«Kanton und Gemeinden sollen hinstehen»

Luzerner Fischer echauffieren sich über «Sauerei» bei Kläranlagen

Solche Bilder bieten sich in Luzerner Gewässer.

(Bild: zvg)

Der Präsident des Fischereiverbandes Kanton Luzern Markus Fischer redete sich an der Delegiertenversammlung in Rage. Grund: Der Dreck, welcher bei und nach Regen ungehindert Kläranlagen passiere und in die Gewässer fliesse.

Präsident Markus Fischer machte seinem Ärger an der Delegiertenversammlung des Fischereiverbandes Kanton Luzern Luft: «Bei starkem Regen kommt es in den Kläranlagen zu einer Sauerei und alle schauen weg», kritisierte er den Dreck, der bei und nach Regen ungehindert Kläranlagen passiere und in die Gewässer fliesse.

«Das einzige, was mich erstaunt, ist der fehlende Aufschrei der Bevölkerung», so Fischer weiter. Schliesslich seien alle direkt betroffen. Er schilderte vor den Delegierten ein Beispiel, das Luzerner Fischerkollegen aufgedeckt haben: «Wer im Luzerner Lido badet, meint er schwimme in sauberem Wasser.» Doch er sehe nicht, was nach einem Gewitter der Würzenbach an Binden, Zigarettenschachteln oder Watte ungehindert in den Vierwaldstättersee spüle – ganz zu schweigen von den Mikroverunreinigungen.

Fischer dazu, wie es zu diesem unappetitlichen Schmutz komme: «Die Kläranlagen sind zu wenig ausgebaut.» Bei starkem Wasseranfall seien Regenbecken nicht mehr in der Lage, ihre Funktion auszuüben und die sogenannte Überlastmenge fliesse ungefiltert in die Gewässer.

Problem im ganzen Kanton

Dies sei nicht nur das Problem einer einzelnen Anlage. «Wir kriegen von Fischern aus dem ganzen Kanton Meldungen mit wüsten Bildern, von der Suhre über Rothenburg bis zum Würzenbach», sagte Fischer.

In den letzten zwei Jahren hätten der Fischereiverband oder die örtlichen Fischpächter wiederholt auf diesen wunden Punkt hingewiesen. «Sowohl beim Kanton, wie bei den Gemeinden reagiert man mit Achselzucken, das sei halt so.» Offenbar wolle man das Problem aussitzen, ja verheimlichen.

«Das können wir nicht akzeptieren», so Fischer weiter. «Wir fordern die kantonale Verwaltung und die Gemeinden auf, hinzustehen, das Problem beim Namen zu nennen und zu handeln.»

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