Luzern soll Denkmalpflege straffen

Nach dem Kanton Zug steht nun auch in Luzern eine Revision des Denkmalschutzgesetzes an – zumindest wenn es nach der FDP geht. Diese fordert den Luzerner Regierungsrat auf, weniger schützenswerte Bauten ins Inventar aufzunehmen. Die dadurch frei werdenden Gelder sollen dafür in Umbauten denkmalgeschützter Gebäude reinvestiert werden.

Mittels Postulat fordert der Luzerner FDP Kantonsrat Ruedi Amrein den Regierungsrat dazu au, den Katalog schützenswerter Bauten im Bauinventar zu straffen und dadurch weniger Objekte einer Abklärung zu unterstellen. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob die bei einer Reduktion der Objekte frei erdenden öffentlichen Gelder in eine Kostenübernahme von Umbauten denkmalgeschützter Gebäuden reinvestiert werden können.

Zur Zeit erstellen Luzerner Gemeinden im Auftrag des Kantons Bauinventare von erhaltens- und schützenswerten Bauten. Inwiefern diese Objekte die Anforderungen erfüllen und Bestandteil des kantonalen Bauinventars sein sollen, muss im Einzelfall geprüft werden. Statistisch sei zu erwarten, dass die Anzahl und damit der Abklärungsaufwand in den kommenden Jahren stark steigen werde, so Amrein via Medienmitteilung.

Vorreiterrolle Zug

«Beim Denkmalschutz handelt es sich zudem in erster Linie um ein öffentliches Interesse. Die Mehrkosten von Umbauten werden jedoch zu einem grossen Teil von den Bauherren selbst übernommen», so Amrein weiter. Dies könne dazu führen, dass Eigentümer vor notwenidgen Sanierungen der schutzwürdigen Gebäude zurückscheuten.

Die FDP fordert dazu auf, statt viele erhaltens- und schützenswerte Gebäude ins Inventar aufzunehmen, durch einen schlankeren Beuteilungskatalog die Aufnahme von wenigen Objekten zu fördern. Eine Richtung, welche der Kanton Zug kürzlich mit der Revision des Gesetzes über Denkmalpflege bereits eingeschlagen hat (zentral+ berichtete). Zudem begrüsse die Partei eine Abklärung, inwiefern durch die freigewordenen Ressourcen eine vollständige Übernahme der Kosten möglich wäre.

Die bisherige Strategie solle überprüft werden, in dem Sinne, dass

– der Katalog in den Bauinventaren an möglichen Objekten stark gestrafft wird und nur noch besonders wertvolle Bauten zu einer Abklärung verhalten werden, freiwillige Unterstellungen sind immer möglich;
– bei der kleineren Anzahl an Objekten die Kosten für das öffentliche Interesse, alte Bauweisen zu erhalten, vollständig übernommen werden.

Zum Thema: Beitrag der zentralplus-Bloggerin Julia Bachmann: Ein paar Gedanken zum Denkmalschutz in Luzern.

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