Während Bürgenstock-Gipfel

Russische Hacker griffen Luzerner Sanitätsnotruf an

Mittels Phishing-Angriffe gegen Mitarbeitende wollten die Hacker in die System der Sanitätsnotrufzentrale eindringen. (Bild: fotolia.de)

Während des Friedensgipfels auf dem Bürgenstock griffen russische Hacker diverse Einrichtungen des Bundes und der Kantone an. Nun zieht das Bundesamt für Cybersicherheit eine Bilanz.

Bereits im Vorfeld des Gipfels rechnete der Bund mit Cyberangriffen auf die Konferenz und auf Infrastrukturen in der Schweiz.

«Grossveranstaltungen und internationale Konferenzen werden gerne als Anlass für Cyberangriffe verwendet», heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Cybersicherheit.

Man habe daher bereits früh einen Cyberlageverbund lanciert, der die Angriffe abwehren sollte. Dies habe gut funktioniert, schreibt das Bundesamt für Cybersicherheit. Es zieht nun eine Bilanz.

Angriffe gegen das Sicherheitsdispositiv

Kurz vor, während und für kurze Zeit nach der Konferenz sei es in der Schweiz zu verschiedenen Ereignissen im Cyberraum gekommen. Dazu zählten Überlastungsangriffe (sogenannte «DDoS-Angriffe») gegen Webseiten von Behörden und in die Konferenz involvierte Organisationen. «Diese wurden nachweislich von einer pro-russischen Hacktivisten-Gruppe namens ‹NoName057(16)› ausgeführt», schreibt das Bundesamt.

Auch habe es Angriffe gegen das Sicherheitsdispositiv der Konferenz gegeben. Diese Angriffe will der Bund vorerst nicht weiter kommentieren, schreibt er.

Die Angriffe hätten jedoch im Bereich des Erwarteten gelegen und lediglich zu kleineren Störungen von IT-Infrastrukturen geführt. «Es bestand jedoch zu keiner Zeit eine Gefährdung von IT-Systemen oder Daten der Konferenz oder in die Durchführung der Konferenz involvierten Organisationen», heisst es in der Mitteilung.

Zurzeit gebe noch einzelne DDoS-Angriffe auf Ziele in der Schweiz fest. Es sei davon auszugehen, dass sich die Lage in den kommenden Tagen wieder normalisiert.

Hacker wollte mit Phishing in System der Sanitätsnotrufzentrale

Neben den Angriffen auf die Infrastruktur des Bundes sei es auch zu digitale Einbruchsversuche in IT-Systeme der involvierten Kantone Nidwalden und Obwalden sowie Phishing-Angriffe gegen Mitarbeitende der Sanitätsnotrufzentrale Luzern gekommen. Letztere hätten kurz vor der Konferenz stattgefunden.

Dabei hätten unbekannte Täter mutmasslich versucht, mittels gefälschter E-Mails an Zugangsdaten von Mitarbeitenden der Sanitätsnotrufzentrale zu gelangen. Der Cyberangriff sei jedoch durch Mitarbeitende als solcher erkannt und dem Cyberlageverbund gemeldet worden, heisst es im Bericht des Bundesamtes für Cybersicherheit.

Verwendete Quellen
  • Mitteilung und Bericht Bundesamt für Cybersicherheit
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