Abwärme soll das Quartier beheizen

Neues Datacenter: Stadt gibt Warteggstollen im Baurecht ab

Der Eingang zum Warteggstollen bei den Sportanlagen der Kanti Alpenquai. (Bild: bic)

Der Luzerner Stadtrat will den ehemaligen Zivilschutz- und Verwaltungsstollen Wartegg nach langjährigem Leerstand wieder beleben. Einrichten soll sich die ewl, die im Untergrund ein Rechenzentrum nach betreiben will.

Im Jahr 1968 räumte die damalige Einwohnergemeinde Luzern dem Kanton Luzern das Recht ein, unter ihren Grundstücken im Gebiet Tribschen einen Zivilschutz- und Verwaltungsstollen zu erstellen. Dieser sogenannte «Warteggstollen» liegt grösstenteils unterirdisch im Hügel zwischen dem Tribschenmoosweg und dem Richard-Wagner-Weg.

2011 entliess der Regierungsrat den Warteggstollen aus der Funktion als Zivilschutzanlage. Der gesamte Warteggstollen ging 2012 entschädigungslos in den Besitz der Stadt Luzern über und wird seither nicht genutzt. Nun wird er einer neuen Nutzung zugeführt (zentralplus berichtete).

ewl gründet neue Firma

«Seit 2011 verfolgt die ewl energie wasser luzern die Idee, im Warteggstollen ein Rechenzentrum nach den neuesten ökologischen Standards zu erstellen und zu betreiben. Die ewl beabsichtigt, einen Teil der Fläche an Dritte zu vermieten und somit ein neues Geschäftsfeld zu entwickeln», heisst es dazu in einer Mitteilung der Stadt Luzern. Die Anlage werde deshalb der gegründeten ewl Rechenzentrum AG im selbstständigen Bau- recht für 60 Jahre abgegeben.

Mit dem Baurechtsvertrag zwischen der ewl Rechenzentrum AG und der Stadt Luzern macht der Stadtrat den Weg frei für ein nachhaltige Nutzung des Warteggstollens. Der von der Aussenwelt abgeschirmte und sichere Bunkerkomplex biete optimale Voraussetzungen für den Betrieb des Rechenzentrums.

Abwärme soll das Quartier beheizen

«Das neue Angebot wird den Wirtschaftsstandort Luzern um eine innovative Dienstleistung bereichern und für Unternehmen entsteht eine attraktive Lösung, um die eigene IT-Infrastruktur und Datenspeicherung in einem geografisch getrennten System zu betreiben», blickt der Stadtrat in die Zukunft.

Ein besonderes Augenmerk sei auch auf den Aspekt der Energieeffizienz gelegt worden. So werde das neue Rechenzentrum aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen betrieben, und die aufgrund der Kühlung des Rechenzentrums entstehende Abwärme soll zur Beheizung der umliegenden Wohnquartiere verwendet werden. Das Projekt leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft, und die Umsetzung der städtischen Energie- und Klimastrategie wird tatkräftig vorangetrieben.

Bevor es soweit ist, muss der Grosse Stadtrat das Projekt noch absegnen. Entschieden wird voraussichtlich am 4. Juni.

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2 Kommentare
  • Profilfoto von Anwalt
    Anwalt, 24.05.2020, 22:12 Uhr

    Es war wirklich eine schwierige Zeit. Ich musste sogar einen Scheidungsanwalt aus Bern einschalten, weil ich es mit meinem Mann nicht mehr aushielt.

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  • Profilfoto von Hans Hafen
    Hans Hafen, 30.04.2020, 13:05 Uhr

    Genau! Mit einer wahnwitzigen und rückschaulosen Erhöhung der Digitalisierungs-Kadenz erreicht man die 2000-Watt-Gesellschaft sicherlich in Windeseile und locker aus dem Stand. Diese ganze Technologie wird schliesslich aus einem Perpetuum Mobile gespeist, dass in den altehrwürdigen Kellergewölben des Stadthauses steht. Übrigens: Wie hoch ist der Baurechtszins, den die EWL jährlich an die Stadt entrichten muss?

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