Verurteilung von Luzerner Journalistin trug dazu bei

Pressefreiheit: Schweiz verliert zwei Ränge

Für die Medienfreiheit sei der «Fall Gundula» besorgnisseregend.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat ihr jährliches Pressefreiheits-Ranking bekannt gegeben. Der Fall der verurteilten Luzerner Journalistin hatte einen Einfluss auf die schlechtere Platzierung gegenüber dem Vorjahr.

Bei der Pressefreiheit belegt die Schweiz weltweit Platz 8. Sie  gehört damit zu jenen Staaten, in denen die Pressefreiheit vollumfänglich garantiert ist. Im Gegensatz zum Vorjahr musste die Schweiz aber zwei Plätze einbüssen.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen nennt mehrere Faktoren, die zum leicht verschlechterten Ranking beitrugen. So wird etwa die beschleunigte Konzentration in der Schweizer Presse angeprangert. Gerade die regionale Berichterstattung, die in der direkten Demokratie für die öffentliche Meinungsbildung besonders wichtig sei, stehe unter hohem Druck.

Verurteilung ist besorgniserregend

Besorgniserregend sei aber auch die Tatsache, dass die Hemmschwelle Journalistinnen und Journalisten zu verklagen tiefer liege. Als Beispiel nennt die Organisation den Fall der Journalistin Jana Avanzini. Für eine zentralplus-Reportage über eine besetzte Villa an der Obergrundstrasse in Luzern, betrat sie das Grundstück und wurde in der Folge wegen Hausfriedensbruchs verurteilt (zentralplus berichtete). Der Fall löste eine breitere Diskussion zum Thema Medienfreiheit aus.

Das Ranking wird von Norwegen, Finnland und Dänemark angeführt. Direkt vor der Schweiz platziert sich Jamaika. Den vollen Bericht gibt’s hier.

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1 Kommentar
  • Profilfoto von CScherrer
    CScherrer, 22.04.2020, 08:05 Uhr

    Liest man diese Liste, dann stellt man fest, dass Costa Rica direkt vor der Schweiz platziert ist. Dies als kleine Randnotiz. Dennoch überaus besorgniserregend für unser Land. Die Türkei befindet sich bezeichnenderweise praktisch am Ende der Tabelle auf Rang 154. Eine weitere Randnotiz: Die Preisverleihung von Herr Fetisov im Hotel Schweizerhof bekommt einen zusätzlichen hässlichen Beigeschmack, wenn man die Platzierung von Russland ansieht. Die Rangliste sagt einiges über den traurigen Zustand vieler Länder auf. Sie zeigt aber auch auf, dass ein Land mit einer direkten Demokratie scheinbar nicht davor gefeit ist, dass die Pressefreiheit leidet. Ebenfalls interessant, dass es sich bei Herr Bodum um einen dänischen Staatsangehörigen handelt. Und in Dänemark scheint dies scheinbar mit der Pressefreiheit besser zu klappen.

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