäre Zurlaubenhof viel weniger wert

Doch die Frage, ob und welche Wohnungen gebaut werden, ist nicht nur für den politischen Erfolg ausschlaggebend. Sondern auch für den Preis. Denn im vorliegenden Verkaufsangebot von 65 Millionen Franken ist das Bauland einkalkuliert – der Wert der Liegenschaft ohne Bebauungsplan liegt gemäss einer Schätzung «nur» bei 27 Millionen Franken.

Ein Mitglied der GPK äusserte die Sorge, dass die Überbauung des Grundstückes nach dem Kauf im politischen Prozess aktiv verhindert werde. Vermeiden könnte man das nur, wenn die Baupläne bereits in Stein gemeisselt wären.

In der Kommission kam deshalb die Idee auf, gleichzeitig mit dem Kauf auch über den Bebauungsplan abzustimmen. Dies im Sinne einer «Garantie», dass die dereinst auch wirklich auf der Wiese bauen darf und sie nicht grün bleibt, wie das einige wünschen (zentralplus berichtete).

Zurlaubenhof Zug Salle Blanche
Der Salle Blanche des Zurlaubenhofs.

Doch genau da liegt der Hund begraben. Zwar hat die Familie Bossard bereits viel in die Vorarbeiten investiert: Eine Testplanung, ein Projektwettbewerb, ein Bebauungsplan, ein Richtprojekt, all das liegt vor. Doch bis der Bebauungsplan rechtsgültig umgesetzt wird, könnte es aufgrund des politischen Prozesses und möglicher Einsprachen noch Jahre dauern.

Darauf zu warten, lehne die Familie Bossard, welche nach der langen Planungsphase endlich zu einem Abschluss kommen wolle, klar ab. Und weil der Vorvertrag mit der Stadt Zug lediglich bis Ende Jahr gültig ist, könnte dies den Kauf gar gefährden.

GPK will zusätzliche fünf Millionen für Investitionen

Auch wenn das nicht alle zufrieden stellte: Die Argumentation leuchtete auch der Geschäftsprüfungskommission ein. Der Antrag, Bebauungsplan und Kauf gemeinsam vors Volk zu bringen, wurde zurückgezogen. Die GPK empfiehlt den Kauf des Zurlaubenhofs für 65 Millionen Franken plus zusätzlich 5 Millionen Franken als Rahmenkredit für wertvermehrende Investitionen.

Doch die Frage, ob die Stadt Zug 65 Millionen Franken für ein Grundstück zahlen soll, das unbebaut deutlich weniger wert ist, dürfte die Zuger Stadtpolitik noch beschäftigen. Spätestens nächste Woche, wann das Parlament über den Kauf des Zurlaubenhofs entscheiden wird. Sagt eine Mehrheit des Grossen Gemeinderates am 22. März Ja, dürfte das Geschäft voraussichtlich am 15. Mai zur Volksabstimmung gelangen.

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