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Auflagen von vielen Seiten

Luzerner «Stadtkeller»-Sanierung wird teurer als erwartet

Die Anforderungen für die Sanierungsarbeiten des «Stadtkellers» sind nicht immer mit dem Denkmalsschutz vereinbar. (Bild: bic)

Für rund 2,4 Millionen Franken wollte die Bauherrschaft den «Stadtkeller» sanieren lassen. Während den Bauarbeiten korrigierte sich diese Zahl jedoch aufgrund der auftauchenden Herausforderungen schnell nach oben.

Der bekannte Luzerner Stadtkeller soll während der Corona-Pandemie an die Bedürfnisse eines modernen Gastro- und Eventlokals angepasst werden. Ein entsprechendes Baugesuch lag bei der Stadt im März öffentlich auf (zentralplus berichtete). Trotz umfassenden Umbauten sollte das Gebäude, das Architektur aus verschiedenen Epochen enthält, seinen «Charme» behalten. Dies stellt sich gemäss «Luzerner Zeitung» als schwieriger und teurer heraus, als ursprünglich gedacht.

Restaurantdach bereitet Schwierigkeiten

Ein grosser Knackpunkt sei gemäss Architekt Thomas Lussi das Restaurantdach. Im Hohlraum zwischen Gipsbögen und Dach bilde sich Kondenswasser, welches die Stahlträger im Dach rosten lässt. «Wir müssen diese nun mit einer neuen Betondecke zusätzlich verstärken, damit die Statik gewährleistet bleibt», so Lussi gegenüber der Zeitung.

Die Bauherrschaft hätte zudem auf dem Dach gerne eine Gartenbeiz errichtet. Dies sei jedoch nur im kleinen Format möglich, da die Silhouette des Gebäudes nicht verändert werden darf. So hätte sich der zusätzliche Aufwand schlicht nicht gelohnt. Immerhin: mit dem Umbau des Dachs sollten die Moggetätscher auch künftig während der Fasnacht das Restaurantdach bespielen können. Dies soll auch schon 2022 wieder der Fall sein, da der Stadtkeller pünktlich zur Fasnacht wieder öffnen will.

Auflagen vieler Akteure erschwert konkrete Planung

Zusätzlich werden die Bauarbeiten durch die vielen Anforderungen der Behörden erschwert: Kantonale Denkmalpflege, kantonale Dienststelle Umwelt und Energie, städtisches Tiefbauamt, Lärmschutz, Brandschutz – all diese Behörden hätten bei der Sanierung ein Wörtchen mitzureden. Und widersprechen sich zum Teil: Die vom Tiefbauamt geforderte Dach-Begrünung wird beispielsweise bei der Denkmalpflege ungern gesehen.

Andere Anforderungen widersprechen sich zwar nicht, jedoch erhöht deren korrekte Umsetzung die vorab budgetierten 2,4 Millionen Franken um ein vielfaches. So beispielsweise die geforderte Brandschutztüre zwischen Saal und Restaurant. Um wie viel die Projektkosten letztlich konkret gestiegen sind, will Julia Schwöbel, Vertreterin der Bauherrschaft, gegenüber der Zeitung nicht verraten. Doch: «Die Kosten betragen mittlerweile mehr als doppelt so viel wie zunächst angenommen», wird Schwöbel zitiert.

Gemäss dem Architekten sei ein solch grosser Gastro- und Eventbetrieb mit all den heutigen Auflagen in einem denkmalgeschützten Haus nicht kompatibel. Die Bauherrschaft um Julia Schwöbel gebe jedoch ihr Bestes, dies trotzdem umzusetzen. Insbesondere, um das Andenken an den kürzlich verstorbenen Eckhard Schwöbel zu ehren.

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