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«Virus kennt keine Kantonsgrenzen»

Luzern fordert schärfere nationale Corona-Massnahmen

Guido Graf, Gesundheitsdirektor des Kantons Luzern, vor dem Impfzentrum in Willisau (Bild: Lara Jornod)

Das Corona-Virus breitet sich weiter aus, die Intensivstationen sind am Anschlag. Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf fordert schweizweit schärfere Corona-Massnahmen – will aber nicht vorpreschen.

Der Kanton Luzern baut die Spitalkapazitäten aus, um Triage-Entscheide hinauszuzögern (zentralplus berichtete). Gleichzeitig bereiten sich die Spitäler darauf vor, im Ernstfall entscheiden zu müssen, welche Patienten in anbetracht der mangelnden Ressourcen noch behandelt werden können – und welche eben nicht.

Die sogenannte Triage ist die Ultima Ratio. Besser wäre es, die Ausbreitung des Corona-Virus zu stoppen.«Sie fragen sich vielleicht, warum die Luzerner Regierung nicht heute – oder noch besser gestern – schärfere Corona-Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen hat», sagte der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf am Dienstag an einer Medienkonferenz.

Diese Frage sei berechtigt. Im kantonalen Führungsstab würde die Situation inzwischen zwei Mal täglich analysiert und die nötigen Corona-Massnahmen ergriffen. «Die Krux: Kantonale Massnahmen führen zu einem Flickenteppich. Und das wollen wir um jeden Preis verhindern», so Graf.

Problem würde in andere Kantone verlagert

Das sei eine der Lehren, die er aus dem Winter 2020/2021 gezogen habe. «Da gab es Kantone, in denen man Ski gefahren ist und solche, in denen das nicht möglich war. Da geht es nicht darum, wer ein Spitalverbot erlässt oder nicht. Das können die Kantone gut selber entscheiden.»

Einschneidendere Corona-Massnahmen jedoch müssten koordiniert werden. Graf zeigte am Beispiel der Luzerner Clubszene das Problem auf. «Wir haben in diesem Bereich grosse Herausforderungen und massive Ansteckungsfälle.» Aber: Rund 25 bis 35 Prozent seien auswärtige Besucher auf anderen Kantonen. «Wenn wir eine härtere Gangart beschliessen und die Clubs zu machen, dann verschieben wir das Problem in die Kantone Aargau und Zürich. Das wäre nicht zielführend.»

Das Virus kenne keine Kantonsgrenzen und die junge Leute seien mobil.« Unsere Antwort ist: Wir brauchen schärfere Corona-Massnahmen, aber nicht punktuell sondern schweizweit», so Graf. Diese Meinung teile auch die Vereinigung der Kantonsärzte.

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