Hunderte könnten sterben

Luzerner Rehkitze akut bedroht – wegen Friedenskonferenz

Im hohen Gras der Wiesen liegen oft Rehkitze, die vor dem Tod unter dem Mähdrescher gerettet werden müssen. (Bild: zvg / ZKPJV)

Der Ukraine-Gipfel auf dem Bürgenstock rückt immer näher. Die diplomatischen Gespräche haben bizarre Nebeneffekte.

Die kommende Friedenskonferenz für die Ukraine am 15. und 16. Juni auf dem Bürgenstock bedroht die lokale Rehkitz-Population. Klingt ungewöhnlich, ist aber wahr. Schuld sind die weitreichenden Sicherheitsmassnahmen rund um die Konferenz.

Vom Morgen des 13. Juni bis zum Abend des 17. Juni ist der Himmel über dem Bürgenstock in einem Umkreis von 47 Kilometern gesperrt. Die zivile Luftfahrt ist stark eingeschränkt. Für private Drohnen gilt in einem Umkreis von 28 Kilometern rund um die Konferenz ein absolutes Flugverbot.

Wärmebild-Drohnen, mittels welcher Jäger Rehkitze vor dem Mähdrescher retten, fallen ebenfalls unter das Verbot. Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, droht deshalb hunderten Jungtieren der unnötige Tod.

Luzerner Politiker wehren sich

SVP-Kantonsrat Fabian Stadelmann kämpft vehement gegen das Flugverbot für die Drohnen der Jäger. Er bezeichnet die Lage gegenüber der «Luzerner Zeitung» als «ausgesprochen schlimm». Denn: ab dem 15. Juni dürfen Bauern ihre Ökowiesen schneiden. In diesen Flächen liegen jeweils besonders viele Kitze.

Bisher blieb Stadelmann mit seinem Anliegen in Bern erfolglos. Doch die Hoffnung ist noch nicht aufgegeben. Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, habe sich mittlerweile auch der SVP-Nationalrat Franz Grüter der Sache angenommen.

Das Verbot missachten, ist für die Drohnenpiloten indes keine gute Alternative. Werden sie erwischt, sehen sich mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr konfrontiert.

Verwendete Quellen
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