«Machen wir es unseren Vorfahren nach»

Daniel Stadlin (GLP, Zug) erklärt in einem Leserbrief, warum das Stadttunnel-Projekt wagemutig, aber trotzdem richtig sei. Der Kantonsrat ist überzeugt, dass der Tunnel die Stadt Zug vom Durchgangsverkehr befreien und ihr Wohn- und Aufenthaltsqualität zurückgeben würde.

Leserbrief von Daniel Stadlin:

1540 baute die Stadt Zug eine neue Strasse in die damalige Vogtei Cham, die dann aber wegen der Ufernähe je nach Wasserstand oft unpassierbar war. Ende 16. Jahrhundert wollten die Zuger das Problem endlich lösen. Entweder mit einer neuen Strasse, oder mit einer Absenkung des Sees. Sie entschieden sich für die Tieferlegung der Lorze und senkten den Seespiegel um zwei Meter. Dieses revolutionäre und weitherum einmalige Werk war ein ausgesprochen kühnes Projekt und dessen Finanzierung für die armen Zuger eine äusserst gewagte Angelegenheit. Aber sie liessen sich nicht beirren und haben es getan. Anfangs 20. Jahrhundert baute die nach wie vor mausearme Stadt Zug das damals völlig überrissene Theater Casino. Auch nach über hundert Jahren bildet dieser Bau das kulturelle Zentrum des Kantons. Heute wissen wir: Beide Entscheide waren wagemutig, aber richtig. Mit dem Stadttunnel-Projekt stehen nun wir vor einer wegweisenden Entscheidung.

Dafür oder dagegen – der Stadttunnel polarisiert. Und das schon seit den 1950er Jahren. Über Jahrzehnte wurde geplant und nichts umgesetzt. Nur Makulatur produziert. Ein verkehrsarmes Stadtzentrum schien einfach nicht machbar. Erst 2010 kam Bewegung auf, als der Stadttunnel mittels breit abgestütztem öffentlichen Mitwirkungsverfahren komplett neu lanciert wurde. Die Zuger Bevölkerung erhielt sozusagen ihre letzte Chance. In einem äusserst kreativen Prozess haben sie das Stadtzentrum neu gedacht und den nun vorliegenden «Stadttunnel Zug mit ZentrumPlus» ausgearbeitet. Endlich ein Projekt, das die Zielvorgaben in Verkehrsführung und Zentrumsaufwertung optimal erfüllt. Dank unterirdischem Kreisel konnte sogar der stark umstrittene Doppelanschluss Ägeristrasse auf ein Portal reduziert werden. Keine Frage, dieses Bauwerk hat das Potential, die Stadt Zug endlich vom Joch des Durchgangsverkehrs zu befreien und die ihr lange verwehrte Wohn- und Aufenthaltsqualität zurückzugeben. Machen wir es unseren Vorfahren nach und nutzen diese einmalige Chance.

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