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Er war bekannt als «Tüechlimann»

Luzerns bekanntester Obdachloser Felisch ist gestorben

Felisch, aufgenommen von Martin Weibel 2013 für eine Fotoreportage. (Bild: Martin Weibel)

Letztes Wochenende wurde er nach einem Zusammenbruch ins Spital eingeliefert – nun ist der stadtbekannte Bettler «Felisch» in der Nacht auf Samstag verstorben. Dies bestätigen verschiedene Quellen, die den Luzerner Felisch gut kannten, gegenüber zentralplus.

Fritz Antonenko, der selber lange Jahre auf der Strasse lebte und Felisch kannte, schreibt auf Facebook: «Mit viel Trauer und Mitleid nehmen wir nun definitiv Abschied vom ‹Tüechlima›. Wir halten ihn in Erinnerung und teilen unser Leid mit all denen, welche ihm Wohlgesinnt waren.»

Er gehört zum Stadtbild

Felisch, von vielen «Tüechlimann» genannt, gehörte in der Luzerner Neustadt und um den Bahnhof herum seit Jahren zum Stadtbild. Er war wohl Luzerns bekanntester Obdachloser: Die Meisten in der Stadt Luzern haben ihn schon gesehen oder wurden um etwas Münz angefragt.

So auffällig Felisch in seine Tücher gewandet auch aussah: Immer trat er zurückhaltend und freundlich auf, wenn er nach etwas Geld oder nach einer «Zigi» bettelte. Seine Schlafplätze suchte er sich im Neustadt-Gebiet, in der kalten Jahreszeit klopfte er auch bei der Notschlafstelle an.

In letzter Zeit ging es ihm jedoch zusehendes schlechter.

Die Strasse wurde sein Zuhause

Der 38-Jährige aus Sarnen war immer wieder Gesprächsstoff und mancher fragte sich, wieso er auf der Strasse gelandet war.

Der gelernte Käser war jung mit Drogen in Berührung gekommen. Nach einer Polizei-Kontrolle, bei der er mit verschiedenen Drogen erwischt wurde, verlor er vor über zehn Jahren seinen Job und Führerausweis – und später auch die Wohnung. Fortan war die Strasse sein Zuhause, das Betteln wurde zu seiner Tätigkeit.

Stadtbild wird ärmer

Nun hat sich die Hoffnung, dass er seinen Zusammenbruch im Spital überlebt, nicht bestätigt (zentralplus berichtete). An eine Stadt ohne Felisch wird man sich noch gewöhnen müssen.

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