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Intensiv-Pflegefa setzt ein Zeichen

Luzerner Kantonsspital streitet mit seinem Pflegepersonal

Die Pflegerinnen tragen einen Button. Die Aufschrift: «Wir arbeiten intensiv, wir verdienen mehr.» (Bild: ber)

Ohne sie geht im Spital nichts mehr. Dass die Pflege ein wichtiger Teil der Spital-Kette ist, wurde spätestens in der Pandemie allen bewusst. Im Luzerner Kantonsspital stehen jedoch die Zeichen bei der Zusammenarbeit auf Sturm.

Das Pflegepersonal auf der Intensivstation ist mit den Arbeitsbedingungen nicht zufrieden. Konkret geht es um den Lohn. Dieser ist aus der Sicht der Arbeitnehmer zu tief. Weil die Geschäftsleitung des Kantonsspitals allerdings nicht bereit ist, den Lohn zu erhöhen, wird das Pflegepersonal nun aktiv.

Ein Button soll auf Lage aufmerksam machen

Auch ein Jahr nach der Annahme der Pflege-Initiative geht es nicht vorwärts. Etwa 230 Pflegefachpersonen, welche auf den Intensivstationen der drei Standorte des Luzerner Kantonsspitals (Luks) arbeiten, setzen nun ein Zeichen.

Der Intensiv-Pflegefachpersonen wollen um eine Lohnklasse höher eingestuft werden. Auch verlangen sie jährliche Lohnerhöhungen und eine höhere Arbeitsmarktzulage. Gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagt VPOD-Gewerkschaftssekretärin Viviane Hösli, dass sich Bund, Kantone, Spitäler und Krankenkassen sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu schieben. «Der Kampf um Fachpersonal ist riesig und das Luks ist bezüglich Arbeitsbedingungen nicht gerade an vorderster Stelle»

Wird für die wichtige Arbeit mehr bezahlt, sei es wohl auch einfacher neues Personal zu finden. «Der Lohn ist schlicht das einfachste Mittel», sagt Hösli. Seit dem Freitag trägt das Personal im Luks einen kleinen Button. Der Text auf dem Button: «Wir arbeiten intensiv, wir verdienen mehr»

Verband hält sich bei der Sache zurück

Nicht an dem Protest beteiligt ist der Pflege-Berufsverband (SBK). Die Leiterin der Geschäftsstelle des SBK Zentralschweiz, Claudia Husmann, betont zwar, dass der SBK die Pflege unterstütze. Aber: «Wir wollen mit der Geschäftsleitung des Spitals bei allen Themen zu Arbeitsbedingungen im Rahmen des Gesamtarbeitsvertrags auf Augenhöhe verhandeln. Damit haben wir in den letzten Monaten positive Erfahrungen gemacht.»

Es sei das Ziel des Verbandes, die Bedingungen auf allen Pflegebereichen zu verbessern. Es sollen nicht die einzelnen Abteilungen gegeneinander ausgespielt werden. Allerdings sei die Lage bei der Intensivpflege durchaus besonders prekär. «Da die Fachkräfte auf der Intensivstation besonders knapp sind, muss man bei den Intensiv-Pflegefachpersonen besondere Massnahmen ergreifen.»

Und was sagt das Luks? Auf Anfrage der Zeitung betont das Kantonsspital, dass etwas gehen soll. «Es ist den Verantwortlichen ein grosses Anliegen, nachhaltige Lösungen für die Pflege zu realisieren.» So gäbe es schon Anstrengungen, um die Lage zu verbessern.

Verwendete Quellen
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