Luzerner Wildschweine auf der Abschussliste

In den Luzerner Wäldern sind wieder vermehrt Wildschweine unterwegs. Das berge Gefahren für Schweinebetriebe und landwirtschaftliche Kulturen. Eine kantonale Arbeitsgruppe fordert deshalb, die Wildschweine künftig konsequent zu bejagen.

Im Kanton Luzern sind vor einem Jahr erstmals seit langem wieder Wildschweinrotten eingewandert. Mit dem Bau neuer Wildtierbrücken über die A1 wird deren Ausbreitung in Richtung Süden noch beschleunigt. Diese Wiederbesiedlung wird von den Luzerner Landwirten und der Jägerschaft nicht ohne Besorgnis aufgenommen: Schweinehaltungsbetriebe fürchten mögliche Ansteckungen ihrer Tiere durch Krankheiten mit Seuchenstatus und es besteht die Gefahr von Wildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen, die teilweise von den Jagdgesellschaften zu bezahlen wären.

Seit dem Sommer 2015 befasst sich die Arbeitsgruppe «Schwarzwild» unter der Leitung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald mit der Zuwanderung von Wildschweinen und erarbeitet Massnahmen zur Minimierung der Risiken. Sie kommt zum Schluss, dass eine engagierte und kompetente Bejagung der Wildschweine von Beginn an dringend nötig sei. Zudem hänge ein angepasster Schwarzwildbestand stark von der Zusammenarbeit zwischen den Jagdgesellschaften und den Landwirten ab. Die Prävention solle anlaufen, bevor Schäden zu beklagen sind.

Zu diesem Zweck werden in den nächsten Wochen die Landwirte und die Jäger mit den nötigen Informationen versort. Die Informationskampagne soll es allen involvierten Kreisen im Kanton Luzern möglich machen, planmässig und koordiniert zu agieren. Die Verhaltensempfehlungen gründen auf Erfahrungen, welche andere Kantone mit grossem Schwarzwildaufkommen gemacht haben.

Der Arbeitsgruppe «Schwarzwild» gehören Vertreter von Revierjagd Luzern, von Suisseporcs, des Bäuerinnen- und Bauernverbands, des Schweinegesundheitsdienstes Sempach-Zentraschweiz, der Abteilung Fisch- und Wildtiermedizin der Uni Bern, der Jagdverwaltung St. Gallen, des Gesundheits- und Sozialdepartements sowie des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements des Kantons Luzern an.

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