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Spiess-Hegglin nimmt den Kampf auf

Die Zuger Fasnachtszeitung ist jedes Jahr derb, aber dieses Jahr hat sie noch einen drauf gegeben – und kratzt damit die Granze des rechtlich Zulässigen. Zumindest wenn es nach Jolanda Spiess-Hegglin geht: Sie spricht von Verleumdung und übler Nachrede.

Die Zuger Fasnachtszeitung «Feuerhorn» hat sich auch in ihrer diesjährigen Ausgabe auf Jolanda Spiess-Hegglin eingeschossen, und geht dabei hart an die Grenze ertragbarer Satire – und des rechtlich Zulässigen. Zumindest für Jolanda Spiess-Hegglin. Unter anderem stellt das Blatt Spiess-Hegglin in einer Zeichnung nackt und in Windeln als «Star des Tages» dar, in einer anderen Zeichnung als Schaufensterpuppe mit umgehängten BHs, und holt daneben zu unzähligen Seitenhieben aus. Das «Feuerhorn» wird vom Styger Rettungscorps des Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) verfasst, die Autoren sind anonym. Spiess-Hegglin hat den Kampf aufgenommen und präsentiert Ihre Version der Sache auf ihrem neuen Blog nichtschweigen.ch, inklusive der gesamten Ausgabe des «Feuerhorns».

Spiess schreibt: «Ganz nüchtern nochmals: die Freiwillige Feuerwehr Zug respektive das Styger Rettungscorps ist eine Rettungsorganisation. R-E-T-T-U-N-G-S-O-R-G-A-N-I-S-A-T-I-O-N! Ich bin mir einfach nicht sicher, ob sich das Diffamieren und gezielte Erniedrigen einer den Herren nicht genehmen Frau damit verträgt.» Zudem unterstellt Spiess dem Feuerhorn eine Nähe zu Markus Hürlimann: Ein Verwandter Hürlimanns sei Mitglied des Rettungscorps.

Roland Föhn, der Präsident des Styger Rettungscorps und damit Verantwortlicher für das «Feuerhorn» schreibt in einem Brief an Spiess-Hegglin: «Das Feuerhorn ist eine Fasnachtszeitung, die überspitzt darstellt, was im letzten Jahr passiert ist. Wenn wir damit Ihre persönlichen Gefühle verletzt haben, dann war das nicht unsere Absicht.»

Spiess-Hegglin wirft Föhn zudem vor, Sie mit über Faccebook fürs «Feuerhorn» ausspioniert zu haben und veröffentlicht mehrere Facebook-Chats mit Föhn, der sich darin sehr fürsorglich gibt. Spiess-Hegglin verlangt von FFZ-Kommandant Daniel Jauch eine öffentliche Entschuldigung und die Bekanntgabe der Verantwortlichen, und droht damit, die FFZ zu verklagen.

 

Darf das Satire? Was darf sie überhaupt? Dazu hat sich unser Autor Philipp Bucher Gedanken gemacht. Lesen Sie hier weiter: Kann man es zu bunt treiben?

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