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Der Protest der Kulturschaffenden reisst nicht ab

Schon 380 Trauerkarten für Luzerner Regierungs- und Kantonsrat

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Adieu Kultur, lebwohl! Mittlerweile sind bereits Hunderte Trauerkarten beim Luzerner Kulturdirektor Reto Wyss eingegangen. Mit der Aktion «Kultur bleibt!» wollen teilnehmende Kulturschaffenden den Abbau bei der Kulturförderung verhindern.

Am 12. Juli hat eine Vielzahl von Kunst-und Kulturschaffenden mit gemeinsamen Kondolenzkarten gegen das Absterben der direkten Kulturförderung protestiert. Rund 90 individuell beschriebene und gestaltete Karten, die – wie es sich gehört – jeweils mit einer Trauerspende bestückt waren, sind am 14. Juli 2017 bei Kulturdirektor Reto Wyss eingetroffen. Parallel dazu wurden Kunst- und Kulturschaffende sowie Sympathisanten in einem breiten Aufruf gebeten, sich bis Ende Sommer an der Aktion zu beteiligen und ebenfalls Kondolenzkarten zu schreiben. Inzwischen hat Reto Wyss über 260 Trauerkarten erhalten (Stand 24. August 2017). Die Aktion «Kultur bleibt!» sei auf grosse Resonanz gestossen und laufe weiter, schreibt das Aktionsteam.

Reto Wyss hat sich bereits bedankt

Auslöser der Aktion ist ein Leistungsabbau des Kantons Luzern, welcher mit der Streichung von 800’000 Franken Kulturförderungsgelder den Kulturschaffenden einen wichtigen Lebensnerv raubt. 800’000 Franken sind 40 Prozent aller Gelder für die Freie Szene. Somit verlieren die Betroffenen beinahe die Hälfte der wichtigen Grundlage für das Kulturschaffen. Karten an die Kantonsräte Regierungsrat Reto Wyss hat am 17. Juli 2017 den Kulturschaffenden als Antwort auf die erste Zusendung von «lebhaften und authentischen Zeugnissen der Kreativität der Kulturschaffenden unserer Region» (Zitat Reto Wyss) eine Danksagung zukommen lassen (zentralplus berichtete). In dieser verspricht der Bildungs- und Kulturdirektor, sich persönlich dafür einzusetzen, dass die «Kulturförderung nicht auf das Totenbett zu liegen kommt».

Alle Kantonsräte bekamen Kondolenzkarten

Damit Reto Wyss den nötigen Rückhalt für sein und unser Anliegen findet, erhielten nun in der Folge alle 120 Kantonsräte per Post eine persönliche und individuelle Karte, von Kunstschaffenden jeweils zum Original gestaltet, schreibt das Aktionsteam «Kultur bleibt!» in einer Mitteilung. Den Räten seien ebenfalls Trauerspenden von jeweils 10 Franken beigelegt worden. Die Karten liefern – persönlich von zahlreichen Kunst- und Kulturschaffen geschrieben – weit mehr als 120 Argumente für die Wiederbelebung der laut Aktionsteam «existenziell wichtigen Produktions- und Projektförderung» des Kantons Luzern.

Die Forderungen von «Kultur bleibt!»: Die Kulturförderbeiträge sollen 2017 und 2018 (und auch in Zukunft) nicht reduziert werden. Produktionsgelder und Projektbeiträge seien elementare Grundsteine der Kulturförderung. «Wir fordern mit dieser Aktion alle Fraktionen auf, die Kulturförderung wiederzubeleben.»

Vor zwei Wochen protestierten Luzerner Kulturschaffende mit einer grossen Aktion gegen den Kulturabbau (zentralplus berichtete).

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