Verhandlung vor dem Zuger Obergericht

Methproduzent aus Oberägeri bestreitet Vorwürfe erneut

Laut eigenen Aussagen hat der Beschuldigte in diesem Labor «geringfügige Mengen» Crystal Meth hergestellt. (Bild: Zuger Polizei)

Am Montag stand der Mann, der in Oberägeri ein Crystal-Meth-Labor betrieben hat, vor dem Zuger Obergericht. Dabei beklagte er sich darüber, dass beim Prozess nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Den Vorwurf des qualifizierten Gesetzverstosses bestritt er erneut.

Hat der gebürtige Norweger, der in seiner Wohnung im zugerischen Oberägeri die Droge Metaamphetamin, besser bekannt unter dem Namen «Crystal Meth, hergestellt hat qualifiziert gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen oder nicht? Diese Frage galt es am Montag bei der Berufungsverhandlung vor dem Zuger Obergericht zu klären.

Dem heute 43-Jährigen wird vorgeworfen, die Droge aus kommerziellen Überlegungen produziert und damit gegen das Gesetz verstossen zu haben, was der Beschuldigte indes vehement bestreitet. Dennoch hatte ihn das Zuger Strafgericht schuldig gesprochen und eine bedingte Freiheitsstrafe von 180 Tagen sowie eine Geldstrafe aufgebrummt. Der Mann hatte das Urteil jedoch weitergezogen (zentralplus berichtete).

«Behörden haben Fehler gemacht»

Wie «20 Minuten» nun berichtet, hat der Mann am Montag auch vor dem Oberrichter wiederholt betont, dass er den Stoff nur zum Eigengebrauch und aus wissenschaftlichem Interesse hergestellt habe und anders vorgegangen wäre, hätte er damit Geld verdienen wollen. «Es war ein Experiment und kein Drogenlabor. Es war für mich viel mehr eine Therapie in einer schwierigen Lebenssituation», zitiert ihn das Portal. Deshalb habe er eine «geringfügige Menge» der Droge produziert.

Den Strafverfolgungsbehörden warf der Mann, der zurzeit ein Chemiestudium absolviert und von Sozialhilfe lebt, zudem vor, dass sie bei seiner Einvernahme Fehler gemacht hätten und seine in Englisch gemachten Aussagen teils falsch übersetzt, protokolliert und aus dem Kontext gegriffen worden seien. Weiter habe er sich enormem Druck ausgesetzt gefühlt und deshalb Aussagen gemacht, die nicht der Wahrheit entsprächen.

Die Frau aus Thailand, die dem Tüftler assistierte und Kontakt zu diversen Dealern pflegte war er seinerseits vor, ihn gepusht und in eine Richtung getrieben zu haben, die er nie einschlagen wollte. Den Kontakt zu ihr hat er abgebrochen. Die Frau wiederum bestritt die gegen sie gerichteten Vorwürfe.

Themen
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.
Zeichenanzahl: 0 / 1500.


0 Kommentare
    Apple Store IconGoogle Play Store Icon