Luzerner Asylnetz schreibt offenen Brief an Regierung

«Schauen Sie in die Welt, bevor Sie das Asylzentrum schliessen»

2016 wurde das Durchgangszentrum (DGGZ) Rothenburg eröffnet. (Screenshot: GoogleMaps)

Das Asylzentrum in Rothenburg soll frühzeitig geschlossen werden. Das Luzerner Asylnetz schreibt nun in einem offenen Brief an die Regierung, dass der Kanton mehr tun könnte, was Flüchtlinge auf der Flucht anbelange.

An diesem Mittwoch wurde bekannt, dass der Kanton das Asylzentrum in Rothenburg schliessen will – sechs Monate vorzeitig (zentralplus berichtete).

Nun richtet das Luzerner Asylnetz einen offenen Brief an die Regierungsräte des Kantons Luzern. In diesem schreibt das Asylnetz, wie in Bosnien die Flüchtlinge stranden, in Griechenland täglich Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und vielen weiteren Staaten landen.

Und auch die zwangsweise Ausschaffung der tschetschenischen Mutter L.A. und ihrer traumatisierten Tochter durch die Luzerner Behörden am 11. November wird thematisiert. Die Ausschaffung sorgte für grosses Echo (zentralplus berichtete). Mehr als 4'000 Menschen unterschrieben eine Petition gegen die Zwangsausschaffung (zentralplus berichtete).

«Sie haben gewusst und mitentschieden, dass das Amt für Migration eine Mutter mit Ihrer traumatisieren Tochter durch die Luzerner Polizei verhaften und nach Belgien ‹überstellen› liess», schreibt das Asylnetz im Brief weiter. «Der Kanton könnte mehr tun.» Er könne sich einsetzen für die Menschen auf der Flucht und beim Bund einiges erreichen. «Der Kanton kann Menschen aufnehmen, auch wenn dies das Staatssekretariat für Migration nicht will», schreibt das Asylnetz.

Sie ermutigen den Regierungsrat, aktiv zu werden. Der Kanton habe freie Betten. «Also, schauen Sie in die Welt, öffnen Sie die Augen und Ihre Herzen, bevor Sie das Asylzentrum schliessen», heisst es im Brief abschliessend.

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