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Sans Papiers nutzen Möglichkeit der Berufslehre nicht

Jugendliche ohne Papiere nutzen die Ausnahmeregelung, die ihnen eine Berufslehre erlaubt, kaum. Die Hürden dafür sind zu hoch. Dies erlebt auch die Anlaufstelle für Sans-Papiers in Luzern.

Seit bald zwei Jahren können Jugendliche ohne Bleiberecht für die Dauer einer Berufslehre ein befristetes Aufenthaltsrecht beantragen. Statt der vom Bund erwarteten 200 bis 400 Sans-Papiers-Lehrlinge haben bisher aber nur zwei von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Regula Erazo, Leiterin der Kontakt- und Anlaufstelle für Sans-Papiers in Luzern, zeigt sich gegenüber dem «Pfarreiblatt Kanton Luzern» nicht erstaunt: «Die Jugendlichen müssen, wenn sie ein Gesuch einreichen, ihre Identität und die ihrer Familie offenlegen. Sie riskieren damit, dass bei einem negativen Entscheid die ganze Familie die Schweiz verlassen muss.» Die Jugendlichen müssten während der Lehre auch jederzeit damit rechnen, dass ihre Angehörigen ausgewiesen werden und sie danach allein in der Schweiz zurückbleiben.

Die nationale Plattform zu den Sans- Papiers fordert den Bund deshalb auf, die Verordnung zu ändern, damit jugendliche Sans-Papiers ihr «fundamentales Recht auf Bildung» einfordern könnten, wie es auch in der Bundesverfassung verankert sei.

Die Kontakt- und Anlaufstelle für Menschen ohne Papiere – Sans-Papiers – in Luzern besteht seit Januar 2012. Nach Abschluss der dreijährigen Pilotphase wird die Stelle weitergeführt. Leiterin ist seit Beginn Regula Erazo. Die Nachfrage steigt seit der Eröffnung der Stelle. 2012 wurden 287 Beratungsgespräche gezählt, 2013 462, im laufenden Jahr waren es bisher gegen 350.

 

 

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