Hochschule Luzern

Luzerner Forscher darüber, wie wir die Päckliflut eindämmen

Ein Forscher der HSLU hat gemeinsam mit seinem Team mit der Post eine breit angelegte Onlinehändlerbefragung durchgeführt. (Bild: ber)

Dass so viele Schweizerinnen Ware retournieren, gibt vielen zu denken und befasst nicht zuletzt auch die Politik. Auch ein Forscher der Hochschule Luzern forscht aktuell zur Päckliflut – und sieht die Lösung der Problems nicht in der Einführung von Gebühren.

Nirgendwo geben Kunden so viel Ware wieder zurück wie in der Schweiz (zentralplus berichtete). Der Modekonzern Zara verlangt deswegen neu Geld für Rücksendungen von Bestellungen (zentralplus berichtete).

Auch ein Team der Hochschule Luzern befasst sich aktuell mit der Frage, wie Onlinehändler die Flut der Rücksendungen eindämmen können. Dahinter steht Thomas Wozniak, Forschungskoordinator und Dozent am Institut für Kommunikation und Marketing IKM. Er und sein Team haben gemeinsam mit der Post eine breit angelegte Onlinehändlerbefragung durchgeführt, berichtet die «Luzerner Zeitung».

Der Forscher sagt im Medienbericht, dass das Einführen von Rücksendegebühren das Retourenvolumen «wohl etwas reduzieren» könnte. Aber: Das Problem werde damit nicht nachhaltig gelöst.

Retouren bereits im Vorhinein vermeiden

Wozniak sagt im Medienbericht: «Gratisretouren wirken zwar als Katalysator, sind per se aber noch kein Grund, wieso jemand ein bestelltes Produkt wieder zurückschickt.» Zumal ja «Gratisretouren» ohnehin nicht nicht wirklich gratis seien. Die Frage sei nur, wer die Kosten trage.

Wozniak fände es zielführender, Retouren bereits im Vorhinein zu vermeiden. Onlinehändler könnten Kundinnen die richtige Entscheidung, ob sie ein Produkt wirklich kaufen wollen, vereinfachen, in dem sie den «Gap zwischen Erwartung und tatsächlich geliefertem Produkt minimieren».

Kundinnen helfen, die richtige Grösse zu finden

Wichtig sei es beispielsweise, Kundinnen zu helfen, dass sie bereits online die richtige Grösse finden. Denn das ist oftmals das Problem: Bei Zalando wird rund ein Drittel der Retouren zurückgeschickt, weil die Grösse nicht passte. Und das Problem will man anpacken.

Wie es im Medienbericht weiter heisst, hat Zalando vor rund eineinhalb Jahren das ETH-Spinoff Fision gekauft. Dieses ermöglicht durch sogenanntes Bodyscanning, ein digitales 3D-Körperprofil via Smartphone-App zu erstellen. Andere Start-up nutzen beispielsweise künstliche Intelligenz, damit Kunden die richtige Kleidergrösse finden.

«Am Ende wird wohl nur die Kombination aus restriktiven und unterstützenden Massnahmen nachhaltig dafür sorgen, dass bestellte Ware nicht mehr so oft zurückgeschickt wird», sagt Wozniak.

Die Ergebnisse seiner Studie werden im Oktober veröffentlicht.

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2 Kommentare
  • Profilfoto von Richard Ephraim Scholl
    Richard Ephraim Scholl, 09.07.2022, 18:29 Uhr

    Was wir mit unseren Steuergeldern so alles finanzieren: Hochschultätigkeiten für die Packlipost—

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  • Profilfoto von Chronisch Krank
    Chronisch Krank, 09.07.2022, 15:56 Uhr

    Ich bin stolz darauf, alles mögliche nur Online – und wenn möglich aus dem Ausland – zu bestellen. Medikamente und Nahrungsmittel muss ich aber wegen den Handelsschranken überteuert im Inland beziehen (erstere bezahle aber sowieso nicht ich).

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