Volksabstimmung folgt

Seepromenade Ägerital: Neue Stegführung

So könnte die umstrittene Seepromenade dereinst aussehen, die Unter- und Oberägeri verbinden soll. (Bild: zvg)

Der geplante Steg für die Seepromenade, die Unter- und Oberägeri verbinden soll, ist heftig umstritten. Nun wurden neue alternative Stegführungen in Ufernähe entwickelt. Aber auch das Projekt mit einem durchgängigen seeseitigen Rad- und Gehweg wird vorangetrieben.

Der geplante Steg für die Seepromenade, die Unter- und Oberägeri verbinden soll, ist heftig umstritten. Gemäss der ursprünglichen Planung sollten insgesamt vier Stege übers Wasser führen, welche den Landweg ergänzen. Nachdem das Projekt bekannt wurde, opponierten vor allem Anwohner. Die heutige Mitte-Regierungsrätin Laura Dittli sprach von einer «grössenwahnsinnigen Vision».

Prüfung der Bewilligungsfähigkeit beim Kanton

Zwar gab es inzwischen Anpassungen an das Projekt. Marcel Güntert, FDP-Gemeindepräsident von Oberägeri, sagte gegenüber zentralplus, dass Stege nur noch dort realisiert würden, wo keine privaten Grundstücke an den See anstossen – «vorausgesetzt, dass wir landseitig das benötigte Land erwerben können» (zentralplus berichtete).

In der Zwischenzeit wurde das Projekt weiter überarbeitet. So wurden nun alternative Stegführungen in Ufernähe entwickelt, speziell für Etappe 3 beim Holderbachweg in Oberägeri. Zugleich wurde das Projekt mit einem durchgängigen seeseitigen Rad- und Gehweg vorangetrieben.

Die beiden Gemeinden Unter- und Oberägeri wollen nun die Bewilligungsfähigkeit des Projektes klären. Dies soll durch eine Bauanfrage an den Kanton erfolgen, sobald auch strassenseitig klarer ist, wie viel Rad-/Gehwegfläche zur Verfügung steht und welche der einstmals vier vorgesehenen Steg-Etappen ins Projekt einfliessen sollen. Dies ist dem aktuellen Informationsblatt der Gemeinde Oberägeri zu entnehmen. Betroffene Grundeigentümer würden aus erster Hand über den Projektstand informiert, versichert die Gemeinde.

Abstimmung mit Varianten

Die IG «Seepromenade mit Mass», der Laura Dittli angehört, will jedoch gar keinen Steg. Es ist der bekannte Konflikt zwischen Seeanstössern und der Öffentlichkeit, denn laut dem eidgenössischen Raumplanungsgesetz sind Gewässer öffentliches Gut. Strittiger Punkt dabei ist, ob der Uferstreifen dazugehört. Ein Bundesgerichtsentscheid von 2001 bezeichnet Gewässer und Ufer zwar als «unzertrennliche Einheit». Andere vertreten die Auffassung, dass sich aus dem Bundesrecht kein direkter Anspruch auf freien Zugang zu See- und Flussufern ableiten lässt.

Ende 2023 oder Anfang 2024 ist vorgesehen, das Projekt den Stimmbürgern vorzulegen. Dabei soll auch über Varianten abgestimmt werden können. Je nachdem, wie viele Stege gebaut werden, soll das Vorhaben der beiden Seegemeinden zwischen 14,1 und 16,1 Millionen Franken kosten – dabei sind 4,6 Millionen Franken Bundesgelder bereits abgezogen.

Verwendete Quellen
  • Informationsblatt «Oberägeri.ch»
  • Artikel zentralplus
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